Ron Paul überholt John McCain

7. Juli 2007, 08:32
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Er ist 72 Jahre, hat bisher zehn Amtszeiten als republikanischer Kongressabgeordneter aus Texas hinter sich, das bedeutet nach Adam Riese, dass er bereits etwa zwanzig Jahre im Kongress ist (ein "term" dauert zwei Jahre) und war bis vor einigen Monaten vollkommen unbekannt. Der Gynäkologe, der noch als Kongressabgeordneter montags und samstags texanischen Babies half, das Licht der Welt zu erblicken, wurde jedoch seit der Debatte der zehn republikanischen Präsidentschaftskandidaten am 15. Mai zum Liebling aller Liberalen, Gemässigten und einer Reihe von prominenten Konservativen: Hat er es doch an jenem Abend gewagt, sich öffentlich gegen den Irakkrieg auszusprechen, und den Zorn von Mitstreiter Rudy Giuliani zu erregen, als er behauptete, die antiamerikanische Stimmung im Mittleren Osten sei kein Wunder, wenn man bedenke, "dass wir dort sind" (Giuliani, der keine Gelegenheit auslässt, den Begriff "9/11" ins Gespräch zu bringen, erwiderte erbost, er habe noch nie sowas Unglaubliches gehört, nun seien wohl die Amerikaner selbst für die Attacke des 9/11 verantwortlich) und geistert seitdem in eher links gerichteten Talkshows wie Real Time with Bill Maher, der Daily Show mit Jon Stewart und im "Colbert Report" herum.

Nun hat es der Aussenseiter im republikanischen Feld sogar geschafft, einen ehemaligen Spitzenreiter der Republikaner, Senator John McCain, im Geldeinsammeln einzuholen: er brachte es auf stolze 2,4 Millionen, McCains Wahlkampfkasse ist auf nur 2 Millionen geschrumpft. Allerdings: In den Umfragewerten steht er noch immer bei nur drei Prozent. Aber, so Masterblogger Andrew Sullivan, ein Konservativer, der sich schon seit längerer Zeit von den regierenden Republikanern abgewandt hat: "Ist es nicht erstaunlich, was Integrität, Überzeugung und ein bisschen Mut bewirken können?" Und: "Man kann hoffen. Ann Coulter ist nicht die einzige Stimme für das konservative Amerika".

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