Kinostarts der Woche - 23. bis 29. 10.

21. Oktober 2009, 22:18
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Wer neben der Viennale noch Kino-Zeit erübrigen kann ...

"The Good, the Bad and the Weird"
R: Kim Ji-woon, Südkorea 2008
Sergio Leones meisterlicher Italowestern-Zynismus "The Good, The Bad and the Ugly" stand Pate bei Kim Ji-woons  filmischem Spaßpaket, das augenzwinkernd in einer historischen Höllengegend angesiedelt ist: Es geht in die Mandschurei der 1930er Jahre. Der Bandit Chang-yi, genannt "The Bad", überfällt mit seiner Bande einen Zug, um eine Schatzkarte von einem japanischen Bankier zu erbeuten. Doch kommt ihm der Kleinganove Tae-goo, auch bekannt als "The Weird", zuvor. An Bord des Zuges befindet sich außerdem der Kopfgeldjäger Do-won alias "The Good". Auch wenn er eigentlich hinter Chang-yi her ist, versucht er zunächst Tae-goo zu schnappen. Von da an startet eine (auch kameramäßig) wilde Hetzjagd nach der Schatzkarte.

"(500) Days of Summer" 
R: Marc Webb, USA 2009
Bei einem jungen US-Amerikaner namens Tom liegt es eher nahe, dass sein Familienhintergrund ein konservativer ist, so wie man hinter einer jungen Frau names Summer wohl Hippie-Eltern vermuten würde. Diese geläufige Alltagserfahrung nützte Marc Webb für eine scharfsinnige und witzige Twen-Komödie, die mit Rückblendenstruktur vor Augen führt, dass Liebe grausam, aber auch wunderschön sein kann. Romantiker Tom Hansen (Joseph Gordon-Levitt) stößt bei seiner Suche nach der Richtigen auf Summer Finn (Zooey Deschanel). Er ist sofort überzeugt, dass sie die Eine ist, doch leider will seine Angebetete primär Spaß haben, keine Komplikationen. Also lässt sich Tom auf eine undefinierte Form von Beziehung ein, und 500 Tage lang erlebt er die euphorischen Kicks und die quälenden Tiefpunkte des Verliebtseins ...

"Orphan - Das Waisenkind" 
R: Jaume Collet-Serra, USA/KAN 2009
Kate und John beschließen (Vera Farmiga, Peter Sarsgaard), ein Kind zu adoptieren. Im Waisenhaus entscheidet sich das Paar für die kleine Esther (Isabelle Fuhrmann). Doch ab dem Zeitpunkt beginnt eine Serie alarmierender Ereignisse - und Kate ist davon überzeugt, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt. Doch ihre Warnungen stoßen auf taube Ohren. Der spanische Regisseur Jaume Collet-Serra ("House of Wax") führt dem Zuschauer eines der schrecklichsten Kinder der Filmgeschichte vor Augen, das seinen Vorgängern wie in "Das Omen" und in "Kinder des Zorns" in Kaltblütigkeit nichts nachsteht.

"Die Päpstin"
R: Sönke Wortmann (D 2009)
Die Mittelalterphantasien des 19. Jahrhunderts, in ihrer Nord-Eurozentrik maßgeschneidert für die Befindlichkeiten von Kolonialreichen, sind zählebig; aufgefrischt in Form diverser "Fantasies" knacken sie weiter zuverlässig Buchbestsellerlisten. Sönke Wortmanns ("Das Wunder von Bern") Historienfilm nach dem millionenfach verkauften Roman von Donna W. Cross von handelt von der Priestertochter Johanna von Ingelheim (Johanna Wokalek), die im 9. Jahrhundert zum Papst gewählt wurde. Auch wenn bis heute nicht verbürgt ist, dass es je ein weibliches Kirchenoberhaupt gegeben hat, tut dies dem so manche packenden Plot keinen Abbruch. Wortmann hat sich durch stilistische Details um ein atmosphärisch stimmiges Werk bemüht, in dem das emanzipatorische Grundmotiv des Romans nie überbetont wird, aber immer allgegenwärtig ist.

"Hogi's Family"
Regie: Kurt Mündl, Ö 2008
Kurt Mündls Tierkomödie erzählt die Geschichte des kleinen Igels "Hogi". Im Spätherbst wird er knapp vor dem Erfrierungstod von Hanna gerettet. Hogi jedoch stellt sich keineswegs als leichter Pflegling heraus, denn binnen weniger Wochen stellt er ihr Haus auf den Kopf. Als der Frühling kommt, entschließt sich Hogi, auszubüchsen. Und so beginnt das große Abenteuer in der Wildnis. In der Tradition von "Schweinchen Wilbur" oder "Snow Dogs" wurde mit echten Tieren gedreht.

Zwei Veranstaltungstipps für das depot gleich hinter dem Museumsquartier, kommende Woche am Dienstag und Mittwoch, jeweils ab 19:00: Michael Haneke spricht auf Einladung des Drehbuchforums über "Das weiße Band" (27.), und das Buchprojekt "Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien" von Winfried Pauleit wird vorgestellt (28.) Näheres unter depot.or.at. (APA/red)

  • Nein, kein Comeback-Movie eines 80er-Jahre-Actionstars, sondern eine Nahaufnahme des Viennale Trailers.
Kurzfristiger Tipp: Dessen Regisseur, James Benning,  hält einen Gastvortrag an der Akademie der bildenden
Künste im Rahmen der Lehrveranstaltung "Visuelle Grammatik".
Termin: Do., 29.10., 17.00 Uhr; 1070 Wien, Karl-Schweighofer-Gasse 3,
Hörsaal 3.06 (3. Stock); frei zugänglich.
 
    foto: viennale

    Nein, kein Comeback-Movie eines 80er-Jahre-Actionstars, sondern eine Nahaufnahme des Viennale Trailers.

    Kurzfristiger Tipp: Dessen Regisseur, James Benning,  hält einen Gastvortrag an der Akademie der bildenden Künste im Rahmen der Lehrveranstaltung "Visuelle Grammatik". Termin: Do., 29.10., 17.00 Uhr; 1070 Wien, Karl-Schweighofer-Gasse 3, Hörsaal 3.06 (3. Stock); frei zugänglich.

     

  •  "An Oriental Western" - mit großzügiger Verwendung von Santa Esmeraldas 70er-Disco-Heuler "Don’t Let Me Be 
Misunderstood": Offenherzigen Kurzweil garantiert "The Good, the Bad and the Weird"
 
    foto: splendid

    "An Oriental Western" - mit großzügiger Verwendung von Santa Esmeraldas 70er-Disco-Heuler "Don’t Let Me Be Misunderstood": Offenherzigen Kurzweil garantiert "The Good, the Bad and the Weird"

     

  • Ironie und Bittersweet: Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel in "(500) Days of Summer"
 
    foto: centfox

    Ironie und Bittersweet: Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel in "(500) Days of Summer"

     

  • Der sprichwörtliche Satansbraten in einer filmischen Neudeutung: Isabelle Fuhrmann gibt "Orphan - Das Waisenkind"
    foto: kinowelt

    Der sprichwörtliche Satansbraten in einer filmischen Neudeutung: Isabelle Fuhrmann gibt "Orphan - Das Waisenkind"

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