Altersblindheit großteils erblich bedingt

22. Oktober 2009, 10:42
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Bekannte Erbfaktoren eignen sich nur eingeschränkt als Ansatzpunkt für Medikamente

Bonn - Die so genannte "Altersblindheit" ist zum großen Teil erblich bedingt. Seit 2005 hat man eine Reihe von Genvarianten entdeckt, die für den Träger mit einem hohen Risiko verbunden sind, eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD) zu entwickeln. Den Krankheitsverlauf als solchen scheinen diese Erbanlagen dagegen nicht zu beeinflussen. Das zeigt eine neue Studie unter Leitung der Universität Bonn, die nun in der Zeitschrift PLoS ONE erschienen ist. Für Patienten ist das eine schlechte Nachricht, da sich die bekannten Erbfaktoren nur eingeschränkt als Ansatzpunkt für Medikamente eignen dürften, so die Universität Bonn in einer Aussendung.

Augenärzte ach deutscher Zentren beobachteten über einen mittleren Zeitraum von drei Jahren an mehr als 600 Patienten, mit welcher Geschwindigkeit sich eine Spätform der Erkrankung ("geographische Atrophie") ausbreitete. Gleichzeitig untersuchten die Forscher das Erbgut der Patienten. Hierbei bestätigte sich, dass das Erkrankungsrisiko eng mit den in den letzten Jahren identifizierten Erbfaktoren zusammen hängt. Dagegen hatten die untersuchten Genvarianten keinen Einfluss darauf, wie schnell sich die Schädigung im Auge ausbreitete.

Sehstörungen treten erst spät auf

Die Makuladegeneration ist auch deshalb so tückisch, weil sie sich meist erst sehr spät mit Sehstörungen manifestiert. Bekannte Erbfaktoren spielen im Spätstadium offensichtlich keine Rolle mehr, so die Wissenschafter. Damit schwindet die Hoffnung, dass eine Beeinflussung der bekannten Risikovarianten den Erkrankungsverlauf günstig beeinflussen könnte. Beginnen die Sehzellen bereits abzusterben, werden möglicherweise andere Faktoren wichtig, die es nun zu finden gebe, resümiert Studienleiter Hendrik Scholl.

Häufige Erblindungsursache

Die altersabhängige Makuladegeneration ist die häufigste Erblindungsursache in den westlichen Industrienationen. In Deutschland sind schätzungsweise 4,5 Millionen Menschen betroffen. Bei der Erkrankung wird die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, die Makula, zunehmend geschädigt. Die Patienten können schließlich nicht mehr lesen oder Auto fahren und sind zur Bewältigung ihres Alltags zunehmend auf fremde Hilfe angewiesen. Die Ursachen der AMD sind noch weitgehend unbekannt. Ein Risikofaktor ist das Rauchen. Experten schätzen zudem, dass etwa 60 Prozent des Erkrankungsrisikos genetisch bedingt ist. (red)

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