Delayed Shock

Susi Schneider, 13. September 2009 13:25
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Nahezu ein Jahr ist seit den historischen Wahlen vergangen, bei denen ein strahlender "knight in shining armor", nämlich Barack Obama, viele Amerikaner in einen Taumel von Euphorie versetzte: der erste schwarze Präsiden – change, change, change.

Nun aber scheint es rückblickend, als wären viele der Wähler nur einfach unter dem Eindruck dieser historischen Tatsachen und des außergewöhnlichen Charismas eines Obama wie benommen zur Wahlurne geschritten, um ihn zu wählen; als wäre es keine bewusste erwachsene Handlung gewesen. Und das rüde Erwachen erfolgt erst jetzt (hier wäre die Geschichte des Rip Van Winkle, http://en.wikipedia.org/wiki/Rip_Van_Winkle zu empfehlen).

Wie sonst ist zu erklären, dass im Rahmen der Gesundheitsdebatte plötzlich Sätze auftauchen wie: "I want my country back!" back from what? Wie's vorher war? Ohne schwarzen Präsidenten an der Spitze. Maureen O'Dowd, mit der ich nicht immer übereinstimme, trifft die passende Überschrift für ihre Sonntagskolumne: "Boy, oh, Boy!" ("boy" war von jeher ein negativ besetzter Ruf für Schwarze, egal welchen Alters).

Auch Dowd wollte nicht wahrhaben, dass der Tenor der Debatte schlicht und einfach rassistisch ist: "I've been loath to admit that the shrieking lunacy of the summer — the frantic efforts to paint our first black president as the Other, a foreigner, socialist, fascist, Marxist, racist, Commie, Nazi; a cad who would snuff old people; a snake who would indoctrinate kids — had much to do with race .

Lesenswert: Maureen Dowd am Sonntag: http://www.nytimes.com/2009/09/13/opinion/13dowd.html?ref=opinion

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    von Susi Schneider

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    • USA-Blog von Susi Schneider
      12.10.2009 | 19:28
      Susi Schneider

      Tom Lehrer [22]

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      Dem Leser Magic Wand habe ich einen Link zu Lehrer-Songs zu verdanken und das will ich ausnützen. Ich war mit Lehrer schon etwa 1964-65 vertraut, also lange vor meiner Einreise in die USA, als mich ein Freund in Wien auf das Plagiat der vergifteten Tauberln aufmerksam machte. (Seitdem habe ich – vergebens – irgendeine Äußerung von Georg Kreisler gesucht, die Tom Lehrer wenigstens generelle Anerkennung zollt). Als ich ständig in den USA lebte, hatte Tom Lehrer schon seine Blütezeit erreicht gehabt; trotzdem konnte ich meinen Sohn in eine Revue seiner Songs, "Tomfoolery" führen und danach am Klavier einige der Lieder nachvollziehen. Außerdem hatte ich Freunde, die Tom Lehrer in Harvard ("Fight fiercely, Harvard ) gekannt hatten.

    • 09.10.2009 | 19:22
      Susi Schneider

      … And He Walks on Water, Too [19]

      Die erste Reaktion ist, dass man sich, als mittlerweile erklärter Obama-Anhänger, schlicht und einfach freut: Die Welt, verkörpert durch das Nobelpreis-Komitee, hat Barack Obama die größtmögliche Auszeichnung, den Friedensnobelpreis, verliehen

    • 03.10.2009 | 20:55
      Susi Schneider

      Sex and David Letterman [41]

      Seit Anfang der Achtzigerjahre ist David Letterman ein Fixstern am nächtlichen Talkshow-Himmel

    • 28.09.2009 | 13:39
      Susi Schneider

      William Safire 1929 – 2009 [6]

      Nattering nabobs of negativism oder
      "Hopeless, hysterical hypochondriacs of history
      "Pusillanimous pussyfooters

      Sind nur einige von den Wortschöpfungen der konservativen Kolumnisten William Safire und Pat Buchanan, damals im Dienst von Richard Nixon

    • 02.09.2009 | 12:32
      Susi Schneider

      Reconciliation Or How Obama's Health Reform Might Still Go Through [13]


      Reconciliation: Das Wort klingt so einlenkend und friedlich wie seine ursprüngliche Bedeutung, versöhnlich eben. Man könnte also irrigerweise annehmen, dass die Verwendung dieses Wortes bedeutet, dass sich Republikaner und Demokraten von nun an innig lieben und die Gesundheitsreform ohne eine einzige Gegenstimme durchgeht.

    • 26.08.2009 | 14:30
      Susi Schneider

      R. I. P., Teddy Kennedy [2]


      Als man von Teddy Kennedys Krankheit erfuhr, habe ich in meinem Blog zum ersten Mal über meine gemischten, aber hauptsächlich positiven Gefühle für den alten Liberalen geschrieben.

    • 19.08.2009 | 20:16
      Susi Schneider

      Bravo Barney Frank [28]

      Einer meiner all-time favorites unter den Kongressabgeordneten, Barney Frank aus Massachusetts, einer der wenigen, die sich schon seit langem lautstark für eine umfassende Gesundheitsreform ausgesprochen haben, nimmt in diesem Ausschnitt von Larry King Live eine Frau ins Visier, die offenbar ein Bild von Obama in der Hand hält, in dem er wie Hitler aussehen soll

    • 12.08.2009 | 14:22
      Susi Schneider

      A Healthy Reform? [3]


      " I want my country back", sagt eine Teilnehmerin an einem Town Hall Meeting. Wieso? Wer hat es ihr weggenommen? Und hat sie's jemals gehabt? Eine andere meinte, man solle doch das Gesundheitswesen so lassen, wie es sei und versichert implizit, dass das die amerikanische Verfassung irgendwie vorsehe. Nur weiß ich nicht, unter welchem Punkt der Bill of Rights oder der Verfassung geschrieben steht, dass zum einen, alles so bleiben soll, wie es bisher war – das würde bedeuten, dass wir alle noch sehr hygienisch auf Plumpsklos gehen und zur Ader gelassen werden – oder zum anderen, dass die Verfassung vorschreibt, dass Millionen von Amerikanern keinerlei Krankenversicherung haben.

Walter KURTZ
 
18.09.2009 09:51
the last refuge of the liberal scoundrel

Wieder einmal den Nagel auf den Kopf trifft der brilliante Charles Krauthammer

http://www.youtube.com/watch?v=EB6AsQmPtuU

Mary Harris
 
16.09.2009 22:05

Leider is das die bittere Wahrheit.

elle(s)
14.09.2009 22:28
manche posten

halt das immer gleiche, wurscht, was der artikel besagt. in der hoffnung: irgendwas wird schon hängen bleiben. diese vorgangsweise kennt man sowohl von manchen parteien als auch von manchen medien. deshalb hab ich mir untersagt, die posts mancher poster überhaupt zu lesen.
los, rotstrichler, viel spaß!

Odo
14.09.2009 12:31
Jetzt wird wie schon im Präsidentschaftswahlkampf 2008 wieder die "Rassismuskeule" ausgepackt.

Klar. Präsident Obamas Kritiker sind

a) entweder Rassisten oder
b) einfach zu dämlich zu erkennen, welch großartige Politik Obama macht.

Das Obamas Zustimmungswerte in der US-Bevölkerung so stark gefallen sind, weil immer mehr Wähler merken, dass er nicht der Superpolitiker und große Schlaukopf ist, zu dem ihn die Medien hochgejubelt haben, die Möglichkeit wird nicht in Betracht gezogen. Obama hat im Wahlkampf eben Erwartungen geweckt, die er nun nicht erfüllen kann. Außerdem sehen rund 3/4 der US-Wähler Obama als liberal, knapp die Hälfte als sehr liberal an. Und für eine liberale ("linke") Politik gibts in den USA nun mal weit und breit keine Mehrheit. Es hat eben am 04.11.08 keinen "Linksruck" in den USA gegeben.

Ich B. Sisyphos
 
25.09.2009 12:11

Es gibt keine Mehrheit? Die Demokraten verfügen über eine überaus solide Mehrheit.

Die Veränderungen könnten auch ohne Probleme durchgeführt werden. "Dumm nur", dass sich Obama vorgenommen hat, beide großen Lager einzubeziehen.

Die hysterische, schwachsinnige Art der Opposition zielt damit auch nicht darauf ab, politische Veränderungen zu verhindern, sondern die Spaltung des Landes aufrecht zu erhalten.

teukros
14.09.2009 21:36
haben sie den artikel gelesen?

wenn ja, gehen sie bitte auf die argumente ein. wenn nein, sollten sie dies tun und derweilen ihre inhaltsleeren "keulen-keulen" für sich behalten.

elle(s)
14.09.2009 00:15
sag ich doch immer schon:

die meisten (reflexartigen) reaktionen auf jegliche versuche, "change" tatsächlich durchzuführen, beruhen auf rassismus. auch wenn jene, die negativposts schreiben, natürlich mittels desinformation das gegenteil behaupten.
übrigens frag ich mich, warum ein halb weißer, halb schwarzer mensch automatisch (per gesetz?) automatisch "schwarz" genannt wird? warum?

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