Summer Athletics: Wie einst durchs Schwimmbecken schütteln

27. August 2008, 19:14
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Hektische Bewegung, heftige Diskussion: Vom Versuch, das Feeling der alten Summer-Games-Umsetzungen auf der Wii wiederzufinden

 

Eigentlich wollte ich eine Kindheitserinnerung aufwärmen. Denn irgendwann, tief in den 80-ern, war es ziemlich cool, wie irre auf die Cursortasten der Tastatur einzudreschen oder den Joystick zu würgen, um virtuelle Läufer, Schwimmer oder Radfahrer zu bewegen und Turmspringer formvollendet ins Wasser zu bringen. Oder Skispringer, Biathleten oder mexikanische Klippenspringer zu steuern. Summer Games 1 und 2, Winter Games, World Games hießen die Titel für C64 und Konsorten.

Summer Athletics (dtp, ca. 40 Euro) für die Wii klang vielversprechend. Die bewegungsintensive Nintendo-Konsole könnte das Gefühl von damals erneuern. Und die Olympische Spiele würden damit noch etwas im Fernseher nachklingen. (Das offizielle Olympia-Spiel Beijing 2008 wurde unverständlicherweise nicht für die Wii umgesetzt.)

Tatsächlich war nicht nur die etwas karge Stimmung und der recht unterschiedliche Schwierigkeitsgrad der Disziplinen wie früher: Schier endlose Lauf-, Schwimm- und Radstrecken müssen konditionsstark weggeschüttelt werden, was ans ehemals verbissene Tastenhämmern erinnerte. Heftige Diskussionen zwischen den Real-life-Spielteilnehmern darüber, wann welche Bewegung beim Dreisprung oder Diskuswerfen richtig wäre, erinnerten daran, dass man am C64 auch nicht so ganz genau wusste, was man mit dem Ski- oder Turmspringer eigentlich genau machen sollte.

Summer Athletics umfasst 26 Disziplinen. Unmöglich kann man die vielen verschiedenen Lauf-, Schwimm und Radfahrdistanzen am Stück und mit anhaltender Begeisterung durchprobieren. Besser funktioniert das Spiel, wenn man es auf wenige und interessantere Spielarten reduziert: Bogenschießen ist z.B. wirklich nett umgesetzt, auch Turmspringen oder Weitsprung. (Die Sprung- und Wurfdisziplinen benötigen einige Versuche – und einige Diskussion, bis man den Dreh heraus hat.) Am meisten fesselt es, wenn man den Ehrgeiz hat, die Gegenspieler (aus Fleisch und Blut) wirklich zu besiegen. Nur für sich gespielt hat es die selbe ermüdende Wirkung wie längeren TV-Konsum des Sportprogramms ... (Bilder: dtp, mobygames.com)

http://www.summerathletics.com/

 

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