Palin Who?

30. August 2008, 10:22
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Naja, auch John McCain hat Sarah Palin nur einmal getroffen, bevor er sie auf die short list der Vizepräsidentschaftskandidaten setzte. Also ist es schon in Ordnung, dass sie eigentlich niemand außer der Einwohnerschaft von Alaska kennt. Aber sie erfüllt wohl alle Kriterien: sie ist jung (44), fesch und ultrakonservativ.

Warum lachen sich dann viele Demokraten ins Fäustchen? Weil sie glauben, McCain hat sich mit dieser Wahl ins Knie geschossen. Ja, es stimmt, dass eine Reihe von Hillary-Wählern sich eine Frau als VP gewünscht hatten, aber auch sie empfinden die Ernennung von Palin als Watschen: in der Tat wünschte man sich eine Frau, heißt es in E-mailzuschriften auf verschiedenen Blogs, aber doch nicht jemand x-beliebigen, in internationalen Belangen völlig unerfahrenen! McCain hat damit auch eine seiner stärksten Waffen abgestumpft, nämlich den Vorwurf, Obama würde am "Day One" also bei seinem Amtsantritt noch nicht bereit für das Höchste Amt im Staat sein.

Außerdem könnte McCain einen weiteren Vorwurf einheimsen: jenen, dass es ihm an "judgement" mangle.

Wie sagt schon der erzkonservative ehemalige Präsidentschaftskandidat Pat Buchanan (für den Sarah Palin angeblich 1996 als "Brigade-Mitglied" arbeitete): "Ich glaube, das ist ungefähr das größte politische Hasardspiel in der Geschichte Amerikas". Wobei Buchanan nicht bedenkt, dass Sarah Palin wenigstens als Commander-in-Chief "ready on Day One" wäre, sogar readier als McCain: Immerhin steht sie als Gouverneurin von Alaska der National Guard dieses Staates vor.

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