Atomgespräche enden ohne Deal

21. Oktober 2009, 17:57
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IAEO legt Kompromissentwurf vor und hofft auf Zustimmung der Staaten bis Freitag

Wien - Einen Deal gab es am Ende nicht. Die Atomgespräche zwischen den USA, Frankreich, Russland und dem Iran endeten am Mittwoch in Wien ohne Einigung, jedoch mit einem Kompromissentwurf der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO). Er hoffe, dass die Parteien seinem Vorschlag bis Freitag zustimmen werden, sagte IAEO-Chef Mohamed ElBaradei nach Abschluss der Beratungen vor Journalisten, ohne inhaltlich auf den Entwurf einzugehen.

Ein mit den Gesprächen befasster Diplomat sagte dem STANDARD, das IAEO-Papier enthalte im Wesentlichen "die schon bekannten Zahlen" . Das hieße, dass der Iran rund drei Viertel seines niedrig angereicherten Urans nach Russland schaffen würde, um es dort auf knapp 20 Prozent weiter anzureichern. In Frankreich sollte es dann zu Brennelementen weiterverarbeitet werden, um es anschließend in einem iranischen Forschungsreaktor zu verwenden.

Quelle: Youtube

Der iranische IAEO-Botschafter Ali Asghar Soltanieh sprach nach dem Treffen vor Journalisten lediglich davon, dass der Iran das entsprechende Material kaufen wolle. Trotz ausdrücklicher Nachfragen wollte er sich nicht dazu äußern, ob Teheran zugestimmt habe, einen Teil seines Urans außer Landes zu bringen - für die Verhandlungspartner des Iran der zentrale Punkt der Gespräche. Die IAEO sei "auf dem richtigen Weg" , erklärte der iranische Botschafter. Er sagte nicht, ob der Iran dem IAEO-Vorschlag zustimmen werde.

ElBaradei bestätigte, Frankreich sei in seinem Entwurf vorgesehen. Teheran hatte zuletzt eine direkte Vereinbarung mit Paris abgelehnt, was - offenbar neben einigen Detailfragen - die Gespräche verzögert hatte. Mit der Vereinbarung erhofft sich die Staatengemeinschaft mehr Zeit für Verhandlungen, um eine Lösung im Atomstreit zu finden. Laut Medien hat sich US-Präsident Barack Obama seit Sommer persönlich dafür eingesetzt. (raa/DER STANDARD, Printausgabe, 22.10.2009)

 

 

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