Zwei kaufen, statt einkaufen

22. Oktober 2009, 18:56
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Das Handtascherl – ein must have selbstverständlich – löst sich nach drei Tagen Nutzung in seine Bestandteile auf. Das Fahrrad, ein City-Cruiser im Neusprech, wirft zwei Wochen nach seinem Erwerb Ballast in Form der Leuchte ab. Die neuen sündteuren Boots – für den trittfesten Einsatz im Winter erworben – überstehen zwei Wochen im Schnee. Dann gibt der Reißverschluss w.o. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Einkaufen ist in modernen Zeiten damit vielfach zu zwei kaufen geworden. Denn mindestens so viele Artikel erwirbt oft, wer sich ein neues Gut zulegt. Kaum werden als Schnäppchen oder ganz regulär erstandene Waren ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt, geben sie - oder zumindest wesentliche Bestandteile auf. Die Weisheit der Altvorderen – wer billig kauft, kauft teuer – gilt dabei schon lange nicht mehr. Auch wer teuer kauft, bekommt oft genug Klumpert, wie es auf gut österreichisch heißt, für sein Geld.

Was zu folgen hat, ist vermutlich nicht für jedermann gleichermaßen lästig: Erneut zur Stätte der abgeschlossenen Transaktion pilgern, vielfach endlose Telefonate und zuweilen Betteln und Überzeugen, dass nicht Mutwille und Bösartigkeit zum vorzeitigen Ableben führten.

Was über das mit erhöhtem Aufwand zustande gekommene Geschäft trösten mag:  Klumpert schafft Arbeit. Denn wenn jedes Teil, das produziert wird, ganz schnell wieder kaputt geht, muss ein weiteres hergestellt werden. In Zeiten eines angespannten Arbeitsmarktes ein fröhlich stimmender Gedanke.

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    Der Besitzer dieser Waschmaschine - in deren Trommel sich die britische Kuh ganz innig versenkt - war offenbar auch nicht glücklich mit seinem Einkauf.

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