Greenpeace will CO2-Kennzeichnung für Lebensmittel

22. Oktober 2009, 13:29
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"Zurück zum Ursprung" als Vorreiter - Laut Studie wünschen sich 85 Prozent der Österreicher eine Kennzeichnung

Wien - Greenpeace will gemeinsam mit dem Lebensmittelhandel CO2-Kennzeichnungen für Produkte einführen. "Mit einer koordinieren Vorgangsweise könnte dem Konsumentenwunsch nach einer einheitlichen und transparenten Lösung entsprochen werden", sagte Geschäftsführer Alexander Egit am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Die Handelsketten würden angesichts der diskutierten CO2-Steuer ebenfalls von einer frühzeitigen CO2-Optimierung ihrer Waren profitierten.

Laut einer Eurobarometer-Studie vom April 2009 wünschen sich 85 Prozent der Österreicher eine Kennzeichnung der Treibhausgasemissionen von Produkten. "Es gibt klare Belege dafür, dass die Einführung eines unabhängigen CO2-Siegels von österreichischen Konsumenten als sehr wichtig empfunden wird", sagte Greenpeace Konsumenten-Sprecherin Claudia Sprinz. Bei der Einführung einer solchen Kennzeichnung müsse aber auf jeden Fall ein "Wildwuchs" von verschiedenen Gütesiegeln unterbunden werden.

International geht der Trend schon längst in Richtung Kennzeichnung, Handelsunternehmen wie Wal-Mart (USA), Tesco (UK), Casino (Frankreich) oder Migros (Schweiz) haben bereits entsprechende Initiativen gesetzt. In Deutschland gab es ein Pilotprojekt von Handel und Herstellern zur CO2-Kennzeichnung von Produkten, an der sich Unternehmen wie Rewe, DM, Frosta, Henkel, Tchibo oder Tengelmann beteiligt haben.

In Österreich hat Greenpeace zufolge die Hofer-Marke "Zurück zum Ursprung" eine Pionierrolle bei der CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln eingenommen. "Beim aktuellen Zurück zum Ursprung-Jahresabsatz werden 12.350 Tonnen an CO2-Äquivalenten gegenüber herkömmlichen Produkten eingespart. Dies entspricht 16 Millionen Lkw-Kilometern - das sind vierhundert Erdumrundungen am Äquator", sagte Werner Lampert, Bio-Pionier und Initiator von "Zurück zum Ursprung".

Greenpeace ist nach eigenen Angaben auch mit den anderen großen Handelsketten in Gesprächen. Bis zum Ende des Jahres werde es wohl Entscheidungen darüber geben, ob auch Rewe und Spar nachziehen werden. (APA)

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