FIAC als Krisengewinner

22. Oktober 2009, 14:11
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Vier österreichische Galerien beteiligt

Paris - Die Pariser Kunstmesse, die bis vor knapp zwei Jahren noch im Schatten der Londoner Frieze oder der Kölner Art Cologne stand, scheint als Gewinner aus der Krise hervorzugehen. "Die FIAC galt für viele als zu konventionell, bürgerlich, nicht jung genug. Ihre Beständigkeit, Solidität und sichere Werte sind heute zu Pluspunkten geworden", sagte Jennifer Flay, die künstlerische Leiterin der Messe. Der Andrang sei dieses Jahr sehr stark gewesen, sie mussten viele Galerien ablehnen.

Das steigende Interesse deutscher Galeristen an der FIAC sei unter anderem auf das vor einem Jahr auf der Messe lancierte Galerien-Austauschprogramm "Berlin-Paris" zurückzuführen, sagte Flay. Es habe zu einer besseren Kommunikation und einem tieferen Kunstverständnis des jeweiligen Nachbarlandes geführt, erklärte die ehemalige Galeristin, die zusammen mit Martin Bethenod seit sechs Jahren die Messe leitet.

Insgesamt nehmen an dem viertägigen Kunstevent, das am Donnerstag eröffnet wurde, 196 Galerien aus 21 Ländern teil. Mehr als 60 Prozent stammen aus dem Ausland, wobei Deutschland mit 21 Galerien erstmals vor den Amerikanern mit 17 Galerien liegt, gefolgt von Italien mit 16 Teilnehmern. Aus Österreich nehmen heuer vier Galerien Teil: das Wiener Trio Grita Insam, Krinzinger und Nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, sowie Thaddeus Ropac (Salzburg/Paris).

Die Kauflust vor der Eröffnung war spürbar. In den Gängen und Kojen drängelten sich Kunstsammler, Kunsthändler und Museumsdirektoren. Die FIAC (Foire internationale d'art contemporain) findet vorwiegend im Grand Palais und im Cour Carrée des Louvre statt. Erstmals haben sich auf der FIAC acht große internationale Galerien - darunter Acquavella aus New York, Thomas Amman aus Zürich und Malingue aus Paris - vereint, um gemeinsam auf 300 Quadratmeter im Grand Palais Meisterwerke des 20. Jahrhunderts zu zeigen. (APA)

 

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