Hochschülerschaft hat keine Angst vor polizeilicher Räumung: "Das darf die Polizei gar nicht"
Von verschiedenen Seiten wird den demonstrierenden StudentInnen Unterstützung entgegengebracht. derStandard.at sprach am Rande der Besetzung mit Sigrid Maurer, der Vorsitzenden der Hochschülerschaft. "Wir unterstützen die Forderungen der Studierenden", so Maurer. "Das Kaputtsparen unseres Bildungssystems muss
endlich aufhören!"
Genauere Pläne, wie die StudentInnen die Nacht im Hörsaal verbringen werden, gibt es noch nicht, erklärt der stellvertretende ÖH-Vorsitzende Thomas Wallerberger gegenüber derStandard.at. "Das organisiert sich von selbst", ist er überzeugt.
Angst, dass das Audimax polizeilich geräumt wird, hat man bei der ÖH nicht. "Das darf die Polizei gar nicht", meint Maurer. Dazu sei ein Räumungsbeschluss des Rektorats nötig, "und so etwas hat es bisher noch nie gegeben". Die ÖH-Vorsitzenden rechnen mit einer Besetzung bis morgen, Freitag.
Auch die IG Externe LektorInnen und Freie WissenschafterInnen solidarisiert sich mit den Forderungen der Studierenden.
Unterstützung für die StudentInnen kommt auch von den Grünen Wien. Wissenschaftssprecherin Claudia Smolik meint, die Sanierung der Universitäten dürfe nicht "auf dem Rücken der StudentInnen
ausgetragen werden. Es darf zu keiner Wieder-Einführung der Studiengebühren
kommen".
Auch der grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald solidarisiert sich. "Die Besetzung des Audi-Max an der Universität Wien ist ein klares Zeichen der
Frustration der Studierenden mit der Universitäts-Politik der Regierung.
Studierende und ForscherInnen brauchen Raum, Zeit und Geld. Letzteres ist in
Österreich noch immer nicht ausreichend vorhanden. Darin liegt das Versagen der
Regierung", so Grünewald in einer Aussendung. "Die Uni-Politik ist von den Schlagworten Weltklasse, Exzellenz und
Mobilität längst dazu übergegangen, von einer Notverordnung zur nächsten zu
schreiten. Das kann nicht funktionieren. So wird Österreich Nachzügler in der
Bildungspolitik bleiben." (Teresa Eder, Sebastian Pumberger, derStandard.at, 22.10.2009)