Werbewirtschaft sieht angesichts schlechter Konjunktur Politik am Zug

21. Oktober 2009, 12:23
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Werbe-Optimismus-Index: Werbeumsätze um elf Prozent gesunken - Prämie für Werbeinvestitionen und transparente Vergabeverfahren für öffentliche Infokampagnen gefordert

Die Werbebranche sieht angesichts der schlechten Konjunkturlage die Politik am Zug. Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer, fordert nicht nur steuerliche Anreize für Investitionen, wie etwa die Einführung der Werbeausgabenzuwachsprämie, sondern warnt auch vor weiteren gesetzlichen Einschränkungen bei der ORF-Werbung. Weiters appelliert er an die öffentliche Hand, mehr Geld in Kommunikationskampagnen zu investieren und Vergabeverfahren transparenter zu machen.

Grund für den Appell an die Politik ist die nach wie vor angespannte Konjunkturlage. In Summe sei das Werbeaufkommen in den ersten acht Monaten des Jahres um elf Prozent gesunken. Der Fachverband Werbung rechnet für heuer mit einem Rückgang der Investitionen um mehr als 300 Millionen Euro und auch im nächsten Jahr sei "kein Silberstreif am Konjunkturhimmel zu erkennen", so Drössler bei der Präsentation des Werbe-Optimismus-Index am Mittwoch. Auswirkungen hat der Werberückgang naturgemäß auch auf die Arbeitsmarktsituation: Arbeitsplatzangebote für Werbeberufe sind im September im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent eingebrochen, so Drössler.

Offensive gefordert

"Wir brauchen angesichts der schwierigen Wirtschaftslage eine Offensive für Werbung und kommerzielle Kommunikation", forderte Drössler. Vor allem müssten die Vergabeverfahren für Kommunikationskampagnen von Auftraggebern der öffentlichen Hand verbessert werden. Weiters müssten Informationskampagnen der Politik "mit noch mehr Öffentlichkeitswirksamkeit umgesetzt werden". International liegen die Ausgaben für derartige Public Information "nicht zu hoch" - im Vorjahr wurden in Summe mehr als drei Milliarden Euro in Werbung investiert, rund 300 Millionen davon kamen von Seiten der öffentlichen Hand.

Hinsichtlich der ORF-Gesetzesnovelle wiederholte Drössler seine Sorge, dass "ohne den ORF derzeit keine österreichweiten Kampagnen durchgeführt werden" können. Die Werbebranche brauche den ORF - "ein Zurückdrängen des ORF auf ein für private Sender nicht interessantes Nischenprogramm" sei für die heimischen Werber daher keine Option. Auch Onlinewerbung müsse im ORF auch künftig möglich sein, so Drössler. (APA)

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