2008

Heimisches Budgetdefizit höher als erwartet

22. Oktober 2009 12:04

Eurostat: Sechs EU-Länder haben sich gegenüber April-Vorschau gebessert, Österreich gehört nicht dazu

Brüssel - Österreichs Budgetdefizit ist 2008 nach jüngsten Daten des EU-Statistikamts Eurostat mit 0,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher ausgefallen als noch im im April prognostiziert. Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zeigen, dass sechs EU-Staaten einen besseren Wert beim Budgetdefizit verzeichnen konnten, 13 Länder - unter ihnen eben Österreich - einen schlechteren. Bei acht EU-Staaten wurde keinerlei Veränderung in diesem Bereich festgestellt.

Der öffentliche Schuldenstand für Österreich ist von zuletzt 59,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2007 auf 62,6 Prozent gestiegen. Im April hatte Eurostat noch 62,7 Prozent vorausgesagt, hier gibt es gegenüber dem Vorjahr eine leichte Besserung.

In der gesamten EU-27 wurde das Budgetdefizit mit 2,3 Prozent angegeben, das bedeutet keine Veränderung gegenüber den April-Daten. In der Eurozone gab es mit einem Abgang von 2,0 Prozent dagegen einen um 0,1 Prozentpunkte leicht verschlechterten Wert. Unverändert blieben die Schuldenstände mit 61,5 Prozent für die EU-27 und 69,3 Prozent für die Eurozone.

Griechenland an der Spitze

Die höchsten öffentlichen Defizite wiesen 2008 Griechenland (-7,7 Prozent), Irland (-7,2), Rumänien (-5,5) und Großbritannien (-5,0) auf. Dann folgen Malta (-4,7 Prozent), Spanien und Lettland (je -4,1), Ungarn (-3,8), Polen (-3,6), Frankreich (-3,4), Litauen (-3,2), Italien, Portugal und Estland (je -2,7), die Slowakei (-2,3), Tschechien (-2,1), Slowenien (-1,8), Belgien (-1,2) und Österreich mit - 0,4 Prozent auf dem 19. Platz. Deutschland hat einen ausgeglichenen Haushalt und sieben weitere Staaten weisen einen Budgetüberschuss auf. Es sind dies Finnland (+4,5 Prozent), Dänemark (+3,4), Schweden und Luxemburg (-2,5), Bulgarien (+1,8), Zypern (+0,9) und die Niederlande (+0,7).

Was die Veränderungen der Prognose vom April 2009 zu Oktober 2009 betrifft, hat sich Großbritannien trotz des hohen Defizits von -5,0 Prozent um 0,5 Prozentpunkte verbessert. Auch Finnland und Bulgarien konnten mit plus 0,3 Prozentpunkte ihre Defizitzahlen positiv korrigieren, Deutschland, Estland und Polen um plus 0,2 Prozentpunkte. Verschlechterungen gegenüber April gab es für Griechenland (minus 2,7 Prozentpunkte auf ein Defizit von nunmehr 7,7 Prozent), Slowenien (-0,9), Tschechien (-0,6), Ungarn (-0,4), die Niederlande (-0,3), Dänemark, Spanien und Lettland wiesen eine Verschlechterung von -0,2 Prozentpunkte auf, Luxemburg, Portugal, Rumänien, die Slowakei und Österreich von je -0,1 Prozentpunkte. Unverändert blieben die Werte für Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Litauen, Malta, Schweden und Zypern.

Nach den Kriterien des Stabilitätspaktes sollte die Schuldenquote 60 Prozent und das Defizit 3 Prozent nicht übersteigen. Ursprünglich sollten bis 2010 die Länder der Eurozone einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, die EU-Kommission hat jedoch bereits eingeräumt, dass dies angesichts von Finanzkrise und Konjunktureintrübung nicht mehr realistisch ist. Zuletzt hatten bereits 20 der insgesamt 27 EU-Länder Defizitverfahren der Kommission erhalten, weil sie über der 3-Prozent-Defizitquote lagen. Die sogenannte "Exit-Strategie" aus den durch die Konjunkturpakete gegen die Krise entstandenen Schulden wird frühestens 2011 einsetzen. (APA)

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15 Postings
sag mir alles
22.10.2009 19:34
pröll ist glaub ich der einzige

der überrascht ist.

max grünzweig
22.10.2009 18:47
An Politikern, Parteien und dem Umfeld der Regierung

könnte man etliche Hundert Millionen Euro einsparen. Aber die leben wie die Maden im Speck, haben jeden Bezug zur Realität verloren, weil sie sich, wie Scheibner, jede Wurstsemmel vom Steuerzahler bezahlen lassen. Ich würde denen das Sparen schon beibringen. Hauptsache sie können alle kräftig am Geldtopf naschen und ihre Freunderl bedienen, das Volk wirds schon wieder hereinbringen.

Menschenflüsterer
 
22.10.2009 15:08
Griechenland (-7,7 Prozent), Irland (-7,2),

Warum will Irland in die EU - etwa um Griechenland zu überholen?

Aguirre74
22.10.2009 17:16

Ähm... Irland ist in der EU. Könnte es sein, dass Sie Island und Irland verwechseln? Tja, Anfängerfehler.

Menschenflüsterer
 
22.10.2009 17:29
Irland

Richtig, an sich meinte ich den Lissabon Ermächtigungsvertrag, aber ich hatte schon abgeschickt.

Mostbluzer
22.10.2009 14:33
ein scherz

griechenland ist beim doppelten.

hat jahrelang falsche zahlen geliefert.

was die amis können, kann europa schon lange.
statistiken fälschen ist noch leichter als die öffentl. meinung zu manipulieren.

Black Adder
22.10.2009 15:15

Ich nehme an sie haben die "richtigen" Zahlen. Einfach drei halbe Most und dann kommt ihr unsichtbarer Freund "Bobo"und erzählt ihnen die Wahrheit, während sie den Rausch ausschlafen.

Peter Lustig2
22.10.2009 17:07

Ist aber leider ziemlich korrekt was Mostbluzer sagt. Die neue Regierung spricht selbst von 12,5 % Defizit. Siehe http://www.businessweek.com/ap/financ... F09FO0.htm

di mike
22.10.2009 14:23

Kann mir das bitte einmal einer erklären:

Der Schuldenstand steigt von 59,5 des BIP (Ende 2007) auf 62,6 % des BIP Ende 2008. Gleichzeitig soll das Budgetdefizit für 2008 nur bei 0,4 % des BIP liegen.

carbonara
09.01.2010 02:14
Das ist vielleicht die 3. Ableitung .....

% von % von % oder so ähnlich.

Weiters: die Bezeichnungen sind ja ziemlich verwirrend:

"Budgetdefizit"
.....Warum sagt man nicht "Neuverschuldung" oder "zusätzliche Verschuldung" (d.h. die Schulden werden trotz hoher Zinszahlungen nicht weniger, sondern immer mehr).

Budgetdefizit wird in % des BIP berechnet;
wenn sich das Budgetdefizit beispielsweise von
0,5% (des BIP) auf 2 % (des BIP) erhöht, klingt das
ziemlich harmlos: "Das Budgetdefizit hat sich um 1,5%-Punkte erhöht".

Klarer ausgedrückt: die Nettoneuverschuldung hat sich vervierfacht !! (von 0,5 auf 2) - oder: Erhöhung der Nettoneuverschuldung um 300%.
Das ist doch viel eindeutiger und klarer zu verstehen.

Ich habe jedenfalls den Eindruck, verschaukelt zu werden.

Peter Lustig2
22.10.2009 17:04

Dasselbe habe ich mich auch schon gefragt. Damit es noch ein bisschen kurioser wird: Luxemburg hatte sogar einen Überschuss von 2,5 %. Gleichzeitigt sind die luxemburgischen Schulden von 6,6 auf 13,5 % des BIP gestiegen! Ist mir wirklich ein absolutes Rätsel. Siehe auch: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY... -AP-DE.PDF

Black Adder
22.10.2009 15:16

Fallendes BIP

di mike
22.10.2009 15:33

Das habe ich mir auch noch gedacht, aber das BIP ist von 271 Mrd. € (2007) auf 282 Mrd. € (2008) gestiegen.

rudi rednose
22.10.2009 15:39

Wahrscheinlich wurde irgendeine der zahllosen KHG-Mogelpackungen (ausgelagerte Schulden) korrigiert.

schafmeister
23.10.2009 09:29

Sei es wie es sei, Österreich ist gleichauf wie Griechenland!

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