Geotechnikerin schlägt flutsichere Pfahlbauten vor

24. Oktober 2009, 17:30
4 Postings

Evakuierungszentren sollen Zuflucht bieten - bisher ist die US-Pazifikregion kaum vorbereitet

Portland - Experten rechnen damit, dass in absehbarer Zeit ein schweres Erdbeben mit nachfolgenden Tsunamis die US-Pazifikküste heimsuchen wird. "Häuser werden zerstört und hunderttausende Leben werden dadurch gefährdet", kommt die Geotechnikerin Yumei Wang vom Oregon Department of Geology and Mineral Industries in Portland zum Schluss. Was die Expertin kritisiert, ist die mangelnde Vorbereitung auf dieses Ereignis. Daher sollte mit der Errichtung so genannter Tsunami-Evakuierungsgebäude ehebaldigst begonnen werden.

Die Geologie der Region mache einen durch Erdbeben verursachten Tsunami in naher Zukunft wahrscheinlich. Obwohl kein Experte genaue Vorhersagen treffen will - denn das Ereignis könnte auch erst in einigen hundert Jahren erfolgen - könnte ein solches Beben in zehn bis 20 Minuten eine gewaltige Flutwelle von bis zu 16 Metern verursachen. Am 26. Jänner 1700 hatte ein schweres Erdbeben für einen Tsunami gesorgt, der Küstenstädte in Japan verwüstet hatte.

Evakuierungszentren

Wang will vor allem jene Küstenorte schützen, die schwer schnell zu evakuieren sind. Die einzige Möglichkeit wäre hier die Errichtung von Tsunami-Evakuierungszentren, so die Expertin. "Das würden die ersten tsunamisicheren Bauten in den USA sein. Man kann nicht früh genug mit dem Bau beginnen", so Wang, die bereits mit einigen Verantwortlichen in Oregon in Kontakt steht.

In Cannon Beach, Oregon, soll das derzeitige Rathaus zu einem tsunamisicheren Gebäude umgebaut werden. Für ein bis zwei Millionen Dollar kann das Gebäude mit tiefem Betonfundament und Betonsäulen als eine Art moderner Pfahlbau errichtet werden. Zusätzlich werden die Seitenwände verstärkt. Dass die Gebäude nicht preiswert sind, weiß Wang. Allerdings würde das Rathaus für viele der Bewohner schnell und einfach erreichbar sein. (pte/red)

Share if you care.