Geisel gegen Wasser und Zigaretten

22. Oktober 2009, 06:47
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Aktion ohne Blutvergießen beendet - Bewaffneter ergab sich nach zehn Stunden

Edmonton - Nach zehn Stunden ist eine Geiselnahme in der Provinzhauptstadt Edmonton in Kanada ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Der mit einem Sturmgewehr bewaffnete Geiselnehmer, der mehrere Menschen in seiner Gewalt hatte, ergab sich am Mittwochabend (Ortszeit) der Polizei. Er hatte sich in einem Bürogebäude einer Unfall-Versicherungsanstalt verschanzt. Zunächst hatte er acht Personen in seiner Gewalt, ließ sie aber nach und nach frei.

Wasser und Zigaretten

Der Mann hatte um 8.45 Uhr Ortszeit (16.45 Uhr MESZ) das Verwaltungsgebäude gestürmt und sich in einem Konferenzraum im achten Stock verschanzt. Er verständigte selbst die Polizei, und bot in einem Telefonat an, eine Geisel gegen Wasser und Zigaretten freizulassen. Ein Polizeiverhandler konnte ihn dann überzeugen, die Geiseln einzeln gehen zu lassen. Eine halbe Stunde nachdem er die letzte Person freigelassen hatte gab der Geiselnehmer schließlich auf.

Streit mit Unfallversicherung

In dem Verwaltungsgebäude arbeiten normalerweise 700 Menschen. Die Polizei hatte es nach Beginn der Geiselnahme geräumt und die umliegenden Straßen abgesperrt. Auf Bildern lokaler Fernsehsender war zu sehen, dass das Gebäude von schwer bewaffneten Einsatzkräften der Polizei umstellt wurde. Auch zwei Roboter zur Entschärfung von Sprengsätzen waren zu sehen. Berichte, wonach der Mann zu Beginn der Geiselnahme in der Lobby einen Schuss abgegeben hatte, wurden von der Polizei nicht bestätigt.

Wut auf die Gesundheitsbehörde

Der Geiselnehmer handelte möglicherweise aus Wut auf die Gesundheitsbehörde, berichtete ein Bekannter. Der Mann fühlte sich nach einem Arbeitsunfall in der Bauindustrie um seine Ansprüche gegenüber der Unfallversicherung betrogen und warf dem Amtsarzt vor, ihm bei einer Untersuchung die Bänder im Knie verletzt zu haben.

Drohte schon von Brücke zu springen

Der Geiselnehmer sei "sehr angespannt" gewesen, sagten Freunde. Den Mann habe auch ein langwieriger Sorgerechtsstreit mit der Mutter seines Kindes belastet. Erst vor drei Monaten drohte er schon damit, von einer Brücke in den Saskatchewan-Fluss zu springen. Die Brücke musste drei Stunden lang für den Verkehr gesperrt werden. (APA)

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