Die Strategie in der Galaxie

6. Juli 2009, 21:44
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Erstes Porträt in der Serie österreichischer Independent-Projekte: Erwin Kloibhofer investiert seit fünf Jahren einen Großteil seiner Zeit in die Entwicklung seines Weltraum-Strategie-Spiels "Cosmic Supremacy". Seit kurzem ist die Version 1.0 fertig. Auf in den Weltraum!

 


7000 Arbeitsstunden, verteilt über fünf Jahre hat Erwin Kloibhofer schon investiert. Weitgehend alleine, nur mit Hilfe einiger Freunde, die Grafiken beisteuerten, werkte er an dem Projekt, das einen Großteil seiner Freizeit ausfüllt. Auch im Hauptberuf ist er zwar Spieleentwickler, dort war ihm die Arbeit an seinem Lieblingsgenre "aber bisher noch nicht vergönnt". Seine Freizeitbeschäftigung kann sich jedenfalls sehen lassen: "Cosmic Supremacy" versucht, das Weltraumstrategie-Genre weiterzuentwickeln. Inspiriert von Browserspielen, in denen Massen von Spielern Zahlenkolonnen wälzen, um sich groß angelegte Gefechte zu liefern, und von Strategieklassikern wie "Civilization", "Master of Orion" und "Stars!" bastelte der 40-Jährige Wiener an einer Genrevariante, die Mehrspieler-Erlebnis und runden-basierte Spielmechanik zusammenführt.

Aufgeteilt in ein Hauptfenster, in der man die Kontrolle über Produktions- Bevölkerungs- und Rüstungsdaten behält, und eine 3D-Visualisierung, in der man sich durch die zu erobernde Galaxie zoomen kann, brechen Spieler von ihrem Planeten mit Raumschiffen auf, ein Sonnensystem nach dem anderen zu erobern und daraus ein galaktisches Imperium zu machen. Die planetaren Bevölkerungen müssen vergrößert und in Farmer, Wissenschafter, Banker usw. eingeteilt werden. Planetare Infrastruktur will gebaut, Rüstung vorangetrieben werden, um Schiffe zu neuen Planeten senden zu können, sich auszubreiten und gegen feindliche Spieler die Oberhand zu behalten. Den Macher des Spiels faszinieren die "endlosen Möglichkeiten" des Spielprinzips.

Die Datenkolonnen, mit denen man manövrieren muss, "schrecken manche Spieler ab, für andere sind sie das wahre Paradies", meint Kloibhofer, und es besteht kein Zweifel, auf welcher dieser Seiten er steht. Dabei findet sich nach Absolvieren des Tutorials recht schnell ein Überblick (wenn auch, zugegeben, das vorhergehende Spielen von "Civilization" etwas hilft). Die 3D-Galaxie hilft der Fantasie auf die Sprünge, ohne zu verspielt und unübersichtlich zu werden. Casual-Game für Wii-Verwöhnte ist es halt keines.

Nachdem Version 1.0 nun vorliegt, stellt sich für Kloibhofer auch die Frage, wie er Spieler "fair an Kosten beteiligen" kann. Entschieden hat er sich für eine kostenpflichtige Premium-Variante des Spiels, das auch einen Single-Player-Modus enthält, in dem man seine Strategien erproben kann. Fair bleiben ist ihm aber auch da wichtig: Premium-Kunden dürfen im Spiel "niemals Vorteile gegenüber Gratis-Spieler erhalten".

Fragt man ihn, was die größte Herausforderung bei so einem Projekt ist, antwortet er: "Nicht aufzugeben". Und welche Hürden bringt die Zukunft? "Das Spiel einer breiten Masse zugänglich zu machen."
Denn "bisher war ich Programmierer. Jetzt muss ich einen Schalter in meinem Kopf umlegen und das Spiel bekannt machen."

Downloadbarer Windows-Client des Spiels unter http://cosmicsupremacy.com/

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