Harry Reid: Public Enemy Number One?

22. Juli 2007, 14:54
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Ein Editorial in der Washington Post, eine Analyse in der Los Angeles Times und ein Kolumnist der New York Times haben Kommentatoren und Bloggers der linken Reichshälfte auf die Barrikaden gebracht. Es dreht sich um scharfe Kritik am demokratischen Mehrheitenführer im Senat, Harry Reid, und dessen immer wieder von Republikanern niedergestimmte Gesetzesvorschläge für ehebaldigsten Abzug aus dem Irak. Reid brachte diese ein, obwohl klar schien, dass sie zum Scheitern verurteilt waren.

Schreibt die WP: "Die Entscheidung des Mehrheitenführers Harry Reid, überparteiliche Übereinkommen zu verhindern anstatt sie zu nähren, ist natürlich unverantwortlich".

Oder David Brooks in der New York Times: "Eine Reihe von Republikanern, denen zutiefst zuwider ist, an welcher Stelle sich das Weiße Haus derzeit befindet, sind wütend auf Harry Reid. Viele von ihnen würden sich gerne vom Präsidenten lösen, aber sie empfinden, dass Harry Reid das unmöglich macht … er zwingt sie, aus politischen Gründen mit dem Präsidenten zu stimmen".

(Einen Schritt zurück zum Editorial der WP, wo auch von "Mr. Reids zynischem politischen Aktionismus und absichtlicher Blindheit" die Rede ist)

Es ist also klar: Die Republikaner werden von Harry Reid gezwungen, sich aus politischen Gründen auf die Seite des Präsidenten zu stellen. Sie müssten einem als Opfer des ruchlosen Demokraten mit seinen politischen Schachzügen also direkt leid tun. Und der Mann, der den Abzug der Truppen aus dem Irak verhindert, heißt offenbar nicht George W. Bush, sondern Harry Reid.

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