Seeschneckengift lindert Schmerzen

22. Oktober 2009, 12:16
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Substanz wird zum Rückenmark geleitet, wo es die Weiterleitung von Schmerzreizen blockiert

Wien - Eine internationale Expertengruppe hat Ziconotid - ein Gift einer Seeschnecke - zur Empfehlung rückenmarksnaher Medikamente neben Morphium und Hydromorphon als Mittel der ersten Wahl bei rückenmarksnaher Therapie mit externen oder implantierbaren Pumpensystemen empfohlen. In Österreich wurden bereits rund 100 Patienten mit der neuen Substanz behandelt, die Hälfte davon am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien, teilt die Österreichische Schmerzgesellschaft in einer Aussendung mit.

Seeschnecken-Gifte

Seeschnecken verfügen über viele, zum Teil tödliche, Gifte. Alleine von der Gattung der Conitiden sind insgesamt 50 Gifte bekannt, die von den Tieren über einen harpunenartigen Giftstachel zur Jagd von Beutetieren genutzt werden. Seit kurzem steht die Substanz Ziconotid, ein Peptidtoxin, das ursprünglich aus der Seeschnecke Conus magus gewonnen wurde zur medizinischen Nutzung zur Verfügung. In der Medizin wird Ziconotid vor allem zur rückenmarksnahen Schmerztherapie eingesetzt, das heißt. es wird mittels Katheter- oder Pumpensystem direkt zum Rückenmark geleitet, wo es die Weiterleitung von Schmerzreizen blockiert.

Studien belegen, dass Ziconotid nicht nur bei neuropathischen Schmerzzuständen, sondern auch bei so genannten gemischten Schmerzen, welche vor allem die Extremitäten betreffen, erfolgreich eingesetzt werden kann. Das Medikament hat sich vor allem bei Patienten die unter einer Morphinresistenz leiden oder die Opioide aus anderen Gründen nicht vertragen bewährt. (red)

 

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