ElBaradei legt Paket mit Vorschlägen vor

21. Oktober 2009, 15:10
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IAEA-Chef: Entwurf soll allen Seiten gerecht werden - Iran soll 75 Prozent seiner Reserven an angereichertem Uran exportieren

Wien - IAEA-Chef Mohamed ElBaradei ist mit Nachdruck darum bemüht, ein Scheitern der Atomgespräche mit dem Iran und damit eine jahrlange Krise zu verhindern. Nach drei Tagen zäher Verhandlungen legte ElBaradei den vier beteiligten Ländern den Entwurf für ein Abkommen vor, das sie bis Freitag annehmen sollen. Er habe einen Text erstellt, der allen Seiten gerecht werde, sagte ElBaradei am Mittwoch nach den Gesprächen mit dem Iran, den USA, Russland und Frankreich. Die iranische Seite ließ offen, ob sie den Entwurf annimmt.

"Ich drücke die Daumen, dass wir bis Freitag die Zustimmung aller Beteiligten haben", sagte der Chef der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA). Diplomaten zufolge enthält der Text auch die Forderung an den Iran, 75 Prozent seiner Reserven an angereichertem Uran bis zum Jahresende im Ausland zu Kernbrennstoff verarbeiten zu lassen. Damit sollen Befürchtungen im Westen entkräftet werden, die Führung in Teheran arbeite insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen. Der Iran hat erklärt, mit dem Kernbrennstoff Krebskranke zu bestrahlen.

ElBaradei sagte, allen Beteiligten sei bewusst, dass die Verarbeitung des angereicherten Urans im Ausland eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme sei. Sie könne eine jahrelange Krise verhindern und den Weg für weitere Verhandlungen in anderen strittigen Fragen ebnen.

Der iranische IAEA-Botschafter Ali Asgharf Soltanieh kündigte eine sorgfältige Prüfung der Vorschläge ElBaradeis an. Sein Land sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Kurz vor dem Ende der Atomgespräche in Wien kündigte die studentische iranische Nachrichtenagentur Isna "gute Nachrichten" an. Einzelheiten nannte der von Isna zitierte Vizechef der Iranischen Atomenergie-Behörde, Mohammed Kanadi, nicht. Der Westen wirft der Führung in Teheran vor, unter dem Deckmantel der Energiegewinnung an der Entwicklung von Kernwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das. (Reuters)

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