"Glanz und Farbe" im Liechtenstein Museum

22. Oktober 2009, 12:31
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Sonderausstellung zu Glas und Porzellan vom Barock bis zum Biedermeier aus zwei Wiener Privatsammlungen

Wien - "Vorsicht, zerbrechlich!" So könnte der Titel der neuen Sonderausstellung des Liechtenstein Museums in Wien lauten, die bis 12. Jänner gezeigt wird. Für die Präsentation von rund 700 Glas- und Porzellanobjekten aus zwei Wiener Privatsammlungen in der klassizistischen Bibliothek des Palais hat man jedoch den kulinarischeren Titel "Glanz und Farbe" gewählt. Glanzvoll und farbenprächtig sind die ausgewählten Stücke tatsächlich.

"Das Thema Porzellan konnte ich fest in unserer Sammlungspolitik verankern, beim Thema Glas bin ich bis auf ein einziges Stück bisher immer auf taube Ohren gestoßen", sagte Museumsdirektor Johannes Kräftner am Donnerstag bei der Presseführung, "aber vielleicht kommt das noch einmal." Fürs Erste greift man daher auf zwei außergewöhnliche private Sammlungen zurück.

Seit 35 Jahren sammelt der Rechtsanwalt Christian Kuhn (Kräftner: "Er ist geradezu besessen") vorwiegend böhmische Gläser des Biedermeier. Mit prächtigen Stein-, Veduten-, Schnitt- und Schliffgläsern von Künstlern wie Samuel Mohn, Anton Kothgasser, Dominik Biemann oder Friedrich Egermann gibt die Auswahl einen schönen Eindruck der Glaskunst um 1800.

Rudolf von Strasser, sonst ebenfalls als Glassammler bekannt, wurde bereits in seiner Kindheit im Familiensitz in Schloss Majorhaza bei Bratislava (Pressburg) mit feinem Porzellan und Glas konfrontiert. Neben einigen Gläsern zeigt er vor allem seine Sammlung Wiener Porzellane vom Barock über Goldreliefdekore des Klassizismus, auf Teller übertragenen Gemäldekopien bis zu den Blumenmalereien des Biedermeier.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen zweibändigen Katalog und einem Rahmenprogramm begleitet. So gibt es etwa am 2. November ein moderiertes Gespräch mit beiden Sammlern. Gleichzeitig mit der abendlichen Eröffnung der Ausstellung nimmt auch das umgestaltete Lokal unter einem neuen Pächter seinen Betrieb auf: Das neue "Rubens Gasthaus" soll sich an der Wiener Küche orientieren und ist täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet. Die nächste Ausstellung widmet sich ab 18. November der Kunst am Prager Hof von Rudolf II., ehe ab Mitte Februar 2010 der "Fürst als Sammler" gezeigt wird. (APA)

 

  • Tasse mit Untertasse, um 1796, aus der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur, Wien, Epoche Sorgenthal
    foto: liechtenstein museum

    Tasse mit Untertasse, um 1796, aus der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur, Wien, Epoche Sorgenthal

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