"Nicht auf Vorauskasse bezahlen"

21. Oktober 2009, 19:17
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Im Falle der Insolvenz gehen bei Mängeln Gewährleistungsansprüche verloren

Noch nimmt Quelle Bestellungen an und liefert Ware aus. Konsumentenschützer raten vom Zahlen über Vorauskasse und Kreditkarte ab. Im Falle der Insolvenz gehen bei Mängeln Gewährleistungsansprüche verloren. 

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Frage: Was bedeutet das Aus der deutschen Quelle für Kunden in Österreich?

Antwort: Solange die Tochter Quelle Österreich nicht in Konkurs ist, bleiben die Geschäftsprozesse aufrecht. Ob der deutsche Insolvenzverwalter die Lieferungen kappt, ist noch offen. In Deutschland werden die Bestellungen voraussichtlich bis Jahresende angenommen und georderte Ware ausgeliefert.

Frage: Wie soll bezahlt werden?

Antwort: Nicht auf Vorauskasse, rät Renate Wagner, Leiterin der Beratungsstelle des Vereins für Konsumenteninformation. Wer per Erlagschein nach Erhalt der Ware zahlt, geht kein Risiko ein. Ähnliches gilt für eine Einzugsermächtigung und Postnachnahme. Bezahlen via Kreditkarte wird nicht empfohlen.

Frage: Wie sieht es mit dem Recht auf Umtausch aus?

Antwort: Solange Quelle Österreich existiert, ist Umtausch möglich.

Frage: Welche Gewährleistungen und Garantien gibt es bei Mängeln?

Antwort: Im Falle der Insolvenz der Quelle Österreich, verlieren Kunden Anspruch auf Gewährleistung, erläutert der Obmann des Elektrohandels, Wolfgang Krejcik. Für Geräte, auf die es eine Garantie gibt, steht die Industrie gerade. Der Haken: Bei vielen Elektrogeräten ist Quelle nicht nur Händler, sondern aufgrund ihrer Eigenmarke "Privileg" auch Produzent. Existiert der Konzern nicht mehr, gibt es auch keine Garantien. Bei vielen anderen Produkten lassen sich die Hersteller zudem nicht ohne weiteres eruieren. Für Reparaturen soll eine Servicegesellschaft der Quelle erhalten bleiben, doch zahlen müsste der Kunde dafür nach einer Liquidierung selber, glaubt Krejcik.

Frage: Was, wenn die Ware zwar bezahlt, jedoch nicht geliefert wurde?

Antwort: Sperrt auch Quelle Österreich zu, müssen offene Forderungen an die Konkursmasse gestellt werden. In der Regel wird aber nur ein kleiner Teil davon befriedigt.

Frage: Gibt es Änderungen bei einem Einkauf auf Raten?

Antwort: Bestellte Ware muss auch bezahlt werden, Insolvenz hin oder her. Ratenkauf könnte jedoch bald nicht mehr möglich sein, glauben Experten, da Banken in Deutschland offene Forderungen nicht länger übernehmen wollen und Quelle Liquidität braucht.

Frage: Sinken die Preise?

Antwort: Rabattaktionen liegen auf der Hand. Der deutsche Insolvenzverwalter baut Lager ab. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.10.2009)

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