Alkotest negativ, Patient betrunken

22. Oktober 2009, 14:13
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Es gibt wieder einmal eine Anekdote über einen Polizeieinsatz zu erzählen

Es gibt wieder einmal eine Anekdote über einen Polizeieinsatz zu erzählen.

Ein von mir betreuter Mann, ein Vater dreier Kinder, ist letztens mit seinem alten Auto Richtung Wien gefahren. Da gibt es nördlich von Wien eine Polizeieinheit, die ja schon berüchtigt ist. Jedenfalls, diese Polizisten haben ihn aufgehalten und das Auto besonders genau inspiziert, aber nichts gefunden. Dann haben sie behauptet, dass der Mann besoffen sei, was er aber abgestritten hat.

Neues Gerät

Der Röhrltest hat trotz mehrmaliger Wiederholung nichts angezeigt, da haben die Beamten gemeint, da müsste wohl das Gerät kaputt sein. So haben sie über Funk einen weiteren Kollegen herbeigeholt mit einem anderen Gerät. Wieder kein Ergebnis, das den Beamten gepasst hätte.

Der Mann musste dann so einen Zettel unterschreiben, angeblich eine Bestätigung, von der er aber keine Kopie bekommen hat. Dann durfte er samt Kindern weiterfahren. Einige Tage später bekommt er eine Strafverfügung von 450 Euro zugestellt, weil er betrunken gefahren sei, außerdem sei sein Führerschein ungültig. Bei der Kontrolle war vom ungültigen Führerschein überhaupt keine Rede.

Seltsam ...

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass der Mann betrunken gefahren ist, aber gut, ich war ja nicht dabei. Eines frag ich mich aber schon: Wenn die Beamten trotz negativer Alkotests so sicher waren, dass er betrunken war, warum lassen sie ihn dann weiterfahren - mitsamt den Kindern?

Der Mann ist dann mit der Verfügung zur Polizei, um das zu klären. Wieder hat er gesagt, dass er nicht betrunken gefahren ist, da haben sie ihm schnell den Zettel gezeigt und ihn gefragt, ob das da nicht seine Unterschrift sei. Ja, hat er gesagt und wollte dann den Zettel sehen. Das würde ihn gar nichts angehen, hat man ihm gesagt, aber wenn er betrunken Auto fährt, sei klar, dass er bestraft wird!

Was sind das bitte für Beamte? Was haben die davon, den Mann dermaßen zu schikanieren? Wie auch immer: Sie wissen, dass ihnen keine Konsequenzen drohen werden, weil sich in den meisten Fällen eh niemand beschwert. Abgesehen davon, konnten sich meine Rechtsberaterinnen um diesen Fall sowieso nicht kümmern, weil sie momentan alle Hände voll zu tun haben - aber das ist eine andere Geschichte:

http://derstandard.at/1254310715019/Die-Tricks-der-Fremdenpolizei

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