Kampf für Brust-OP gewonnen

22. Oktober 2009, 15:01
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Britische Transfrau erstreitet vor Gericht Kostenübernahme durch Krankenkasse

Hannover - Eine britische Transfrau hat vor dem Sozialgericht Hannover die Kostenübernahme einer Brustoperation durch die Krankenkasse erstritten. 

Kein kosmetischer Eingriff

Die Brüste der Transsexuellen, die nach einer Hormonbehandlung gewachsen waren, seien unnatürlich geformt, sagte der Sprecher der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK), Jörg Bodanowitz, am Donnerstag. Deshalb werden die Kosten für die Operation erstattet. Die Kasse der 51-Jährigen, die vor dem Outing als Transsexuelle Berufssoldat war, hatte zunächst einen kosmetischen Eingriff vermutet und den Antrag abgelehnt. Daraufhin hatte der Ex-Soldat vor dem Sozialgericht Hannover geklagt.

Die Britin war jahrelang mit einer Deutschen verheiratet gewesen. Als sie die Transsexualität 2003 nicht mehr verheimlichte, zerbrach die Ehe. Nach britischem Recht hat die Transfrau inzwischen einen Frauennamen angenommen und die Ausweispapiere ändern lassen. In Deutschland sei dies aber erst nach der Geschlechtsumwandlung möglich, sagte Bodanowitz.

Dies führte bei der Kasse zunächst zu juristischen Verwirrungen. "Wir hatten keine Kenntnis von einer Geschlechtsumwandlung." Nach einer Begutachtung beim Medizinischen Dienst gibt es grünes Licht für die Brust-OP.

Geschlechtsanpassung nächster Schritt

Nun strebt die 51-Jährige eine operative Geschlechtsanpassung an. Da auch die ExpertInnen davon überzeugt seien, dass es sich bei der Klägerin um einen transsexuellen Menschen handle, werde wohl auch die Geschlechtsanpassung bezahlt. (APA/dpa)

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