Schlumberger darf Hochriegl übernehmen

21. Oktober 2009, 12:29
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Wien - Der rot-weiß-rote Sekt-Deal zwischen Schlumberger und Hochriegl ist nun von den österreichischen Wettbewerbshütern abgesegnet worden. Der Kauf von 100 Prozent der Geschäftsanteile der Hochriegl Wein- und Sektkellerei GmbH sowie der Produktionsmaschinen durch Schlumberger sei mit dem positiven Abschluss des kartellrechtlichen Verfahrens genehmigt, teilte Schlumberger heute, Mittwoch, mit. Damit gehen die Hochriegl-Marken auf die Schlumberger-Gruppe über.

Durch das Zusammengehen der Nummer zwei und der Nummer drei am heimischen Markt kommt künftig fast die gesamte österreichische Sektproduktion mit den Marken Schlumberger, Goldeck und Hochriegl aus einem Haus. Marktführer bleibt der deutsche Sekt-Riese Henkell & Söhnlein, der seine Produktion in Österreich bereits vor einiger Zeit geschlossen hat.

Der Verkauf von Hochriegl war Mitte September von den ehemaligen Eigentümern, der Familie Polsterer-Kattus, mit der "allgemeinen Marktsituation" begründet worden. Nach dem Verkauf sei Kattus nun "erstmals seit 40 Jahren" schuldenfrei. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Ein parallel zum Kaufvertrag abgeschlossener Produktionsvertrag sichere auch künftig für die Marke Hochriegl die sorgfältige Auswahl der Grundweine sowie die vollendete Konzeption der Cuvees, heißt es in der heutigen Pressemitteilung weiter.

Sektstandort sichern

Die Übernahme sichere den österreichischen Sektstandort und damit den Erhalt und die Steigerung der Wertschöpfung in Österreich, heißt es in der heutigen Schlumberger Pressemitteilung. Aus diesem Anlass finde morgen, Donnerstag, 22. Oktober 2009, bei Schlumberger ein "Tag der offenen Türe" mit Besichtigungsmöglichkeit der 300 Jahre alten Sektkellereien sowie gratis Sektverkosten statt. Schlumberger ruft außerdem den 22. Oktober künftig zum "Tag des österreichischen Sektes" aus.

Schlumberger kommt samt Hochriegl (2,3 Mio. Flaschen Sekt jährlich) auf 5,5 Mio. Flaschen Sekt in Österreich. Der Gesamt-Schaumweinmarkt beläuft sich auf rund 20 Mio. Flaschen. Der Umsatz der börsenotierten Schlumberger AG lag im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende März) bei fast 210 Mio. Euro (+10 Prozent). Rund 40 Prozent der Erlöse wurden mit Sekt erzielt. Ein genauso starkes Standbein hat man bei Spirituosen. Etwa 10 Prozent des Umsatzes entfallen auf den Weinhandel und alkoholfreie Getränke. (APA)

 

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