R. I. P., Teddy Kennedy

26. August 2009, 14:30
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Als man von Teddy Kennedys Krankheit erfuhr, habe ich in meinem Blog zum ersten Mal über meine gemischten, aber hauptsächlich positiven Gefühle für den alten Liberalen geschrieben.

Nicht nur wird einem bei solcher Gelegenheit ganz stark bewusst, wie sehr man selber altert, sondern auch daran, um wie viel toleranter man geworden ist:

Ich denke dabei auch an meine Traurigkeit, dass dieser Tage in Österreich eine Ikone meiner Kindheit, Toni Sailer, gestorben ist. Als Sailer so auf der Spitze seines Ruhms stand, ging mir das Getue um ihn eher auf die Nerven. Also gut, er ist ein paar Mal rascher als die Anderen einen Hügel heruntergefahren, solln's ihn ruhig ein bisserl feiern. Aber irgendwann muss Schluss sein mit dem Theater. Aber doch hat sich ein fast zärtliches Gefühl für den Buam aus Kitz bei mir bewahrt, den ich in Bildern des alten Mannes sofort an seinem Charme wieder erkannte.

Bei Teddy Kennedy ist es nicht ganz gleich, aber es gibt doch eine Ähnlichkeit: Nach anfänglichem beinahe Widerwillen gegen den womanizing, dauertrinkenden Playboy "he painted himself into a corner", nämlich die Ecke des linken liberalen Flügels der Demokratischen Partei. Dieser Platz muss nun lange Zeit unbesetzt bleiben, da ein Dauersitz in der Ecke und innerhalb der Partei nur über Jahrzehnte zu erringen ist. So haben die Demokraten eine lange Durststrecke sozusagen als Halbwaisen vor sich.

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