The "Dream Ticket" Debate

1. Februar 2008, 08:18
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Eine persönliche Note: Nach mehr als vierzig Jahren in den Vereinigten Staaten hat mich der gemeinsame Auftritt, die "Konversation" zwischen Barack Obama und Hillary Clinton sehr berührt. Allein die Tatsache, dass ein Schwarzer und eine Frau zu dieser letzten Debatte vor dem Super Tuesday sozusagen als Sieger über sechs andere (weisse) Männer antreten konnten, beweist, dass es in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte in den USA gegeben hat.

Eine interessante Fußnote: Vor einigen Wochen wurde ich auf eine in Deutschland laufende Sendung aufmerksam gemacht -- der "Internationale Frühschoppen", bei dem Auslandskorrespondenten in Deutschland miteinander diskutieren. Die Frage, ob die USA weit genug seien, sich einen Schwarzen als Präsidenten vorzustellen, wurde von allen Journalisten mit großer Skepsis behandelt -- bis auf einen: der Amerikaner Ian Johnson vom Wall Street Journal fand, die Zeit für solche Veränderungen sei durchaus reif.

Man mag den Amerikanern, die hoffnungsvoll auf das Image eines Schwarzen oder einer Frau im Weißen Haus blicken, Naivität und Leichtgläubigkeit vorwerfen, bis zu einem gewissen Grad auch mit Recht: Für mich persönlich ist ein Mangel an Abgeklärtheit jedoch eher positiv als negativ.

Und ich beantworte die Frage, ob ich Obama oder Hillary vorziehe, weiterhin mit "Ja".

Andrew Sullivan findet übrigens, Obama habe die Debatte gewonnen:
http://andrewsullivan.theatlantic.com/the_daily_dish/2008/01/obama-won.html

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