Stilberatung

21. Oktober 2009, 09:33
65 Postings

Hermann Maier braucht Stil. Der Mann müsste wissen, dass "vor der Presse kein Platz für Emotionen ist"

Hermann Maier braucht Stil. Der Mann müsste wissen, dass "vor der Presse kein Platz für Emotionen ist". Soll er "bluffen, das ist erlaubt, es darf nur nie auffallen". Läse er, wie unsereins, Lebensstil von Desirée Treichl-Stürgkh - er hätte nie geweint.

Ich zum Beispiel fand kürzlich nach einer Einladung sogar noch heim, weil ich den alkoholischen "Gradmesser" der Stilberaterin beachtete: "Kennen Sie Ihren Heimweg noch?" Zuvor hatte ich keinem den "Cocktail-Smalltalk" vermiest, indem ich "das Thema Politik vermieden und bei unterhaltsamen Themen wie Filme, Restaurants, Reisen und Kunst" geblieben war. Mit dem Satz "Der Verkehr in Südeuropa ist oft wilder als in Mitteleuropa; es kann sein, dass, wenn die Ampel Rot anzeigt, manche Autofahrer trotzdem weiterfahren" ließ ich meinen polyglotten Stil durchblitzen - ohne jedoch "zu viel Information von mir zu verraten".

Echt Furore machte ich aber im Museum, dank Kapitel "Wie tarne ich mich als kunstverständiger Mensch?". Ich studierte zuvor "im Internet ein, zwei Werke der Sammlung, blieb dort beim Rundgang zufällig hängen und referierte" herzergreifend. Guter Bluff. Maier wären wieder die Tränen gekommen. (Renate Graber/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.10.2009)

Share if you care.