Solidarisch

ÖH und Grüne unterstützen Anliegen der Besetzer

22. Oktober 2009, 17:48

Hochschülerschaft hat keine Angst vor polizeilicher Räumung: "Das darf die Polizei gar nicht"

Von verschiedenen Seiten wird den demonstrierenden StudentInnen Unterstützung entgegengebracht. derStandard.at sprach am Rande der Besetzung mit Sigrid Maurer, der Vorsitzenden der Hochschülerschaft. "Wir unterstützen die Forderungen der Studierenden", so Maurer. "Das Kaputtsparen unseres Bildungssystems muss endlich aufhören!" Genauere Pläne, wie die StudentInnen die Nacht im Hörsaal verbringen werden, gibt es noch nicht, erklärt der stellvertretende ÖH-Vorsitzende Thomas Wallerberger gegenüber derStandard.at. "Das organisiert sich von selbst", ist er überzeugt.

Angst, dass das Audimax polizeilich geräumt wird, hat man bei der ÖH nicht. "Das darf die Polizei gar nicht", meint Maurer. Dazu sei ein Räumungsbeschluss des Rektorats nötig, "und so etwas hat es bisher noch nie gegeben". Die ÖH-Vorsitzenden rechnen mit einer Besetzung bis morgen, Freitag.

Auch die IG Externe LektorInnen und Freie WissenschafterInnen solidarisiert sich mit den Forderungen der Studierenden.

Unterstützung für die StudentInnen kommt auch von den Grünen Wien. Wissenschaftssprecherin Claudia Smolik meint, die Sanierung der Universitäten dürfe nicht "auf dem Rücken der StudentInnen ausgetragen werden. Es darf zu keiner Wieder-Einführung der Studiengebühren kommen".

Auch der grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald solidarisiert sich. "Die Besetzung des Audi-Max an der Universität Wien ist ein klares Zeichen der Frustration der Studierenden mit der Universitäts-Politik der Regierung. Studierende und ForscherInnen brauchen Raum, Zeit und Geld. Letzteres ist in Österreich noch immer nicht ausreichend vorhanden. Darin liegt das Versagen der Regierung", so Grünewald in einer Aussendung. "Die Uni-Politik ist von den Schlagworten Weltklasse, Exzellenz und Mobilität längst dazu übergegangen, von einer Notverordnung zur nächsten zu schreiten. Das kann nicht funktionieren. So wird Österreich Nachzügler in der Bildungspolitik bleiben."  (Teresa Eder, Sebastian Pumberger, derStandard.at, 22.10.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
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FC Celtic Glasgow
00
28.10.2009, 09:26
Wie sinnvoll

ist es den heute noch zu demonstrieren? Ist es denn noch zeitgemäß? Die Frage lässt sich in einigen Worten beantworten. Die Politik hat jahrelang versagt und die Studenten im Regen stehen gelassen. Studiengebühren und anderer Schwachsinn ist die Antwort der Politik.
Viele demonstrieren wissen aber nicht warum? Hoffentlich kräht dann morgen in der Früh der Hahn und weckt alle auf.

der worte freiheit keine grenzen
00
28.10.2009, 07:41
Wenn die Grünen schon dafür sind,

kann sich dann bitte der Pilz mit ins Audimax einsperren für die nächsten Wochen und Monate?

Artdanion
12
26.10.2009, 11:31
Ich als Steuerzahler

unterstütze lieber die studierenden in ihren Forderungen, als den Polizeischutz für die "Winter" oder die paar Milliönchen für den Flughafen extra....

sollten meine Kinder irgendwann studieren haben die was davon, dass interessiert mich. Ob die dann am Flughafen die Toileten finden oder nicht, soll dann ihr Problem sin und tangiert mich wenig.

gistof
67
23.10.2009, 22:30
Es gibt kaum etwas Unsozialeres

als KEINE Einhebung von Studiengebühren. Dies bedeutet nämlich die Finanzierung von späteren Besserverdienern durch die Allgemeinheit. Das Stipendienwesen in Österreich funktioniert durchaus, während meiner Studienzeit waren viele meiner Kollegen von der Gebühr befreit, die jetzt nicht wirklich am finanziellen Abgrund gestanden sind. Dazu gabs noch eine recht üppig ausgestattete Studienbeihilfe, die paradoxerweise dazu geführt hat, dass Studienbeihilfebezieher in netten WGs gewohnt haben, während die "finanziell besser Gestellten" bei Mutti und Papa zuhause wohnen mussten. In Ländern mit hohen Studiengebühren ist lustigerweise die soziale Durchlässigkeit höher als bei uns, allerdings gilt diese Meinung in gewissen Kreisen als faschistisch.

rentonsbg
01
28.10.2009, 00:09
Wir zahlen danach eh genug Steuern

Bitte schaut Euch mal die Daten an, am Ende eines Studiums und mit einem entsprechenden Job, bezahlen wir genug ins System wieder ein.

Gibt im übrigen auch eine OECD-Studie dazu, das Studieren in Österreich besonders unrentabel ist.

Michael Bakunin
00
27.10.2009, 21:14

studiengebühren sind deshalb unsozial, weil die studentInnen bestraft werden, die länger studieren. dies ist eine reine strafgebühr völlig ohne erklärbare begründung.

Andreas Prucha
21
27.10.2009, 13:26
Die soziale Durchlässigkeit soll in Ländern mit hohen Studiengebühren höher sein?

Seltsame Ansicht. Eine Bekannte aus den US - mit eher ärmeren Eltenrhaus wollte studieren. Keine Chance das zu finanzieren. Sie wäre dann fast so weit gegangen zur Navy zu gehen, weil die das Studium finaziert hätten. Solche Zustände brauchen wir wirklich nicht bei uns. Was bei uns allerdings die soziale Durchlässigkeit einschränkt ist die frühe Trennung zwischen AHS und Hauptschule.

Und was die Finanzierung betrifft: Akademiker werden später in der Regel auch besser bezahlt und finanzieren sich so ihr Studium auch selbst. Ich habe allerdings auch kein Verständnis für Akademiker, die dann über angeblich so hohe Steuern jammern.

Adam Markus
22
25.10.2009, 15:58

Die Besserverdienenden finanzieren sich das Studium selber indem sie später höhere Steuern zahlen. Das sagen alle Statistiken und Studien. Darüber hinaus ist Bildung ein Menschenrecht und muss frei sein!

Kronenzeitungsleser
00
25.10.2009, 18:16
Adam hasta, hasta

Sepp79
127
23.10.2009, 14:46

Bei € 50.000 - € 100.000 Sachschaden wärs an der Zeit, dass die Polizei den Laden räumen sollte.
(die Organisatoren von diesem Zirkus sind richtige Genies - jetzt fehlen der Uni nochmal 50.000 - 100.000 EUR im Budget )

PaulchenP
11
25.10.2009, 13:22
mal nachrechnen...

Schon mal drüber nachgedacht, was alles kaputt gehen müsste, um einen Sachschaden von 100 000 Euro zu bekommen? Bitte nicht alle Zahlen aus dem Rektorat unhinterfragt glauben...

Sepp79
23
25.10.2009, 16:37

Müllbeseitigung, Wachdienste für restliches Gebäude, Reinigungskräfte, Polizeieinsätze,....
zählens die Kosten der Beschädigung der Einrichtung hinzu und die Zahlen klingen ziemlich plausibel

Nur so zum Nachdenken: Wenn man die Wahl zwischen dem Rektorat und der ÖH hat, dann spricht mehr dafür dem Rektorat zu glauben. Die politischen Nachwuchsstiefellecker sind nämlich (leider) zu NICHTS zu gebrauchen (Gegenbeweis ist bis jetzt ausständig) und wenn Prof Winkler gegen die Studenten wäre, bräuchte er nur das Hausrecht nutzen und das Audimax von der Polizei räumen zu lassen...

Michael Bakunin
00
27.10.2009, 21:16

die müllbeseitigung und reinigung organisieren die besetzerInnen selber. wachdienste sind auch keine notwendig und auch nicht vorhanden.

schreib nicht solchen unsinn hier.

Sepp79
00
28.10.2009, 09:02

Sieht man jeden Tag im Hörsal, dass die Leute ihren eigenen Dreck nicht bis zum Mistkübel bringen.
Aber an der Hauptuni hat sich das in den letzten 5 Tagen sicherlich alles zum BESSEREN geändert...

Alfred.E.Neumann
10
26.10.2009, 12:59

Demokratie kostet eben etwas. Der Grasser verdient das in einer minute!

Sepp79
11
26.10.2009, 17:38

Super Argument!
Da uns Studenten aber nicht der Grasser sondern die parteigeführten ÖHler schlecht vertreten leider nicht überzeugend.
Die lieben Möchtegern-Nachwusparteisoldaten bräuchten nur mal mit Nachdruck gegen ihre Obrigkeit vorgehen (Parlamentsbesetzung, Besetzung des Wissenschaftsministeriums)... - würde eventuell mehr bewirken

Michael Bakunin
00
27.10.2009, 21:17

die protestaktionen wurden nicht von der offiziellen vertretung der öh initiiert und durchgeführt, sondern von den studentInnen selber.
schon mal was von basisdemokratie gehört?

Sepp79
00
28.10.2009, 08:58

Guter Witz - die ÖH verschickt ja die Forderung der ach so tollen Basisdemokraten (sind also wirklich nicht beteiligt)
Probleme:
a.) die Forderungen die in der ÖH Mail ersichtlich sind, sind bar jeder Realität
b.) Sind das die selben Basisdemokraten, die entweder gar nicht gewählt haben oder die Affen in der Regierung auch noch selber gewählt haben
c.) Österreich ist repräsentative Demokratie (wenn man Basisdemokratie in der politischen Willensbildung will, muss man in die Schweiz auswandern) - folglich muss man den Druck auf die Repräsentaten ausüben (hat die ÖH noch nie getan, da meist selbe Partei) oder über eine Lobby bzw. Rückhalt in der wahlberechtigten Bevölkerung verfügen ...

Michael Bakunin
00
28.10.2009, 22:24

a) die forderungen sind minimalforderugen, überhaupt nicht unrealistisch.
b) mit oder ohne stimmenabgabe bei einer wahl, hat jeder das recht, sich aktiv politisch zu engagieren.
c) egal, welches system gerade an der macht ist, man darf doch hoffentlich auch ein anderes fordern. wir sind nicht darauf beschränkt, druck auf irgendeine repräsentanten auszuüben, wir können und sollen und selber akitv am politische leben beteiligen. egal ob in der schweiz (die übrigend auch nru eine repräsentative demokratie haben) oder anderswo.

Sepp79
00
29.10.2009, 08:45

a.) der Steuerzahler wird sicherlich alle Forderungen von uns Studenten unterstützen, allerdings nur solange sie nichts kosten - mal den Artikel über die Lücke bei der PV lesen (Menge wahlberechtigte Pensionisten > Menge wahlberechtigte Studenten)
b) die Betätigung auf der Straße ist eine Methode der Nazis - in der Demokratie darf sich am Ende des Tages die Minderheit (=Studenten) den Interessen der Mehrheit (Pensionisten) beugen
c.) postens keinen solchen Schmarren (auch wenn sie es nicht besser wissen sollten) - auf kantonaler Ebene ist es in der CH nicht unüblich im Wege der direkten Demokratie zu entscheiden (Versammlung aller Stimmberechtigten einberufen und dann wird abgestimmt)

Michael Bakunin
00
29.10.2009, 18:49

auch studenten sind steuerzahler. und werden immer wieder maßnahmen und gesetze beschlossen, die nur eine minderheit betreffen und wo eine mehrheit dagegen ist.
auch in österreich gibt es möglichkeiten der direkten demokratie, nur der grad der realisiernug ist in der schweiz höher. aber das ist kein prinzipieller unterschied.

Sepp79
00
30.10.2009, 08:54

Sie wissen schon, dass das DEMOKRATIE genannt wird???
Über die Möglichkeiten der direkten Demokratie, die die österreichische Rechtsordnung vorsieht, entscheiden wieder POLITIKER ...

anbei eine kleine Leseempfehlung: http://demokratie.geschichte-schweiz.ch/direkte-d... hweiz.html - danach habens zumindest ein wenig Ahnung, wo die Unterschiede zwischen A und CH liegen

Michael Bakunin
00
30.10.2009, 18:55

klar gibt es unterschiede.
aber beides sind repräsentative demokratien.

markus grabner
00
27.10.2009, 16:44
jo sapperlott

dann wählts halt keine "parteigeführten" ÖHler, sondern unabhängige, sowas gibt's ja auch ...

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