Photovoltaik

Strom von Wänden und Fassaden

22. Oktober 2009, 15:30
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    foto: apa/pfarrhofer

    Auf insgesamt 50 km² Fassaden- und 140 km² Dachfläche schätzen Experten das Potenzial der gebäudeintegrierten Photovoltaik in Österreich.

Klima- und Energiefonds sieht gebäudeintegrierte Photovoltaik als "Zukunftschance", Fertighausanbieter als neue Partner

Weltweit befindet sich die Photovoltaik befindet sich mit Zuwachsraten von teilweise bis zu 100 Prozent klar in einer Aufbruchstimmung. Bis zum Jahr 2050 werde im Übrigen die gesamte Photovoltaik als "gebäudeintegrierte" Photovoltaik (GIPV) stattfinden, erklärte Hubert Fechner. Der Professor am Technikum Wien ist einer der Autoren einer Studie, die vom Klima- und Energiefonds (Klien) in Auftrag gegeben wurde und in der das technische Potenzial von gebäudeintegrierter Photovoltaik in Österreich auf rund 140 Quadratkilometer Dachfläche und rund 50 Quadratkilometer Fassadenfläche errechnet wurde (Link zur Studie siehe unten).

Gebäudeintegrierte Photovoltaik bedeutet die Substitution von Fassaden- und Dachelementen bzw. eine Erweiterung der Gebäudefunktionalität. Die PV-Elemente übernehmen also neben der Stromproduktion noch andere Funktionen im Gebäude, etwa Wetter- und Schallschutz, Dämmung oder Abschattung.

Großes Potenzial

Der jährliche Gesamtenergieverbrauch Österreichs liegt aktuell bei etwa 70 Terawattstunden (TWh; das sind 70 Milliarden Kilowattstunden, Anm.). Nicht einmal ein halbes Promille davon wird derzeit aus Photovoltaik gewonnen. Laut der 2007 festgelegten "Technologie-Roadmap für Photovoltaik" (pdf) sollte im Jahr 2050 schon ein Fünftel des Gesamtenergieverbrauchs (von dann geschätzten rund 100 TWh) mit Photovoltaik gewonnen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten theoretisch rund 60 Prozent des oben erwähnten Potenzials genutzt werden.

Da aber auch Freiflächen zur Anwendung kämen, und unter Berücksichtigung einer bis dahin eintretenden Wirkungsgradsteigerung, reduziert sich der potenzielle Flächenbedarf auf Gebäuden auf rund zehn Prozent. Nicht berücksichtigt in dieser Rechnung wurden im Übrigen weitere Anwendungsmöglichkeiten wie Lärmschutzwände.

Arbeitsplätze, Wertschöpfung

Der Studie zufolge könnten schon mit einem nur fünfprozentigen Anteil von PV-Strom am Gesamtstromverbrauch in Österreich 15.000 neue Arbeitsplätze bis 2020 geschaffen werden. Die gesamte Wertschöpfung würde sich auf drei Milliarden Euro belaufen, davon würden 2,5 Mrd. im Inland verbleiben. Heimische Unternehmen wie Isovolta oder Fronius, die sich darauf spezialisiert haben, produzieren derzeit nämlich fast ausschließlich für den Export, so Studienautor Fechner.

Um das gesamte Potenzial zu nutzen, müsse sich aber der Wirkungsgrad der PV-Technologie deutlich verbessern. Die Effizienzverluste durch nicht optimale Neigung und Ausrichtung der Module, Verschattung oder zu hohe Temperaturen ist fallweise beträchtlich. Insbesondere bei einer in die Fassade integrierten Anlage ist deshalb der Verschattungsfreiheit höchste Bedeutung beizumessen.

Die physikalisch theoretisch möglichen Wirkungsgrade werden von Experten mit 70 Prozent beziffert, im Labor erreiche man derzeit 43 Prozent, erklärte Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. Am Markt erhältliche Solarzellen kämen meist aber nicht über 20 Prozent hinaus, gemeinsam mit anderen Verlusten (Leitungsverluste, Umrichterverluste) betrage der typische Wirkungsgrad nur etwa zehn bis zwölf Prozent.

Fertighäuser als Zugpferde

Um den Ausbau der Photovoltaik in Österreich voranzutreiben, kündigte Höbarth am Mittwoch auch einen neuen Förderschwerpunkt für Fertighäuser an. Ein erstes Musterhaus in der "Blauen Lagune" bei Wr. Neudorf werde in wenigen Tagen eröffnet. "Die hohen Stückzahlen von Fertighäusern bergen ein bedeutendes Kostensenkungspotenzial. Durch eine Synergie könnte das zentrale Problem der GIPV, nämlich die hohen, individuellen Aufwendungen, gelöst werden, denn Fertighäuser zeichnen sich durch Standardisierung, Modularisierung, bessere Einkaufsbedingungen, Gesamtplanung und Fertigung unter günstigeren industriellen Bedingungen aus", erklärte Höbarth.

Schon bei der Planung könnte so eine optimale Integration der Photovoltaik berücksichtigt werden. Und: "Fertighausanbieter können mit der Photovoltaik ein Gesamtkonzept vermarkten und dem Kunden schlüsselfertig ein Haus als 'Kraftwerk' anbieten." Laut Studie können die Photovoltaik-Paneele andere Baumaterialien ersetzen, was das Fertighaus um bis zu 16 Prozent billiger machen könnte.

NÖ fördert weiter

Das Land Niederösterreich gab am Mittwoch bekannt, die Förderung für Photovoltaikanlagen bis 31. Dezember 2010 zu verlängern und zu verbessern. Anlagen von einer Größe von bis zu fünf Kilowatt (bisher maximal vier) werden mit bis zu 50 Prozent der Investitionskosten, höchstens aber 12.000 Euro unterstützt. Bis Jahresende rechnet man noch mit bis zu 1.000 Anträgen.

Die Sonderaktion für die Errichtung von Photovoltaik für Eigenheime sei seit Anfang 2007 fixer Bestandteil im NÖ Wohnbaumodell. Durch diese Maßnahmen habe Niederösterreich bisher fast 13 Prozent an umweltschädlichem Kohlendioxid im Wohnbaubereich eingespart, meinte Landesrat Wolfgang Sobotka (ÖVP). (map, derStandard.at, 22.10.2009)

Link

Die Studie (2 Teile) kann hier downgeloaded werden.

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Posting 1 bis 25 von 43
1 2
Der Wählerwille
 
00
27.10.2009, 12:36
bald kommen drauf

Ich fahr in die Tropen - juhu!!!
00
25.10.2009, 14:17
Heizen mit der Sonne

Ich hab ein bisschen im Internet gesucht und komme auch ca 1m^2 Solarfläche um ca 10m^2 Wohnfläche zu beheizen. Genauer Zahlen hab ich nicht gefunden...

Das Problem ist da aber, dass man einen Saisonspeicher braucht. Also einen riesigen Wassertank der gut isoliert ist.

Mit einem 200m^3 Tank könnte man ca 1000 Liter Öl pro Jahr ersetzen. Um die 200m^3 aufzuheizen braucht man ca. 15m2 Solarkollektoren.

Wo ist mein Rechenfehler?
Ist sowas nicht schon lange rentabel umsetzbar?

Wie könnte man so einen 200m^3 Tank billig herstellen? Was kostet so ein Tank?

WBR
00
26.10.2009, 14:47
Interessante Sache

Ich denke nicht, dass der Tank selbst so sehr ins Geld geht. Aber er muss ins Haus eingebaut werden, dazu kommen die Leitungen und Heizsysteme, die auch noch mit niedrigen Wassertemperaturen arbeiten können, z.B. Fußbodenheizung. Außerdem die Kollektoren, Pumpen, Steuerungseinrichtung,...
Hätte ich das nötige Geld, würde mich ein Solar-Aktivhaus sicher mehr interessieren als ein Passivhaus. Aber ich gehe davon aus, dass letzteres die billigere Variante sein dürfte.
Mal davon abgesehen, dass es hier eigentlich um Photovoltaik geht.

Schnapphahn
00
27.10.2009, 14:30
Den Tank kann man auch

im Garten neben dem Haus eingraben. Wenn ein solcher vorhanden ist.
Dort könnte ich mir soger einen mit Beton gegossenen und gedämmten Tank vorstellen.

WBR
00
27.10.2009, 18:02
Wäre sicher billiger

Ich vermute allerdings, dass der Bau des Hauses um den Tank herum nicht nur zum Spass ist. Auf diese Weise werden Wärmeverluste des Tanks erst mal im Haus abgefangen.
Ein Kompromiss wäre vermutlich ein "Kellertank": Dabei würden wenigstens die Verluste nach oben noch vom Haus genutzt.

Ich fahr in die Tropen - juhu!!!
00
28.10.2009, 22:00

Das macht wenig Sinn weil der Tank am Ende des Sommers sehr heiss ist. Da müsste man das Haus kühlen...

Die Isolierung muss passen, das ist alles. Ein grosses Problem ist die Isolierung aber nicht.

Polystyrol ist billig und dämmt gut.

schakl09
00
26.10.2009, 11:51

200m³ sind 200.000 Liter Wasser. Den Behälter bringst schwer im Keller unter ;-)

Wenns't ein neues Einfamilienhaus neu bauen willst planst in der Mitte einen zylinderischen "Wasserturm" mit 4m Durchmesser. Da gehen dann 200.000 Liter rein (am besten Regenwasser).
A bisserl dickwandig muss der Stahl schon sein, der bei dem Durchmesser den Druck von 1.5bar aushält. Billig wird der Behälter sicher nicht, und wenn er leckt wirds ganz blöd ;-)

Ich fahr in die Tropen - juhu!!!
00
27.10.2009, 15:47

6x6x6m wären 200m^2.
10x10x10 wären 1000m^2.

Der Tank müsste nicht so hoch sein, weil man ja mehrere kleinere Tanks in Serie schalten könnte.

Beton dürfte billiger als Stahl sein.

Karlheinz Ganster
00
24.10.2009, 15:45
wirkungsgrad der PV

ist es nicht so, dass PV mit einem hohen Wirkungsgrad (im vergleich zu "minderwertigem" PV) umweltschädlich sind, da diese in der produktion weit mehr emmissionen produzieren und ressourcen verbrauchen?!

A ndreas Bogeschdorfer
14
24.10.2009, 19:03
Nein!

Die energetische Amortisationszeit liegt bei 2-3 Jahren. Die Lebensdauer bei 25-40 Jahren, wobei inzwischen auch Recyclingeverfahren entwickelt wurden, die zusätzlich Ressourcen sparen.

Die Grundressource ist Silicium, eines der am häufigsten vorkommenden Elemente. Emissionen sind an die Frage gebunden, woher die Produktion selbst ihre Energie bezieht. Ist diese erneuerbar, sinken auch die Emissionen.

-zusammengetragenes-
13
26.10.2009, 10:49
wie kann man

diesen beitrag mit "unnötig" bewerten?!?.

manchmal frag ich mich...

gigngogn
 
32
26.10.2009, 21:37
Indem man die Aussagen hinterfragt und draufkommt das das Propagandablabla ist

>Die Lebensdauer bei 25-40 Jahren
Die Garantiezeit der Hersteller beträgt zwischen 20 und 25 Jahren, nach dieser Zeit hat das Modul noch ~80% der Nennleistung, jedes Jahr verliert diese Anlage so 1-2% Leistung, wieviel nach 40 Jahren noch übrig ist können sie selbst ausrechnen.
Wenn man also behauptet das die Lebensdauer 40 Jahre beträgt hat im Prinzip recht, nur, wieviel Strom produziert das Teil dann noch?
Ebenso beim Recycling, was da durch Recycling ersetzt wird ist SiO2, also schlicht und ergreifend Sand

nix fir unguad
21
23.10.2009, 17:27
Keine schlechte Idee, solange diese im südlichen...

...Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal verwirklicht wird. Bei uns einfach finanzieller Unsinn. Es ist eben ein Unterschied ob man von einer installierten Leistung von 1kWhpeak 1400kWh produzieren kann oder nur 980 so wie bei uns.
Bei komerziellen Installationen verliert die Volkswirtschaft zweimal. Einmal weil die Förderungen absurd sind, und zum zweitenmal weil die Installation steuerlich geltend gemacht werden kann. Der Staat verliert an dringend nötigen Steuereinnahmen. Die muss dann wiederum die Mittelklasse ausgleichen.
PV in den südlichen Reionen ja, aber in Mittel- & Nordeuropa ein planker Wahnsinn.

Bernhard Kubicek
04
24.10.2009, 08:51
alles

nur eine Frage des Preises der Module..

nix fir unguad
00
25.10.2009, 22:50
Der Wechselrichter kostet auch eine schöne Stange Geld

Und die werden kaum billiger werden.

Uniquin
 
00
22.10.2009, 19:28

Die Idee ist nett, ich glaube nur die Details sind noch unbedacht. Wenn man bedenkt wie oft die Fenster geputzt werden müssen stellt sich die Frage wie oft man Fasaden reinigen muss, sodass vom Wirkungsgrad noch etwas übrig bleibt. Welche sündteuren Fasadenteile durch "billige" Paneele ersetzt werden können sodass in Summe eine Einsparung herauskommt ist mir schleierhaft -vielleicht gilts ja auch nur für Kupferdächer..

Thomas Uttenthaler
04
23.10.2009, 13:27
Fensterputzer

Bei Fassaden-Modulen, also iA 90° Anstellwinkel, ist die Verschmutzung das geringste Problem und kann durch Nanobeschichtung. Eher problematisch sind die nicht optimale Ausrichtung und schwer zu vermeidende Verschattungen.

Auch wenn bei Dünnfilmmodulen und Modulwechselrichtern in den nächsten Jahren noch Forschritte gemacht werden, so halte ich Fassaden-Anlagen für unwirtschaftlich. Der gleiche Umwelteffekt kann mit weniger investiertem Geld und Energie mit einer guten Dachanlage erzielt werden. Wer kein geeignetes Dach hat sollte das Geld lieber in eine Beteiligungsanlage investieren, als krampfhaft zu versuchen, die Fassaden mit teuren Modulen vollzupicken.

Aus Spaß wurde Ernst, aus Ernst wurde mehr
00
26.10.2009, 19:39

korrekt, außer die häuser drehen sich mit der sonne mit :-)

C18H27NO3
01
23.10.2009, 20:07

wechselrichter liegen beim wirkungsgrad zwischen 95% und 99%. Allzuviel wird sich da nimmer tun...

Thomas Uttenthaler
00
24.10.2009, 14:55
Modulwechselrichter: µ < 90 %

Ich sprach von Modulwechselrichtern im Speziellen, und da liegt der Wirkungsgrad noch unter 90 Prozent.

fluffer
00
23.10.2009, 14:00

noch, ist es unwirtschaftlich.

hab vor kurzem eine doku gesehen: es werden bereits folien produziert (noch nicht marktreif wg geringem wirkungsgrad); tw wird mit organischem material zur herstellung geforscht ...

es tut sich was :)

A ndreas Bogeschdorfer
27
23.10.2009, 14:39
Unwirtschaftlich?

Im Unterschied zur fossilen oder atomaren Stromerzeugung ermöglicht die PV eine energetische Amortisation und ist damit hoch wirtschaftlich.

Die Preise sind, aufgrund noch unausgereifter Märkte noch hoch, aber sie sind nicht der einzige Faktor der die Wirtschaftlichkeit bestimmt.

Volkswirtschaftlich betrachtet müssen auch Subventionen, Steuervergleiche, externe Kosten, Arbeitsplatzeffekte und damit Steuereinnahmen/Sozialausgaben einkalkuliert werden.

So betrachtet ist PV schon heute wirtschaftlicher als jede fossile oder atomare Alternative.

gigngogn
 
11
26.10.2009, 21:53

>energetische Amortisation und ist damit hoch
>wirtschaftlich
Was hat energetische Amortisation mit Wirtschaftlichkeit zu tun? Gar nix!
>Die Preise sind, aufgrund noch unausgereifter
>Märkte noch hoch
Kommerzielle PV gibt es seit nunmehr 25 Jahren, seit 6 Jahren kassiert PV z.B. in D Mrd € pro Jahr an Betriebssubvention von wegen 'nicht ausgereift' PV ist schlicht und ergreifend nicht rentabel und das seit Jahrzehnten.
Was die Volkswirtschaft angeht, so fehlen die freizügig an PV ausgeschütteten Mrd € natürlich woanders, jeder Arbeitsplatz in der Solarwirtschaft kostet mehr als 150.000€/Jahr und Kopf Subvention, doppelt soviel wie die hochsubventionierte Kohle und die Produktion, ja die wird gerade nach China ausgelagert.

Thomas Uttenthaler
23
23.10.2009, 15:14
Unausgereifte Märkte?

Stimme mit Ihrer Einschätzung der Wirtschaftlichkeit voll überein.

Als unausgereift würde ich die Märkte jedoch nicht bezeichnen. War gestern auf der Photovoltaik-Messe in Athen, wo gerade ein Milliardenmarkt entsteht. Deutschland hat als Weltmarkt-Führer bereits hunderttausende Anlagen im Betrieb, Italien boomt, Frankreich boomt.

Österreich indes schaut mit einer verfehlten Förderpolitik nur zu wie uns die anderen davonfahren und kauft 'billigen' Atomstrom, während die italienische Mafia Atommüll-Schiffe im Mittelmeer versenkt ...

gigngogn
 
00
26.10.2009, 21:59
Hallo Tom

>Stimme mit Ihrer Einschätzung der
> Wirtschaftlichkeit voll überein
Inwieweit ist eine Lösung, die Strom zu einem Mehrfachen der Herstellungskosten (inkl externer Kosten) der anderen Stromerzeugungsmethoden produziert wirtschaftlich?

Bei der verfehlten Förderpolitik stimme ich allerdings zu, Förderungen für PV sind rausgeworfenes Geld und ja wir kaufen billigen Atomstrom, der ist wirklich billig.

>während die italienische Mafia Atommüll-Schiffe
> im Mittelmeer versenkt
Dieser Müll stammte aus dem Libanon und bestand aus medizinischen Abfällen, also bitte nicht einen Zusammenhang herstellen, den es nicht gibt, machst du sonst auch nicht.

Grüße an den Mitbewohner :)

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