Swiftboating Obama

14. August 2008, 12:22
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Vor ziemlich genau vier Jahren erschien ein Buch ("Unfit for Command), in dem durch Aussagen von Kriegkameraden des Helden John Kerry während des Vietnamkrieges bewiesen werden sollte, dass Kerry kein Held, sondern eher ein Feigling gewesen sei. Diese ehemaligen Soldaten waren größtenteils Insassen eines von Kerry kommandierten Swiftboats gewesen.

Es klappte. Kerry legte damals noch ein Scheiterl drauf und ließ sich beim Windsurfen fotografieren, was ihm relativ viel Spott einbrachte; und dann verlor er eine Wahl, die er eigentlich gewinnen hätte sollen.

Nun sind die gleichen Herren wieder am Werk: Sie wenden ihre Methode, die mittlerweile in den politischen Sprachgebrauch als "swiftboating" eingegangen ist, nun auf Barack Obama an und wiederholen, mit hunderten Fußnoten gespickt (ein Grossteil davon, nebenbei bemerkt, führt zu rechtsradikalen Websites und/oder Blogs) alle Gräueltaten, die Obama angeblich verübt hat, gehen sogar so weit, zu behaupten, dass man ja nicht wisse, ob er den von ihm zugegebenen Drogenmissbrauch schon beendet habe (man stelle sich vor: Kokain im Senat! Nicht auszudenken!).

Das Buch "The Obama Nation" bewegt sich auf Amazon.com unter den ersten drei Plätzen und findet reißenden Absatz in Buchgeschäften.

Frage: Wie sehr kann es Obama schaden, wenn alle (zum Grossteil falschen) Vorwürfe gegen seine Person -- etwa, er sei als Muslim aufgezogen worden und sei vermutlich noch immer ein Muslim -- immer wieder vorgebracht werden?


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