Artilleriegefecht um Flughafen von Mogadischu

22. Oktober 2009, 17:35
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Islamisten beschossen Präsidentenflieger - Mindestens dreißig Tote

Mogadischu - In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind bei Artillerie-Gefechten nach jüngsten Meldungen mindestens 30 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Einwohnern griffen Rebellen am Donnerstag den schwer bewachten internationalen Flughafen mit Granaten an, als Präsident Scheich Sharif Ahmed zu einem Besuch in Uganda abflog. Der Präsident, ein gemäßigter Islamist, war am Donnerstag auf dem Weg zu einer Konferenz der Afrikanischen Union (AU) über Flüchtlinge in Afrika. Truppen der Regierung und der Afrikanischen Union (AU) hätten das Feuer erwidert. Ahmed sei unverletzt geblieben.

Bei den Gefechten schlug eine Granate in der Nähe des größten Marktes in Mogadischu ein und tötete nach Angaben eines Händlers mindestens sechs Menschen.  Der unabhängige Rundfunksender Radio Garowe berichtete, mindestens 75 Menschen seien bei Kämpfen verletzt worden, die meisten von ihnen Zivilisten.

Auch die meisten der Toten waren Zivilisten, die ins Kreuzfeuer von Aufständischen und Regierungstruppen gerieten. Nach Augenzeugenberichten trafen allein 80 Granaten den belebten Bachara-Markt in der Nähe des Flughafens. Es waren die schwersten Kämpfe in Mogadischu seit Wochen.

Radikalislamische Gruppen wie die Al Kaida nahe stehende Al Shabab-Miliz und Hizbul Islam kämpfen in Somalia um die Macht. Die von UN und AU unterstützte Übergangsregierung kann sich nur mit Hilfe von AU-Friedenstruppen an der Macht halten und hat nur einen geringen Teil des Landes unter Kontrolle.

Seit Anfang Mai toben in Somalia die schwersten Kämpfe seit Jahrzehnten. Die Rebellen-Bewegung Al-Shabaab will die Regierung stürzen und in dem Land am Horn von Afrika einen islamischen Staat errichten. Zuletzt wurden im September bei einem Selbstmordanschlag auf das Hauptquartier der Friedenstruppe 17 Soldaten getötet.

Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung. Von den knapp acht Millionen Einwohnern sind 1,5 Millionen Menschen Flüchtlinge. (APA)

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