Rapid-Chef für tipp3-Chef als Bundesliga-Chef

22. Oktober 2009, 10:33
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Die Bundesliga-Präsidentenwahl naht - Edlinger für Hoscher, Rapid-Präsident sieht bei tipp3-Chef keine Unvereinbarkeit

Tel Aviv - Die Wahl des Präsidenten der österreichischen Fußball-Bundesliga am 7. Dezember rückt näher, doch bisher haben die wesentlichen Entscheidungsträger ihre Karten noch nicht aufgedeckt - mit einer Ausnahme. Rapid-Präsident Rudolf Edlinger plädiert für ein Ende der Amtszeit von Martin Pucher und forciert schon seit längerem den tipp3-Vorstandsvorsitzenden Dietmar Hoscher.

"Ich würde ihn für dieses Amt favorisieren. Er ist ein engagierter Mann, der Repräsentant des Liga-Sponsors und er verfügt über ein gutes Netzwerk, das der Liga zugutekommen kann", erklärte der ehemalige Finanzminister, der gemeinsam mit Hoscher zum Auswärtsmatch von Rapid in der Europa League gegen Hapoel Tel Aviv reiste.

Hoscher selbst wollte sich zu diesem Thema nicht äußern, an seiner prinzipiellen Bereitschaft, den Job gegebenenfalls anzunehmen, ließ Edlinger jedoch keinen Zweifel. "Selbstverständlich würde er es machen, sonst hätte ich ihn für diesen Posten ja nicht vorgeschlagen."

Dass Hoscher im Rapid-Kuratorium sitzt, stellt laut Edlinger kein Problem dar. "Sollte er Bundesliga-Präsident werden, würde er dieses Amt ruhend stellen", betonte der Rapid-Chef. Auch Pucher saß in diesem Gremium, zog sich aber nach seiner Kür zum Liga-Boss vor knapp vier Jahren zurück.

Puchers entscheidende Doppelfunktion blieb zum Leidwesen von Edlinger allerdings bestehen. Der Burgenländer führt sowohl die Bundesliga als auch den SV Mattersburg. "Auch wenn Pucher ein redlicher und anständiger Mensch ist: Diese Doppelfunktion ist ein Problem. Allein schon die Tatsache, dass man ihm deswegen zum Beispiel gewisse Dinge unterstellen kann, auch wenn das zu Unrecht passiert - damit ist der Sache nicht gedient."

Edlinger betonte einmal mehr, es gebe keine persönlichen Differenzen mit Pucher. "Mich stört nur seine Doppelfunktion, sonst gar nichts. Ich habe bei seiner Wahl gesagt, wenn er das Amt als Mattersburg-Obmann zurücklegt, werde ich ihn wählen. Er hat gesagt, das kann er nicht machen, deshalb habe ich ihn nicht gewählt."

Bei der Abstimmung am 1. März 2006 votierte Edlinger weder für Pucher noch für Bundesliga-Aufsichtsratsmitglied und Austria-Manager Markus Kraetschmer, weil der Rapid-Präsident dessen Angestellten-Verhältnis bei den "Veilchen" für unvereinbar mit einer hohen Liga-Funktion hält. Auch wenn Pucher seine Mattersburg-Funktion im Gegensatz zu Kraetschmer auf ehrenamtlicher Basis ausübt, bleibt für Edlinger dennoch ein schaler Beigeschmack. "Der Bundesliga-Präsident soll keine vereinsrechtliche und wirtschaftliche Verflechtung zu einem Club haben", forderte der Wiener.

Doch auch eine Bestellung von Hoscher zum neuen Liga-Boss wäre nicht frei von Doppelgleisigkeiten. Schließlich würde dann der Bundesliga-Präsident gleichzeitig als Chef des Liga-Hauptsponsors fungieren, was bei Verhandlungen um eine Verlängerung der Zusammenarbeit einer gewissen Pikanterie nicht entbehren würde.

Edlinger sieht darin allerdings kein Problem. "Ganz im Gegenteil: Hoscher wird versuchen, dass das Maximum in den Fußball fließt", meinte Rapids Clubchef, der sich jedoch auch nicht auf den tipp3-Vorstandsvorsitzenden als neuen Liga-Chef versteifen will. "Es ist durchaus möglich, dass es noch einen anderen Kandidaten gibt. Aber wenn jemand Kritik übt, muss er auch Vorschläge bringen, und das habe ich getan."

Pucher selbst hält sich in der Frage einer möglichen neuerlichen Kandidatur weiterhin bedeckt. "Diese Entscheidung werde ich zum gegebenen Zeitpunkt bekanntgeben", meinte der Burgenländer und wollte zu den Edlinger-Aussagen keinen Kommentar abgeben. (APA)

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    Hat ein Problem mit Martin Puchers Doppelfunktion: Rapid-Boss Edlinger.

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    Puchers Zeit als Liga-Boss könnte bald zu Ende gehen. Wahl am 7. Dezember 2009

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