Der Krieg, der vom coolen Outfit lebt

5. August 2009, 16:20
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Zu spät, noch unausgewogen, aber erste Erfolge: "Battlefield Heroes" wartet auf User-Geld für Zusatzausrüstung
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Im Frühling 2008 wurde "Battlefield Heroes" noch groß angekündigt. Mit dem Shooter wollte EA im darauffolgenden Sommer eine Weiterentwicklung des Genres präsentieren: kostenlos online spielbar, im Comic-Stil, angesiedelt am globalen Gemeinplatz des Zweiten Weltkriegs.

Im April 2008 sagte Produzent Ben Cousins vom Entwickerstudio Dice noch zum Standard, dass die Entwicklung 18 Monate gedauert hätte (Produktionskosten unter 10 Mio. Dollar), und das Spiel auf ein Publikum im Alter von zehn bis 15 Jahre abgestimmt sei. Aus all dem wurde nichts: Heroes wurde erst im Sommer 2009 allgemein zugänglich, an die 18 Monate kann man noch 12 dranhängen. Und die PEGI-Freigabe will keine unter 16-jährigen Spieler sehen. Inzwischen kam auch schon Quake Live als schneller, zugänglicher Gratis-Shooter heraus.

Woran der Enthusiasmus der Heroes-Macher krankte, weiß man nicht. Das späte Ergebnis macht jedenfalls einen flotten, stimmigen Eindruck. Auch wenn man nicht das Gefühl hat eine große Innovation vor sich zu haben.

Ein Punkt, der ursprünglich als eine Hauptattraktion und Neuerung beworben wurde, war wohl schwieriger umzusetzen als angenommen: Die Vorgabe, dass man immer Spielen mit gleich guten (oder schlechten) Gegner zugeteilt wird, funktioniert nicht so richtig. (Ja, ich verliere immer.) Usprünglich hätte das Kill/Death-Ratio (Verhältnis zwischen Abschüssen und eigenen Toden) das wesentliche Kriterium sein sollen. Wie die eigene Spielleistung das Matchmaking beeinflusst, ist nicht offensichtlich. Vielleicht wird's ja noch.

Das Interesse an Battlefield Heroes lässt sich trotzdem sehen: Cousins sprach 2008 noch davon, dass er sich bis Ende des Jahres einige hunderttausend Spieler erwarte, nach öffentlicher Zugänglichkeit 2009 waren nach kurzer Zeit eine Million Spieler als Comic-Soldaten registriert. Und wenn sich genug von ihnen auf das Businessmodell der Mikrotransaktionen einlassen und massig Outfits und Ausrüstung kaufen, wird vielleicht auch das bisher recht schmale Angebot an Maps und Fahrzeugen ausgebaut.

http://www.battlefieldheroes.com/

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