Bundesheer warnt: "Terrorgefahr gestiegen"

22. Oktober 2009, 18:13
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Bundesheer warnt vor Entstaatlichung der Gewalt

Saalfelden - Ein Oberterrorist, der seinen Anhängern Befehle für Anschläge gibt - wäre Terrorismus so simpel zu erklären, gäbe es ihn wahrscheinlich schon gar nicht mehr. In Wahrheit entstehen immer mehr kleinere Netzwerke, die kaum kommunizieren und selbstständig agieren. "Deshalb ist auch die Gefahr, dass eine terroristische Zelle auf ein bestimmtes Signal hin zuschlägt, zweifellos gestiegen", sagte Walter Feichtinger von der Landesverteidigungsakademie am Donnerstag bei den vom Kuratorium Sicheres Österreich veranstalteten Sicherheitstagen in Saalfelden.

Feichtinger warnte eindringlich vor einer übertriebenen Privatisierung der Staatsgewalt. "Wenn der Staat in bestimmten Bereichen nicht mehr für Sicherheit sorgen kann, weil zum Beispiel beim Personal gespart wird, hat er ein Problem", so der Leiter des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement. Gerade in Regionen ohne staatliche Kontrolle könnten Terrororganisationen leicht Fuß fassen. Besorgt sei man in dieser Hinsicht beispielsweise mit der Lage in Somalia.

Generell werden Faktoren wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Ressourcenknappheit die Sicherheitslage nachhaltig beeinflussen, ist Feichtinger überzeugt. Ressourcen seien der "zentrale Treiber der Zukunft". Auch der Zugriff auf Ressourcen spiele eine wichtige Rolle, meinte der Bundesheer-Brigadier und verwies auf die Gaskrise, als Russland die Lieferungen einstellte.

Zielregionen Nummer eins bei Migrationsbewegungen sind derzeit nicht europäische Nationen, sondern die erdölproduzierenden Länder der Golfregion. (simo, DER STANDARD, Printausgabe, 23.10.2009)

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