Cimoszewicz will nicht bei Präsidentenwahl kandidieren

22. Oktober 2009, 16:07
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Premier Tusk verliert damit seinen stärksten Kontrahenten

Warschau - Der ehemalige polnische Außenminister, frühere Ministerpräsident und gescheiterte Kandidat für den Posten des Europarats-Generalsekretärs Wlodzimierz Cimoszewicz hätte laut Umfragen nach jetzigem Stand als einziger eine Chance, Premier Donald Tusk bei den Präsidentenwahlen im kommenden Jahr zu schlagen. Doch Cimoszewicz will nicht kandidieren, wie er am Donnerstag im Radio TOK FM sagte. Ihm fehle das politische Umfeld. Mit seiner Partei, dem Bündnis der Demokratischen Linken (SLD), haben sich die Wege getrennt, weil Cimoszewicz mit deren Kurs nicht mehr einverstanden war.

Cimoszewicz kritisierte die SLD scharf. "Ich bin mit der jugendlichen Radikalisierung der Parteipolitik nicht einverstanden. Das, was die SLD macht, deutet darauf hin, dass die Leute die realen Probleme unseres Staates nicht verstehen und immer öfter dem Populismus unterliegen", erklärte er. Cimoszewicz dementierte zugleich Informationen, wonach ihm von der regierenden rechtsliberalen Bürgerplattform (PO) irgendwelche Posten vorgeschlagen worden seien, damit er auf eine Kandidatur bei der Präsidentenwahl verzichte. In den vergangenen Tagen tauchten Gerüchte auf, dass die PO Cimoszewicz einen Botschafterposten angeboten habe.

In der neusten, in dieser Woche veröffentlichten Umfrage rangierte Ex-Premier Cimoszewicz mit 25 Prozent der Stimmen an zweiter Stelle. Im Vergleich zum stärksten Kandidaten Tusk verlor er damit elf Prozentpunkte. Das aktuelle Staatsoberhaupt, Lech Kaczynski, kam auf 16 Prozent. Eine frühere Umfrage deutete sogar darauf hin, dass Cimoszewicz Tusk in einer Stichwahl besiegen könnte. (APA)

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