Morgan Stanley schreibt schwarze Zahlen

21. Oktober 2009, 17:24
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New York - Die US-Investmentbank Morgan Stanley ist nach drei Verlustquartalen wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Die Bank profitierte im abgelaufenen Vierteljahr von Gewinnen im Handel und im Verkauf von Anleihen sowie vom anziehenden Emissionsgeschäft im Investmentbanking. Insgesamt kam Morgan Stanley auf einen Nettogewinn von 498 Mio. Dollar (334 Mio. Euro), wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Mit 38 Cent je Aktie lag der Gewinn über den Schätzungen der Analysten, die mit 27 Cent gerechnet hatten. Morgan-Stanley-Aktien legten um sechs Prozent auf 34,50 Dollar zu.

In der vergangenen Woche hatten bereits JPMorgan Chase und Goldman Sachs starke Bilanzen vorgelegt - Bei beiden glänzte dank der haussierenden Finanzmärkte ebenfalls vor allem das Investmentbanking. Dagegen mussten die Citigroup und die Bank of America Milliardenabschreibungen bei Konsumentenkrediten vornehmen und erinnerten die Börsianer an die Nachwehen der Finanzkrise.

Morgan Stanley reduzierte zuletzt die Risiken und bewegte sich vorsichtiger im Markt. Der Wertpapierhandel wurde nach dem Kollaps des Finanzmarktes im vergangenen Jahr ausgebaut. "Wir haben seit vergangenem Jahr enorme Fortschritte gemacht", sagte Finanzchef Colm Kelleher in einem Interview. "Zumindest in diesem Quartal scheint das Geschäftsmodell zu funktionieren", sagte Analyst Michael Holland. Ob es nachhaltig sei, müsse man erst sehen. In der Vermögensverwaltung schrieb die Bank mit 356 Mio. Dollar rote Zahlen. Das Kerngeschäft der Sparte sei aber profitabel, betonte die Bank.

Kräftige Boni

Die Boni sprudeln wieder bei den vom Staat mit Milliarden gestützten US-Investmentbanken. Im dritten Quartal legte Morgan Stanley dafür allein 5 Mrd. Dollar zurück. Insgesamt wartet auf die Banker zum Jahresende ein Sonder-Topf von 10,9 Mrd. Dollar. "Wir müssen bei der Bezahlung wettbewerbsfähig sein, aber wir sind und unserer Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler bewusst", sagte Finanzchef Kelleher. "Die Bezahlung ist ein Symptom, nicht die Ursache" der Krise. US-Finanzminister Timothy Geithner kündigte an, einen Teil des 700 Mio. Dollar schweren Hilfsprogramms für die Finanzbranche bis zum Jahresende langsam auslaufen zu lassen.

Vor einem Jahr hatte Morgan Stanley noch einen Gewinn von 7,7 Mrd. Dollar ausgewiesen. Bewertungseffekte hatten das Ergebnis damals deutlich verzerrt. Die gleichen Sondereffekte auf den Wert der Schuldpapiere im Portfolio belasteten das Ergebnis diesmal mit 900 Mio. Dollar.

Die US-Bank Wells Fargo, die in der Finanzkrise den Rivalen Wachovia übernommen hatte, schrieb im dritten Quartal einen Rekordgewinn. Die Bank aus San Francisco profitierte vor allem von der Erholung des Hypothekengeschäfts und wies einen Nettogewinn von 2,6 (Vorjahresquartal: 1,6) Mrd. Dollar aus. Der Höhepunkt der Verluste aus Immobilienkrediten stehe aber im zweiten Quartal 2010 noch bevor. (APA/Reuters)

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