Klagenfurt

Umstrittene Nordkorea-Ausstellung eröffnet

22. Oktober 2009 08:15

BZÖ-Landtagspräsident Lobnig betont Freiheit der Kunst und weist Vorwürfe zurück - Fotograf sieht sich als Medienopfer - Bilder aus Nordkorea nur als Slideshow

Klagenfurt  - Die umstrittene Nordkorea-Fotoausstellung im Klagenfurter Landhaus ist am Mittwochabend von BZÖ-Landtagspräsident Josef Lobnig eröffnet worden. Lobnig wies die im Vorfeld laut gewordene Kritik, die Schau diene der Verherrlichung eines totalitären Regimes, zurück und betonte, die Freiheit der Kunst müsse gewahrt bleiben. Gestaltung der Ausstellungen und der Einladung dazu überlasse man zur Gänze den Künstlern, "und das wird auch so bleiben". Ausstellungsmacher Wolfgang Bogner blieb in seiner Ansprache bei seinen heftig kritisierten Aussagen.

Rund 50 Interessierte waren ins Landhaus gekommen, um die Ausstellungseröffnung mitzuerleben. Für Verwirrung sorgte die Tatsache, dass in den Räumlichkeiten die angekündigten Fotos aus Nordkorea gar nicht ausgestellt waren. In den beiden Galerie-Sälen hingen digital verfremdete Fotografien ebenso wie Teil-Akte und Fotomontagen. Die lachenden Nordkoreaner und die Statue des "großen Führers Kim Il Sung" , die am Einladungsprospekt zu sehen waren, fehlten zur Gänze. "Das ist ja Etikettenschwindel", empörten sich einige Besucher. Bogner selbst erklärte, seine Bilderserie aus Korea sei nur als Slideshow zu sehen, die mittels Beamer vom Laptop auf eine Leinwand projiziert werde.

Bogner fühlt sich unfair behandelt

Der Fotograf ging in seiner Eröffnungsansprache auf die Kritik an seiner Arbeit insofern ein, als er seine Aussagen - wie etwa "man sieht keinerlei Gesindel in den Straßen, keine Arbeitslosen, keine Bettler oder Betrunkene" - vehement verteidigte. Es seien nun einmal Tatsachen, auch wenn er dafür Kritik geerntet habe. Bogner fühlt sich von den Medien unfair behandelt, er beklagte sich darüber, dass man ihn nun als "Nazi" abstemple, immerhin habe er vor einigen Jahren eine Fotoausstellung über Kuba gemacht. "Damals hat es geheißen, ich bin ein Kommunist."

Die Nordkoreaner hätten nach wie vor "einen enormen Hass auf die Amerikaner", wusste der Fotograf zu berichten. Das sei ihnen auch nicht zu verdenken, immerhin hätten die USA das Land mit Abertausenden Bomben überzogen. Bogner erklärte, er habe als Zweijähriger selbst ein Bombardement erlebt, das sei "ganz schrecklich" gewesen, seine Mutter habe geschrien, die Sirenen hätten zu spät geheult, niemand hätte gewusst, in welchen Luftschutzkeller man laufen sollte. Man müsse bedenken, dass etwa die Menschen in Pyongyang "so etwas zweimal pro Tag erlebt haben, das vergisst man nicht". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 47
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David Berliner
08.11.2009 00:05

weird stuff.

kater bruno
23.10.2009 07:47
Freiheit

Ja Ja da treffen sich die Rechtsextremen mit den Linksextremen. Beide haben die selben Ansichten über die Freiheit der Kunst

Herr und Frau Österreicher
 
23.10.2009 10:09

nö, stimmt nicht!

Meerwelle
22.10.2009 23:47

Ist Kärnten noch von dieser Welt?

Oder doch bereits in eine Art Paralleluniversum entglitten?

(ich meine damit vor allem das offizielle Kärnten.)

msm
27.10.2009 00:33
Volle Zustimmung...

...diese Ausstellung müsste im weltoffenem Wien gezeigt werden, vielleicht mit Che als Aufhänger?
Auch ich meine das offizielle Wien!

Jane_Doe
22.10.2009 23:43
kärnten...

... ist mittlerweile derartig jenseitig, dass man es wirklich nicht mehr ernst nehmen kann...

tragisch für die nicht-bzö-wählenden kärnterInnen... (obwohl andererseits bis auf die grünen alle anderen parteien in kärnten nicht sooooo anders sind... oder anders gesagt - ohne wagner hätte es haider nicht gegeben... und ohne kärntnerInnen hätte es wagner nicht geben können...)

Walter Tiefenthaler
23.10.2009 02:39
ich verstehe ihre kritik nicht...

...haette kaernten die nordkorea-ausstellung verboten, haetten sie sich wahrscheinlich auch aufgeregt. ich mag da sbzoe gesindel nicht, aber irgendeine option muss man jenen, die man kritisiert schon offen lassen.

queen9
23.10.2009 17:48

Es geht nicht darum eine Nordkorea Photoausstellung zu verbieten. Anstoss ist seine + BZÖ Darstellung und die damit verbundene Verherrlichung einer unmenschlichen Diktatur. Auffallend ist sein Fokus auf Sauberkeit, Ordentlichkeit; 'kein Gesinde, keine Ausländer, keine Aylanten, keine Alkoholiker'. Und das lässt tief in seine wirkliche Gesinnung blicken. Ich habe einiges während seiner Diashow von ihm vorgetragene gehört, dass nicht stimmt. Ein kritischer Blick auf seine Reise und das was ihm erzählt wurde würde ihm gut tun. Aber leider scheint er diesen Horizont nicht zu haben.

queen9
22.10.2009 23:31
Bogner verfällt der nordkoreanischen Propaganda

Bogner war 1 Woche in DPRK und wird von seinen Bewachern zu ausgewählten Plätzen geführt. Er sieht wohlgenährte, glückliche Menschen die ordentlich gekleidet sind. Eine Frau mit goldener Uhr und goldenen Ehering, traditionelle Bekleidung aus 'reiner Seide'. Er sieht saubere Städte. Pyongyang, Kaesong, Hyangsan. 3 Vorzeigestädte von DPRK. Er wohnt in einem Hotel mit 24h/d Strom und Wasser. Offizielles Zahlungsmittel ist der Euro, 'und nicht der Dollar'. (Anmerk: Ausländer dürfen nur in Euro oder Dollar zahlen - Devisienbeschaffung!). Glücklich verlässet er das Land und hat leider nicht bemerkt, dass er der nordkoreanischen Propaganda auf dem Leim gegangen ist. Immerhin: der vergessene Künstler ist zurück! BZÖ gibt ihm die Plattform dazu!

Atlas Shrugged
 
22.10.2009 22:41

na ja - mit dem Gadafi hats halt nicht so richtig funktioniert - die warten wahrscheinlich noch immer auf das Öl, das der Haider versprochen hat, und jetzt probieren sie es halt mit Nordkorea.

Hermine Berg
 
23.10.2009 16:30
seit wann hat nordkorea denn oel?

ah ich verstehe, der haider hat wenigstens noch geschnallt, bei welchem diktator es sich auszahlen koennte sich anzubiedern waerend der doerfler mit seinem .... naja, wie soll ich das sagen .... ihm gerichtlich bescheinigten bescheidenen intellekt sich einfach an den naechstbesten deppen ranschmeisst.

jeder wie er's kann halt.

Atlas Shrugged
 
23.10.2009 22:34

"2 x 3 macht 4, widewidewid und 3 macht neune,
ich mach mir die welt, widewide wie sie mir gefällt."

oder so ähnlich funktioniert das halt in Klogenfurt - dann hat Nordkorea Öl. NLP machts möglich - nichts ist unmöglich, wenn nur der Führer will.

BK W. Shoyssel
22.10.2009 22:37
Personenkult

liegt den Kärtnern halt gar nicht im Blut

bernaschek
22.10.2009 22:34
ich dachte ja zunächst,

da hätte sich einer ins landhaus eingeschlichen, um der landesregierung ihre eigene fratze vorzuhalten und fand es durchaus amüsant.
entweder traut bogner seiner eigener courage nicht mehr, oder er ist wirklich so schlicht...

Knochenmann
22.10.2009 19:33

Ich befürchte WIRKLICH das das BZÖ vorhat, Kärnten Nordkorea anzugleichen. Monky see, monky do.

Magdalena P
22.10.2009 19:28

eine Frage an Lobnig:"Macht Kunst auch frei?"

mirko burijan
22.10.2009 19:22
eigentlich muss man diese ausstellung befürworten.

das eintreten des bzö für nordkorea als maß aller positiven dinge zeigt das ausmaß der verwahrlosten jenseitigkeit dieser partei.

Walter Tiefenthaler
23.10.2009 02:42
das stimmt nicht...

...hier handelt es sich um einen nebenschauplatz, bei dem sich das bzoe sicher nicht die finger verbrennen wird. dies ist ein thema bei dem - egal was das bzoe entscheidet - immer hingehackt werden wird (ja = verherrlichung, nein = unterdrueckung der kunst). dies ist fuer jede partei unangenehm...

Träume sind Schäume
22.10.2009 18:17
Also die Nordkorea Promotion Ausstellung steht im Klagenfurter Landhaus

Eröffnet von Vertretern der Kärntner Landesregierung.

Ich glaub langsam schließ ich mich dem Kärnten Boykott an, dabei bin ich nicht mal links eingestellt.

Das politische Spektrum ist wahrlich rund, wenn man weit genug rechts ist, kommt man anscheindend stalinistisch links wieder raus ;)

hoch die antiimperialist. nationale front!
22.10.2009 17:00
die weltoffenheit von dörfler und lobnig

landeshauptmann gerhard dörfler und landtagspräsident josef lobnig sind weltoffene staatsmänner. ihre politik spiegelt ihre weltoffenheit unverzerrt wider. sie pflegen eine allumfassende politik, die keinen unterschied macht zwischen allen mitgliedern der gesellschaft, unbeschadet ihrer herkunft, ihres werdegangs, ihrer politischen ansichten und ihrer religiösen überzeugungen. hinter ihrer politik sammeln sich die volksmassen quer durch alle gesellschaftsschichten, die arbeiter, die bauern und die intellektuellen, zu einer unbesiegbaren macht. diese wunderbare verwirklichung der einmütigen einheit der gesellschaft in kärnten ist gänzlich ihrer allumfassenden politik zuzuschreiben. viele menschen im in- und ausland bewundern ihren edelmut.

dschutsche statt duce?
22.10.2009 16:28
survivaltraining für kärntner fans der DVR nordkorea

es hätte einen gewissen charme, fans des lieben führers von schlepperorganisationen auf eigene kosten nach nordkorea bringen zu lassen. unterwegs könnten sie sich von gras und blättern ernähren und schon 'mal die choreographie für die nächste parade zu ehren des lieben führers proben, um so richtig auf ihr gastland eingestimmt zu werden. wenn sie noch ein paar heizdecken, radiatoren und schneefräsen als geschenke für den lieben führer mitnehmen, schaffen sie's vielleicht sogar, dort nicht als spione hingerichtet zu werden.
für die ganz treuen gibts vorher eine geschlechtsumwandlung und eine blondierung mit wasserstoffperoxid, damit sie sich bei kim jong-il als konkubine bewerben können.

gr.ado
 
22.10.2009 16:14

... wird dieser unsägliche Lobnig irgendwann nicht negativ auffallen - ich bezweifle es stark ...

Herr und Frau Österreicher
 
22.10.2009 14:33
Lei lei, Kim il Sung

Mit den Worten: "die Freiheit der Kunst müsse gewahrt bleiben", eröffnete der BZÖ Landtagspräsident heuer vorzeitig den Fasching.

chem
22.10.2009 13:18
Das ist doch schön stimmig zum Museum des "großen Führers Jörg Haider" in Klagenfurt !!

Markus Sagmeister
22.10.2009 12:31
Mich

erstaunt, daß Lobnig und das BZÖ wiedereinmal,
die Rechte mißbrauchen. Wobei wiedereinmal stellen Sie sich hin und reklamieren die für sich alle Rechte,
die Sie anderen absprechen. Die letzten Beispiele:
"Die Streitkultur" wo Scheuch andere Meinungen nicht zugelassen hat und "Im Zentrum" gleich das ganze Trio.

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