Österreich mit Sozialausgaben über EU- und OECD-Schnitt

22. Oktober 2009, 14:23
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OECD legt Studie "Government at a Glance" vor - Österreich setzt stark auf Transferleistungen

Wien - Österreich gibt im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viel für Sozialleistungen aus. Dies geht aus dem am Donnerstag präsentierten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) "Government at a Glance" hervor. Demnach entfallen 41,7 Prozent der Gesamtausgaben auf den Posten "Sozialschutz" - gegenüber 34,2 Prozent im OECD-Vergleich und 37,7 Prozent im EU-Vergleich. Österreich ist zudem unter jenen Ländern zu finden, die besonders stark auf Transferleistungen setzen, also auf jene Zahlungen, die Personen ohne unmittelbare Gegenleistung erhalten.

Auf die Ausgaben für Soziales folgt "Gesundheit" mit 14,6 Prozent, "allgemeine öffentliche Dienstleistungen" mit 13,7 Prozent und "Bildung" mit 11,9 Prozent. Wirtschaftsangelegenheiten schlagen mit 9,4 Prozent zu Buche, Sicherheit mit drei Prozent und Erholung, Kulturelles und Religion mit zwei Prozent.

Mit 1,2 Prozent der Gesamtausgaben für Verteidigung liegt Österreich sowohl unter dem OECD-Schnitt (3,4 Prozent) als auch dem EU-Schnitt (drei Prozent). 1,2 Prozent der Ausgaben gehen an Wohnraum und Gemeinschaftseinrichtungen, 0,7 Prozent werden für Umweltagenden aufgewendet.

"Government at a Glance" ist erstmals erschienen

Die OECD hat außerdem die Ausgabenverteilung für die einzelnen Verwaltungsebenen analysiert. Demnach machen beim Bund die Sozialkosten 36,4 Prozent der Gesamtausgaben aus, bei den Ländern 18,9 Prozent und auf Gemeindeebene immerhin 20,2 Prozent.

Zudem hat die OECD eine Gegenüberstellung vorgenommen, in welchem Verhältnis bei den staatlichen Ausgaben Transferleistungen zu Sachleistungen stehen. Unter ersterem Begriff fasst die Organisation klassische Transferleistungen, aber auch etwa Pensionen und Arbeitslosengeld (also Versicherungsleistungen) sowie Entwicklungshilfe zusammen. Unter Sachleistungen versteht die OECD nichtmonetäre Maßnahmen wie Gutscheine, bezieht hier aber auch Gesundheits- und Bildungsleistungen ein. Dieser Aufstellung zufolge sind in Österreich über 40 Prozent der Gesamtausgaben Transferleistungen, womit es gemeinsam mit Deutschland, Griechenland und Italien im Spitzenfeld liegt. In Relation zum BIP beträgt der Anteil der Transferleistungen in Österreich, Italien und Deutschland über 20 Prozent.

Der OECD-Bericht "Government at a Glance" ist erstmals erschienen und soll künftig alle zwei Jahre einen Vergleich darüber, wie die Regierungen der Mitgliedsstaaten organisiert sind, über finanzielle Strukturen und Verwaltungsstrategien liefern. Ziel sei es, Reformansätze deutlich zu machen, so die OECD. (APA)

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    Österreich gibt im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viel für Sozialleistungen aus.

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