Anbau von Gentechnik-Auberginen verhindert

21. Oktober 2009 14:42

Monsanto wollte Pflanzung in Indien durchführen - Wissenschafter mit Angaben des Konzerns zur Sicherheit unzufrieden

Neu Dehli/Wien - Eine Anbau-Zulassung für gentechnisch veränderte Auberginen in Indien wurde verhindert: Drei von 20 Wissenschaftern des indischen Genetic Engineering Approval Committee (GEAC) sehen deutliche Mängel bei den Sicherheitsuntersuchungen, die Monsanto vorgelegt hat. Obwohl sich das GEAC also mehrheitlich für die Zulassung ausgesprochen hatte, wurden die Gegner in der Folge ausreichend aktiv, um dieser Empfehlung entgegen zu wirken. Der indische Umweltminister Jairam Ramesh erklärte schließlich, dass es nur im Falle einer Übereinstimmung aller Akteure zur Zulassung kommen wird, berichtet "Nature" in seiner Online-Ausgabe.

Die Gentechnik-Auberginen, die von Mahyco Monsanto Biotech - einem Joint-Venture des indischen Saatgutherstellers Maharashtra Hybrid Seed mit dem US-Giganten - entwickelt wurden, weisen unzureichende Sicherheitsdaten auf, kritisieren die Gegner. Einer Studie des französischen Forschers Gilles-Eric Seralini vom Committee for Independent Research and Information on Genetic Engineering zufolge sind die Auberginen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet.

Die Hersteller argumentieren mit 25 Studien, die seit 2002 durchgeführt worden seien und die alle Zweifel ausräumen würden. Kritiker werfen den Saatgutherstellern allerdings vor, die firmeninternen Untersuchungen nicht unabhängig analysiert zu haben.

Kritik an Studien des Konzerns

"Auberginen sind ausschließlich für den menschlichen Konsum vorgesehen. Die synthetischen Gensequenzen und deren Nebenprodukte werden über die Blutbahn aufgenommen und interagieren mit dem menschlichen Immunsystem", meint Werner Müller, Gentechnikexperte von Global 2000. "Doch eine Prüfung solcher Wirkungen wurde nicht durchgeführt." Man könne nicht die Sicherheit von etwas behaupten ohne entsprechend aussagekräftige Studien. "Schön dass zumindest drei Wissenschaftler den Mut hatten, Mängel in der Sicherheitsprüfung einzugestehen", so Müller.

"Die Hersteller argumentieren mit der Vielzahl der Studien, die angeblich alle Zweifel ausräumen. Doch nicht die Zahl der Studien ist ausschlaggebend sondern deren Qualität", erklärt Müller. "Mit Studien, die methodische Mängel aufweisen oder wesentliche Sicherheitsfragen unberücksichtigt lassen, kann die Sicherheit nicht bewiesen werden", so der Experte.

Die Studie von Seralini habe gezeigt, dass es bei Ziegen zu einem verringerten Appetit und bei Hasen und Ziegen zu einer verlängerten Prothrombinzeit (Thromboseplasteinzeit) gekommen ist. Zudem produzierten die Pflanzen ein Protein, das zur Resistenz des Antibiotikums Kanamycin führt. Auf Basis dieser Daten könne die Sicherheit der Aubergine für den menschlichen Verzehr nicht bestätigt werden, schlussfolgert Seralini. (pte/red)

Kommentar posten
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sag mir alles
22.10.2009 20:07
die firma

saatgut in linz gehört monsanto....
???

ma baker
22.10.2009 14:28

das heisst MELANZANI, wir sind ja nicht in der Bild-Zeitung!

luis trew
22.10.2009 14:14

Na dann solls Monsanto halt in Europa probieren.
Irgendwann werden sie es schaffen und wir können - gottlob - endlich gentechnisch veränderte Melanzzani essen.

Ich warte sehnsüchtigst darauf.

Glod
22.10.2009 14:22
Nein, können sie wohl nicht.

Die österreichischen Lebensmittelhändler trauen sich nicht GVO-Produkte ins Regal zu stellen und draufschreiben muss man es nach EU-Recht.

Die Gentechnikpanik bei uns macht es mir also unmöglich meinen Genfraß zu bekommen. Und dann haben diese Leute auch noch die Chupue herumzuschreien dass man ihnen Genfood aufdrängen will. Eine Frechheit sowas. Ich will mein Bt-Mais Popcorn, UND ZWAR SOFORT!!!

;)

Mucosaprolaps
22.10.2009 14:39

Es ist de facto nicht mehr möglich, gentech-freie Sojaprodukte zu kaufen; südamerikanisches Rind wurde mit Genmais gefüttert; US-Convenience-Produkte enthalten das Zeug ebenso. Die ö. Lebensmittelhändler stellen nichts ins Regal, wo "Gentechnik" oder "made in China" draufsteht -- sie betrügen lieber, oder erwirken Regelungen, die verhindern, dass sie peinliche Informationen angeben müssen.

Jukarno
22.10.2009 13:39

Monsanto
Darkavenue 66
Gotham City

sag mir alles
22.10.2009 11:14
Monsanto

speib....

Cornelia F.
22.10.2009 10:43
Na endlich!

Monsanto will seinem Frankenstein-Food, das die Bezeichnung Nahrung nicht verdient hat, den Nahrungsmittel- und Saatgutmarkt unter seine Kontrolle bringen. Bei der Sojabohne ist ihnen das schon fast gelungen - Soja, die aus nicht-biologischer Produktion stammt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit genmanipuliert! (Auch das Sojalezithin in den normalen Schokoladen!)
Die Güte der Studien, die Monsanto liefert ist mittlerweile legendär....

Glod
22.10.2009 11:17
Und sie werden damit Erfolg haben.

Wer für ein totales Verbot von GVO-Nahrung kämpft, ist ganz einfach nur naiv. Die Kampagne dagegen hat langfristig ähnliche Erfolgsaussichten wie jene gegen die Eisenbahn als diese aufkam.

Es wäre wichtiger rigorose Überprüfungen jedes einzelnen neuen GVO-Produkts zu fordern und einzuführen um etwaige Gesundheitsrisiken abzufangen. (Kosten sollte natürlich der Hersteller tragen)
Noch dazu bessere Gesetze zur Verhinderung von Monopolen, Reform der Patentgesetze und was man sonst noch braucht um Monsanto und Co. unter Kontrolle zu bringen.

Aber eine Totalopposition ist angesichts des potentiellen Nutzens dieser Technologie lächerlich und zum Scheitern verurteilt.
Sie könnten genauso gut versuchen Elektrizität zu verbieten...

NoComment
22.10.2009 12:31

welches positive potential hat gentechnik in nahrungsmittel bitte genau? wozu? warum? weshalb?

Glod
22.10.2009 13:03
Alles mögliche. Höherer Ertrag, höhere Resistenz gegen Schädlinge oder schlechtes Wetter,

mehr Vitamine, besserer Geschmack, geringerer Wasserverbrauch, usw.

Mit Gentechnik kann man ein Lebewesen gezielt so ändern wie man es haben will, je ausgereifter die Technologie wird desto besser geht das.
Jetzt stehen wir natürlich noch ziemlich am Anfang.

"wozu? warum? weshalb?"
Es ist ein technologischer Fortschritt in der Lebensmittelproduktion, was wollen sie da für eine großartige Begründung haben?
Es ist da, es bringt was, also wird es sich durchsetzen. So einfach ist das.

Natürlich ist diese Technologie nicht unbedenklich, aber das trifft auf viele nützliche Dinge zu.
Mein Punkt ist ganz einfach, dass ein Totalverbot illusorisch ist, und ihr Typen stattdessen nach einer vernünftigen Reglementierung schreien solltet.

Nick Tameer
27.10.2009 14:18

Das scheinen mir eher Verkaufsargumente als Fakten zu sein. Das Zeug mit dem besseren Geschmack scheint jedenfalls noch nicht im Handel zu sein.

fidel quietsch
23.10.2009 07:35

bitte vergessen Sie nicht, zu erwähnen, dass die Biotechnologie und Genforschung bald schon recht nahe an die konventionelle Züchtung herankommt: Es wird eifrig an der Entwicklung markerfreier Systeme gearbeitet, die Transfer und Selektion eines bestimmten Traits ohne "blinden Passagieren" wie Kanamycin-Resistenzen o.ä. erlauben.

An alle Poster: Laut europaweiten Umfragen glaubt ein Drittel der Europäer, Tomaten haben keine Gene; ein Drittel ist überzeugt, nur gentechnisch veränderte Tomaten hätten Gene. Ein letztes Drittel glaubt, alle Tomaten hätten Gene.
Ich hoffe, Sie gehören zu letzteren.

NoComment
22.10.2009 13:43

sie glauben also auch an den weihnachtsmann? werfen leuten, die gegen gen-food sind, naivität vor aber glauben daran dass diese tatsächlich positiven seiten ohne eine negative erkauft werden können? die vorstellung die sie über gen-food und dessen kontrolle haben ist tatsächlich naiv. da es außer durch das komplette verbot von gen-food nicht möglich sein wird, schäden für menschen, tiere und pflanzen auszuschließen, bleibt das verbot (und der ruf danach) das einzig mögliche mittel. keine der freigesetzten gen-food-pflanzen hat außer dem hersteller irgendeinen vorteil gebracht, auch wenn vorteile sowohl theoretisch als auch praktisch herstellbar wären. gen-food dient der profit-gier, und nicht der weltverbesserung. leider.

Glod
22.10.2009 14:16
Hehe. Außer Polemik und roten Stricherl, habt ihr echt nix auf Lager, oder?

Ich habe zweimal geschrieben, daß Gentechnik nicht unbedenklich ist, aber es bringt einen Vorteil und zwar nicht nur den Herstellern.
Immer mehr Bauern kaufen das Zeug und bauen es an, freiwillig!

Und wobei sie nicht ganz unrecht haben, es geht primär um Profit. Und alles was Profit bringt und für Menschen oder Umwelt nicht kathastrophal ist setzt sich durch.
Und Kathastrophen haben sich auch 15 Jahre nach Markteinführung noch keine manifestiert.

Und eben deswegen ist eine Verbotsforderung lächerlich und eine Forderung nach schärferen Kontrollen von GVO-Produkten und den Geschäftpraktikten ihrer Hersteller sinnvoll.

Und regen sie sich nicht so auf, das ist ungesund.

Onkel Tom´s Hütte
24.10.2009 08:55
Es ist geradezu kindlich naiv zu glauben,

daß die Gentechnik zum Vorteil der Verbraucher angewendet werden wird (obwohl dies wahrscheinlich möglich wäre).

Es ist vielmehr so, daß sie _ausschließlich_ zur Gewinnmaximierung der Saatguthersteller dienen wird.

Regis 1
22.10.2009 15:05
Immer mehr Bauern kaufen das Zeug und bauen es an, freiwillig!

bitte geben sie ihre quellen bekannt ...

dietraeneallahs
26.10.2009 04:32

würd mich auch interessieren.
den bauern wird doch überhaupt keine chance mehr gegeben bzw übrigbleiben.

und...natur und technologie(technologischer fortschritt)...also ich weiss nicht,für mich passen die zwei nicht zusammen.gentechnisch verändertes gemüse soll besser schmecken und gesünder sein???also besser als die melanzani in indien geht nicht und ich weiss,dort wird auch sehr gern gesprayt aber ich bin überzeugt,früchte,gemüse,ja alle natürlichen lebensmittel sind perfekt,absolut perfekt!und gegen ernteausfälle muss man sich eben was einfallen lassen oder einfach besser haushalten sozusagen.

ich sage:totaler boykott von monsanto!

ist mMn unter den top5 der verbrecherischen konzerne dieser welt.

abschliessend:codex alimentarius???

NoComment
22.10.2009 16:24

har har har der war gut, eine US-analyse, na DANN bin ich jetzt beruhigt. klar dass in den USA gen-veränderte pflanzen wie sau angebaut werden, dort ist es ja auch erlaubt und die großen konzerne sind auch alle in den USA (oder nordamerika) angesiedelt. was das allerdings beweisen soll weiß ich nicht, dass sind ja keine "bauern" die das anbauen sondern industriebetriebe.

Glod
23.10.2009 11:21
Na wo es nicht erlaubt ist, ist eine größere Verbreitung ja nicht möglich.

Und ihr Antiamerikanismus ist leider ebensowenig ein Argument wie ihre Glorifizierung von Kleinbauern.
(Oder wollen sie jetzt unterstellen, das immer mehr Agrarbetriebe teureres Saatgut kaufen, dass sie nächstes Jahr nachkaufen müssen, obwohl es ihnen nichts bringt?)

Dort wo es erlaubt ist, nimmt die Landwirtschaft diese Produkte immer mehr an, woraus man schließen kann dass sie was bringen und vor allem dass sie sich langfristig durchsetzen werden.

NoComment
23.10.2009 12:03

wenn die landwirtschaft was "annimmt" ist das höchstens ein beweis dafür dass es dem landwirt oder der dahinterliegenden industrie hilft. allerdings befürchte ich, dass sich die landwirte da in ein verderben reiten. denn einerseits entsteht eine abhängigkeit zu einem produzenten (samen UND spritzmittel), andererseits wird, wenn der ertrag tatsächlich gesteigert wird und die anzahl der landwirtschaftlichen flächen gleich bleibt, der preis sinken (wir haben ja kein nutzpflanzendefizit). die umweltschäden durch diese ertragserhöhung zahlen wir "normalos", denn von nix kommt nix.

Glod
22.10.2009 15:25
NoComment
22.10.2009 16:26

geh bitte, was soll das beweisen? dass in einem land, in dem großkonzerne die landwirtschaft dominieren und die bauern nicht mehr als ackergäule sind, gen-veränderte pflanzen angebaut werden. bumm, wer hätte damit gerechnet.

Der Wählerwille
 
22.10.2009 10:40
M E L A N Z A N I!

zefix .....
habt ihr einen masterplan "zerstörung der lokalen sprachvarietät" oder wie?

aubergine versteht der grossteil der österreicher tatsächlich nicht. .. was soll also der topfen?

Preger
22.10.2009 15:07
Interessant,...

...dass auch Sie die Melanzani mit Topfen in Verbindung bringen (siehe mein Posting weiter unten). Gibt's da vielleicht ein Rezept, dass ich noch nicht kennen sollte (Melanzani-Topfen-Aufstrich oder so)?

Wundert sich
Ihr Preger, Teilzeitkuenstler/In

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