Chuck Hagel: Out

10. September 2007, 08:14
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Die Ankündigung des "Senior Senators" aus Nebraska, Chuck Hagel, er werde nächstes Jahr nicht zur Wiederwahl antreten (er hatte im übrigen seinen Wählern versprochen, sich auf nur zwei Amtszeiten als Senator zu beschränken -- und hält damit überraschenderweise sein Versprechen) ist eine weitere Hiobsbotschaft für die Republikaner. Hagel, einer der ersten und stärksten der republikanischen Kritiker des Irakkrieges, wurde während der vergangenen Monate immer wieder als unabhängiger Präsidentschaftskandidat, etwa gemeinsam mit dem New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, gehandelt (mein Blogeintrag vom 15.5.2007). Auch für eine Präsidentschaftskandidatur stünde er nicht zur Verfügung, wurde bekannt. Er ist also bereits "out" before er überhaupt "in" war.

Das bedeutet also, dass zusätzlich zu zwei anderen republikanischen Sitzen (sowohl John Warner aus Virginia als auch der Held der Männertoiletten Larry Craig aus Idaho werden nicht zur Wiederwahl antreten), 2008 ein weiterer ursprünglich republikanischer Sitz frei wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Demokraten ihre derzeit knappe Mehrheit im Senat ausbauen könnten, steigt nahezu minütlich.

Hagels Rücktritt verändert zwar das Kräfteverhältnis bezüglich des Irakkrieges nicht, da er diesbezüglich meistens mit den Demokraten gestimmt hat. "Deine Regierung zu hinterfragen, ist nicht unpatriotisch, sie NICHT zu hinterfragen, ist unpatriotisch", meinte er Ende 2005. Dennoch ist sein Rücktritt ein weiterer Hoffnungsschimmer für die Demokraten, insbesondere, da es im Senat ja nicht ausschliesslich um den Irakkrieg, sondern auch um eine Reihe von Sozialgesetzen gehen wird, bei denen sich Hagel weniger liberal verhielt.

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