General bei Anschlag getötet

22. Oktober 2009, 14:29
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Armee erneut Ziel von Angriff - Bodenoffensive dauert an

Islamabad - In Pakistan ist bei einem neuerlichen Anschlag auf die Armee ein Brigadegeneral getötet worden. Bei dem Angriff auf ein Militärfahrzeug in der Hauptstadt Islamabad am Donnerstag sei ein weiterer Soldat getötet worden, teilte die Polizei mit. Premierminister Yousaf Raza Gillani verurteilte den Anschlag, den achten in diesem Monat, der islamistischen Extremisten zugeschrieben wird.

Laut Polizei nahmen zwei Angreifer auf einem Motorrad den Geländewagen der Armee unter Beschuss, in dem der General unterwegs war. Den Unbekannten sei dann die Flucht gelungen. Der Angriff habe offenbar in erster Linie dem General gegolten. Fernsehbilder zeigten das von Kugeln durchsiebte Fahrzeug mit zerschossenen Reifen und zersplitterter Windschutzscheibe.

Der Angriff ereignete sich in einem eleganten Wohnviertel im Westen der Stadt. Aus Militärkreisen verlautete, bei dem getöteten General handle es sich um Moinuddin Ahmed. Der General war demnach bei der UN-Friedensmission im Sudan eingesetzt, an der Pakistan beteiligt ist, und befand sich auf Heimaturlaub.

Der Vizedirektor des größten Krankenhauses der Stadt, Minhajus Siraj, sagte, der General sei am Kopf und in der Brust getroffen worden, der getötete Soldat, der Fahrer des Generals, in der Brust. Ein weiterer Soldat, der bei dem Angriff verletzt wurde, befinde sich nach einer Operation in einem stabilen Zustand. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Bisher starben in diesem Monat bei Anschlägen in Pakistan mehr als 185 Menschen. Erst am Dienstag hatten zwei Selbstmordattentäter bei einem Doppelanschlag auf eine Universität in Islamabad fünf Menschen mit in den Tod gerissen, 29 Menschen wurden verletzt.

Vor weniger als zwei Wochen stürmten islamistische Rebellen das militärische Hauptquartier in der Garnisonsstadt Rawalpindi, bei den Kämpfen starben mehr als 20 Menschen. In etwas mehr als zweieinhalb Jahren starben in Pakistan bei Anschlägen fast 2.300 Menschen, zu den meisten Anschlägen hat sich die Islamisten-Organisation Tahreek-e-Taliban Pakistan (TTP) bekannt.

Als Reaktion auf die Anschlagsserie hatte die pakistanische Armee vor knapp einer Woche eine Bodenoffensive gegen die Rebellen in Südwaziristan im Nordwesten des Landes gestartet. Rund 25.000 Sicherheitskräfte stehen dabei etwa 10.000 pakistanischen Rebellen gegenüber, mehr als 120.000 Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben. Bisher wurden bei den Kämpfen Armeeangaben zufolge mindestens 119 Rebellen und 17 Soldaten getötet. In der Nacht auf Donnerstag lieferten sich Armee und Rebellen heftige Kämpfe in den Vororten der Stadt Kotkai, Heimatstadt des TTP-Chefs Hakimullah Mehsud.

Laut einem Sicherheitsexperten ist mit weiteren Anschlägen zu rechnen. "Wenn sie (die Taliban) in ihrem Nervenzentrum getroffen werden, dann üben sie Vergeltung", sagte Saad Muhammad Khan der Nachrichtenagentur AFP. Es sei "sehr schwerwiegend", dass die Rebellen innerhalb von zwei Tagen zweimal Ziele in der Hauptstadt getroffen hätten. Die Extremisten seien derzeit einen Schritt voraus. (APA)

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