Stop.Spot: Text und Musik

21. Oktober 2009, 20:07
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Drei Tage zwischen Brüll-Gesang und kontemplativem Genuschel bei der fünften Festivalauflage von Freitag bis Sonntag

Bei den meisten Musikfestivals gibt man ja das Hirn an der Kassa ab. Nicht so beim dreitägigen Linzer Stop.Spot-Festival (23. bis 25. 10.), das heuer bereits zum fünften Mal ausgetragen wird. Kuratiert von Anatol Bogendorfer, bekannt von der Linzer Hardcore-Band Valina, sowie dem vom Kulturverein Times' Up her bekannten Andreas Mayrhofer, untersucht das heurige Festival das Thema "Text und Musik".

Das ist natürlich ein weites Feld, das anhand eingeladener Live-Acts verkleinert und konkretisiert wird. Hier wird nicht Christina Stürmer die Hand geküsst, hier duckt man sich lieber vor einer zur Axt umfunktionierten Gitarre von, sagen wir, der Chicagoer Band Haymarket Riot. Aber auch erratischere musikalische Ausdrucksformen, wie etwa jene, die Carla Bozulich als Evangelista auf Platten presst, stehen zur Diskussion. Denn auch die Verweigerung, sich narrativ mitzuteilen, erzählt ja eine Geschichte. Im Gegensatz dazu stehen etwa die US-Rapper von Themselves, die vom Genre her betrachtet als geschwätzig eingeschätzt werden müssten, aber im Unterschied zu 95 Prozent aller Rapper durchaus etwas zu sagen haben.

Einschlägige musikalische Bandagen, zwischen Brüll-Gesang und kontemplativem Genuschel, kommen an den drei Abenden im OK, dem Offenen Kulturhaus OÖ (den dritten Abend zieht man allerdings in die Kapu weiter), von The Paper Chase, Kurort, DJ Marc9, Stenchman und anderen mehr. (flu / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.10.2009)

 

  • Die US-Rapper Themselves zählen zu den Highlights des fünften Linzer Stop.Spot-Festivals.
 
    foto: anti


    Die US-Rapper Themselves zählen zu den Highlights des fünften Linzer Stop.Spot-Festivals.

     

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