… And He Walks on Water, Too

Susi Schneider, 09. Oktober 2009 19:22
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Die erste Reaktion ist, dass man sich, als mittlerweile erklärter Obama-Anhänger, schlicht und einfach freut: Die Welt, verkörpert durch das Nobelpreis-Komitee, hat Barack Obama die größtmögliche Auszeichnung, den Friedensnobelpreis, verliehen

Die erste Reaktion ist, dass man sich, als mittlerweile erklärter Obama-Anhänger, schlicht und einfach freut: Die Welt, verkörpert durch das Nobelpreis-Komitee, hat Barack Obama die größtmögliche Auszeichnung, den Friedensnobelpreis, verliehen. Wofür? "For his extraordinary efforts to strengthen international diplomacy and cooperation between peoples. Also, mit einem Wort, für die Völkerverständigung.

Dass dieser Preis schon mindestens einmal als Watschen für George W. Bush, nämlich an Jimmy Carter, verliehen wurde, scheint auch klar. Die Nobelpreisler scheinen aber noch nicht genug zu haben – Bush verdient so viele Watschen wie nur möglich. (Siehe Al Gore und Klimaschutz.)

Ob man Obama den Preis hätte jetzt schon geben sollen? Bleibt fraglich. Und die Gefahr besteht, dass der Preis, der eh schon äußerst inflationär geworden ist, weiterhin an Wert verliert und nur mehr als politische Waffe eingesetzt wird.

Die Legende geht, dass der grossartige Chanson-Schreiber Tom Lehrer seine Karriere an den Nagel gehängt hat, als der Friedensnobelpreis 1973 an Henry Kissinger vergeben wurde. Jede politische Satire sei danach obsolet. (Lehrer ist übrigens der, von dem Georg Kreisler das "Tauberln vergiften im Park" – Poisoning Pigeons in the Park – approbiert, oder sagen wir gestohlen, hat).

Und jetzt fürchtet man sich nur mehr davon, was die reaktionäre Rechte aus dieser Verleihung machen wird.


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    von Susi Schneider

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      12.10.2009 | 19:28
      Susi Schneider

      Tom Lehrer [22]

      Titelbild
      Dem Leser Magic Wand habe ich einen Link zu Lehrer-Songs zu verdanken und das will ich ausnützen. Ich war mit Lehrer schon etwa 1964-65 vertraut, also lange vor meiner Einreise in die USA, als mich ein Freund in Wien auf das Plagiat der vergifteten Tauberln aufmerksam machte. (Seitdem habe ich – vergebens – irgendeine Äußerung von Georg Kreisler gesucht, die Tom Lehrer wenigstens generelle Anerkennung zollt). Als ich ständig in den USA lebte, hatte Tom Lehrer schon seine Blütezeit erreicht gehabt; trotzdem konnte ich meinen Sohn in eine Revue seiner Songs, "Tomfoolery" führen und danach am Klavier einige der Lieder nachvollziehen. Außerdem hatte ich Freunde, die Tom Lehrer in Harvard ("Fight fiercely, Harvard ) gekannt hatten.

    • 03.10.2009 | 20:55
      Susi Schneider

      Sex and David Letterman [41]

      Seit Anfang der Achtzigerjahre ist David Letterman ein Fixstern am nächtlichen Talkshow-Himmel

    • 28.09.2009 | 13:39
      Susi Schneider

      William Safire 1929 – 2009 [6]

      Nattering nabobs of negativism oder
      "Hopeless, hysterical hypochondriacs of history
      "Pusillanimous pussyfooters

      Sind nur einige von den Wortschöpfungen der konservativen Kolumnisten William Safire und Pat Buchanan, damals im Dienst von Richard Nixon

    • 13.09.2009 | 13:25
      Susi Schneider

      Delayed Shock [7]


      Nahezu ein Jahr ist seit den historischen Wahlen vergangen, bei denen ein strahlender "knight in shining armor", nämlich Barack Obama, viele Amerikaner in einen Taumel von Euphorie versetzte: der erste schwarze Präsiden – change, change, change.

    • 02.09.2009 | 12:32
      Susi Schneider

      Reconciliation Or How Obama's Health Reform Might Still Go Through [13]


      Reconciliation: Das Wort klingt so einlenkend und friedlich wie seine ursprüngliche Bedeutung, versöhnlich eben. Man könnte also irrigerweise annehmen, dass die Verwendung dieses Wortes bedeutet, dass sich Republikaner und Demokraten von nun an innig lieben und die Gesundheitsreform ohne eine einzige Gegenstimme durchgeht.

    • 26.08.2009 | 14:30
      Susi Schneider

      R. I. P., Teddy Kennedy [2]


      Als man von Teddy Kennedys Krankheit erfuhr, habe ich in meinem Blog zum ersten Mal über meine gemischten, aber hauptsächlich positiven Gefühle für den alten Liberalen geschrieben.

    • 19.08.2009 | 20:16
      Susi Schneider

      Bravo Barney Frank [28]

      Einer meiner all-time favorites unter den Kongressabgeordneten, Barney Frank aus Massachusetts, einer der wenigen, die sich schon seit langem lautstark für eine umfassende Gesundheitsreform ausgesprochen haben, nimmt in diesem Ausschnitt von Larry King Live eine Frau ins Visier, die offenbar ein Bild von Obama in der Hand hält, in dem er wie Hitler aussehen soll

    • 12.08.2009 | 14:22
      Susi Schneider

      A Healthy Reform? [3]


      " I want my country back", sagt eine Teilnehmerin an einem Town Hall Meeting. Wieso? Wer hat es ihr weggenommen? Und hat sie's jemals gehabt? Eine andere meinte, man solle doch das Gesundheitswesen so lassen, wie es sei und versichert implizit, dass das die amerikanische Verfassung irgendwie vorsehe. Nur weiß ich nicht, unter welchem Punkt der Bill of Rights oder der Verfassung geschrieben steht, dass zum einen, alles so bleiben soll, wie es bisher war – das würde bedeuten, dass wir alle noch sehr hygienisch auf Plumpsklos gehen und zur Ader gelassen werden – oder zum anderen, dass die Verfassung vorschreibt, dass Millionen von Amerikanern keinerlei Krankenversicherung haben.

Kommentar posten
19 Postings
Philbert Desanex
 
30.10.2009 08:55
die "größtmögliche" Auszeichnung

ist, sieht man sich die Abfolge der Preisträger an, auf den moralischen Wert eines gebrauchten Blattes WC-Papiers gesunken.

ernst thaelmann1
29.10.2009 23:22

and don't forget: he is not your boyfriend, he is the president of the united states, geniales zitat von bill maher, den ich sowieso für den besten talkshowhost halte, intelligent, witzig und sowas von antiklerikal. und das ist der unterschied zu österreich: so einen würds bei uns nie im tv geben.

elle(s)
10.10.2009 23:39
warum soll man als erdenbürger

nicht auf hoffnung setzen dürfen?
die letzten jahre waren ohnehin dermaßen deprimierend, dass es zum verzweifeln war.
so gesehen ist die person dieses präsidenten eine wohltuende erscheinung und im sinne einer verbesserung der lage der welt durch diplomatische bemühungen und einen massiv anderen ton, der nicht allein rhetorik ist, nicht allein aus worten besteht, sondern sehr wohl auch ehrlich gemeinten veränderungswillen, den willen zur verständigung mit alles völkern einfach zu begrüßen. die ewigen miesmacher überall werde ich nie begreifen.
will ich auch gar nicht.

Odo
10.10.2009 18:35
"Dass dieser Preis schon mindestens einmal als Watschen für George W. Bush, nämlich an Jimmy Carter, verliehen wurde, scheint auch klar."

Auch zumindest bei Al Gore und ElBaradei war es so.

Aber soll das nun zukünftig das Hauptkriterium für die Verleihung des Friedensnobelpreises sein? Die Schärfe der Kritik an der Politik George W. Bushs? Dann dürfte Michael Moore nächstes Jahr ja der heißeste Anwärter auf diese Auszeichnung sein. Und irgendeine an den Haaren herbeigezogene Begründung für die Nobelpreisvergabe wird sich dann auch noch finden.

Es ist ein bislang einmaliger Vorgang in der Geschichte des Friedensnobelpreises, dass jemand ausgezeichnet wird, der konkret nichts erreicht hat, was diesen Preis rechtfertigt. Selbst Obama ist diese Auszeichnung peinlich, das hat man ihm bei seiner Rede ja angemerkt. Er hat auch selbst gesagt, dass er sie nicht verdient hat.

Warentester
11.10.2009 03:31

Na immerhin besser sie geben ihn jemanden, der nix gemacht hat, als jemanden der oft genug für Konflikte, Kriege und alle möglichen Sauereien gesorgt hat, wie Kissinger oder Ahtisaari. Aber eh wurscht, unappetitlich wird das ganze im Prinzip ja schon dadurch, das diese Preise alle mit Nobels Blutgeld finanziert sind. Das sollte man ja nie vergessen.

Chris Quast
11.10.2009 13:28

beim bösen Ahtisaari bin ich aber überfragt, was hat den der alte finne angestellt ?

uns zu streng beurteilt zu zeiten der sanktionen oder was ?

Warentester
11.10.2009 21:56

Um uns geht's da nicht. Aber seine Arbeit im Kosovo ist schon dazu angehalten, uns diesen Konflikt, plus eine Mafiahochburg auf Jahrzehnte weiter zu erhalten. Und eine Leistung in Aceh kann ich auch nicht groß erkennen. Dafür hätte man eher dem Tsunami den Friedensnobelpreis verleihen können, denn erst diese Katastrophe trug maßgeblich zur Einigung der Konfliktparteien bei.

Löschkandidat
11.10.2009 13:26
Ja genau denken wir an die vielen Steinmanderln,

diese scheuen Wesen, die in den Steinbrüchen der Welt durch Donarit umgekommen sind.

Emiliano Zapata
 
10.10.2009 00:47
danke für den heutigen titel - der ist gut.

ich hab mir grad sein statement angeschaut und bin wieder einmal begeistert von den rethorischen fähigkeiten des präsidenten.
und ich hab's endlich gefunden: obama ist vom intellekt her am ehesten mit thomas jefferson, dem grossen staatsdenker der frühen usa vergleichbar. mit einer grossen vision und hoher intelligenz. wahrscheinlich sollte man tatsächlich hier die vergleiche ziehen, nicht bei fdr oder jfk...

Chien de Pique
10.10.2009 17:17

Ja, WOW spricht wirklich für gigantische rhetorische und intellektuelle Fähigkeiten. Am folgenden ausführlicheren Statement, von dem er vielleicht ja wirklich den einen oder anderen Satz selber formuliert haben mag, finde ich nichts Bemerkenswertes.

Gsi Berger
10.10.2009 13:40
Ich fend dieses Statement sehr bewegend, vor allem den Anfang

Aber ich sehe nicht nur rhetorische Technik, für mich wirkt dieses Statement sehr aufrichtig.
Da spricht ein Mensch, der eher bekümmert wirkt als heimlich stolz - ich denke, es würde nicht reichen, nur rhetorisch brilliant irgendwas zu präsentieren, was gut ankommen soll.

Emiliano Zapata
 
10.10.2009 00:34
natürlich ist es eine watsche für gwb

aber es ist auch ein - nicht ungefährlicher - balanceakt. obama bekommt anerkennung für seine worte und damit möglicherweise unterstützung für seine aussenpolitischen, diplomatischen aktivitäten. ist er erfolgreich, dann ist nicht nur der preis gerechtfertigt, sondern es steigt auch seine bedeutung.
scheitert obama aber und befiehlt zb einen angriff auf den iran, dann ist nicht nur der präsident angepatzt, sondern auch die strahlkraft des nobelpreises dauerhaft dahin... wobei es natürlich schon vorher sehr fragwürdige preisträger (kissinger) gegeben hat.
@ polit. rechte: habe mir heute nachmittag kurz die postings auf foxnews.com gegeben: zwischen lustig und beängstigend was dort geschrieben wird.

Magic Wand
 
10.10.2009 00:14
a propos Tom Lehrer:


mein Lieblingsstück: Der Wernher von Braun - Song

http://www.youtube.com/watch?v=k... feature=iv

heinz feichtinger
09.10.2009 23:34
Ein 9 Monat lang agierender President soll nun aus Neid abgeschlachtet werden - für eine Abtreibung ist es eh schon zu spät.

Also - falls es noch den Begriff oder wenigstens die Ahnung von Hoffnung gibt ( the glimpse of hope ), dann hat das Komitee des Freidensnobelpreises ein eindeutiges Zeichen gesetzt. Denn es ist allein die Hoffnung, die in Obama gesetzt wird von den meisten Erdenbürgern der Welt und nicht das Resultat seiner Bemühungen. Auch die Mehrheit der US-Bürger haben diesmal ohne erkennbare Wahlmanipulation - wie bei den vorangegangenen Wahlen für den Bush, eben aus Hoffnung gesetzt.
Darf man aber auf Hoffnung setzen ? Die Wallstreet behält sich da bedeckt.
Aber darf man, wie beim "Standard" in den Postings herauszulesen ist, auf Dämonisierung eines Nobelpreisträgers setzen ? Grundeigenschaft dieser Österreicher ist Neid und Pessimismus.

Slomon
09.10.2009 21:44

Wollte mich kurz zu ihren text aussern. Erstens ist es sicherlich nicht ganz richtig das man International Diplomacy and strengthening coorperation between peoples nur mit einem Wort Voelkerverstaendigung uebersetzt. Ich weiss nicht ob sie der englischen sprache nicht ganz maechtig sind aber International Diplomacy impliziert viel mehr als das was sie in einem Wort erlaeutern. Es geht hier nicht nur um Voelkerverstaendigung sondern um Beziehungen wie das Wort Relations besagt. International muesste ja klar sein. Wenn man anschaut wie Obama es geschafft hat die Beziehungen zu China, Cuba, Venezuela, Naher Osten und Iran zu verbessern sollte diesem in diesemeinem Text auch vermerkt werden. Mit freudlichen Gruessen Slomo

christopherdorian
10.10.2009 13:31
Man kann nur hoffen, dass er

"seine" Ziele verwirklichen kann, und nicht nur jene seiner Wahlkampf-Geldgeber. Und angesichts der Massen von Lobbyisten, die er bekämpft, ist jede Form von Unterstützung für Obama zu begrüßen. keep going

Jeffrey Lebowski
 
09.10.2009 20:37
muß jetzt mal sagen

dieser blog ist der einzige beim online sta*dard der es wert ist gelesen zu werden.

hockshank
10.10.2009 18:14

das ist richtig.

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