Tories: Berufung Blairs wäre eine "feindselige Geste"

22. Oktober 2009, 18:50
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53 Prozent der Briten gegen Ex-Premier als "Euro-Kaiser"

Wichtige Posten in Brüssel für die eigenen Landsleute - das gilt in den meisten EU-Staaten als erstrebenswerte Auszeichnung. Nicht so in London: Dort hat der mutmaßliche nächste Außenminister William Hague im Gespräch mit hochrangigen Diplomaten keinen Zweifel daran gelassen, dass er die Berufung eines bestimmten Briten zum EU-Präsidenten für einen Affront halten würde: Ex-Premier Tony Blair.

Tory-Politiker Hague habe von "einer feindseligen Geste" gesprochen, erinnern sich Teilnehmer des Empfangs in der schwedischen Botschaft, manche wollen sogar Drohungen mit negativen Konsequenzen gehört haben. Diplomatischer drückt es ein Sprecher der konservativen Partei aus, die in Umfragen um bis zu 17 Prozent vor der regierenden Labour-Party liegt: Der Schatten-Außenminister habe "keinen Zweifel aufkommen lassen, dass die Konservative Partei gegen Blair ist" .

Hagues ungewöhnliche Intervention dürfte auf der Insel Zustimmung finden: 53 Prozent der Briten sprachen sich in einer kürzlichen Umfrage gegen ihren Ex-Premier als "Euro-Kaiser" aus, wie Londons konservativer Bürgermeister Boris Johnson den neuen Posten denunziert. Spitzen-Tories assoziieren mit dem Sozialdemokraten eine tiefe Demütigung: Dreimal hintereinander gewann Labour unter ihm die Wahl. (Sebastian Borger aus London/DER STANDARD, Printausgabe, 23.10.2009)

 

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