Börse-Vorstand: "Konsolidierung geht weiter"

22. Oktober 2009, 19:44
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Die Konsolidierung im Börsensektor wird nach Meinung von Börsevorstand Schaller künftig auch weitere Produktbereiche umfassen

Frankfurt/Wien - Die Konsolidierung im Börsensektor wird sich nach Ansicht der Wiener Börse fortsetzen und künftig auch weitere Produktbereiche wie etwa den Energiemarkt umfassen. "Ich glaube nicht, dass das Thema Übernahmen oder Zusammenschlüsse schon abgeschlossen ist. Insbesondere dort nicht, wo es um kleinere Länder geht", sagte Vorstandsmitglied Heinrich Schaller in einem Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt.

Er teilt sich den Vorstandsvorsitz der Wiener Börse mit Michael Buhl. Von besonderer Wichtigkeit ist nach Einschätzung Schallers dabei, dass die heimischen Börsenplätze bestehenbleiben. "Synergien auf der Abwicklungsseite, der Vertriebsseite oder der technischen Seite müssen gehoben werden. Aber es ist gut, wenn es in einzelnen Ländern einen heimischen Marktplatz gibt."

Mit Blick auf die Großen in der Börsenlandschaft, etwa auf die New York Stock Exchange (NYSE), die Deutsche Börse, Nasdaq OMX Group oder die London Stock Exchange (LSE) wagt er lieber keine Einschätzung, da diese "starke individuelle Spieler sind, die sehr auf ihre Eigenständigkeit achten". Je breiter aber die Aufstellung und je internationaler, desto vorteilhafter sei dies inzwischen für Börsen im Allgemeinen. So rechnet er daher auch damit, dass die Börsen insgesamt gesehen, ihre Fühler zunehmend nach neuen Bereichen ausgestreckt werden, um weiter zu wachsen.

"Größere Räume schaffen"

Im Energiemarkt werde bereits begonnen, gemeinsam "größere Räume" zu schaffen. "Das ist auch notwendig, weil das Thema Energie ein wirklich großes in der Zukunft ist", sagte Schaller und verwies auf erste Kooperationen in diesem Bereich, wie etwa der zwischen der Leipziger EEX, an der auch die Deutsche Börse beteiligt ist, und der französischen Powernext.

Problematisch sei allerdings noch, dass die Märkte noch "nicht wirklich komplett frei zugänglich sind" und auf EU-Ebene noch Regulierungen nötig seien. "Beim Strom etwa geht es um den grenzüberschreitenden Transfer, und solange dort noch Barrieren sind, ist das Thema einer größeren regionalen Börse in diesem Bereich noch sehr schwierig. Aber, es wäre notwendig und wird wohl kommen, sobald es möglich ist." Auch im Bereich der Rohstoffe wie insbesondere im Gas-Bereich werde das Thema Kooperationen und Partnerschaften immer wichtiger werden. "Da ist sicher noch einiges zu tun", sagte der Wiener-Börse-Vorstand. (APA)

 

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