Buwog-Affäre

Grasser nun auch Beschuldigter

21. Oktober 2009, 10:15

Staatsanwalt ermittelt wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs, Geheimnisverrates und illegaler Absprachen

Wien - In der Buwog-Affäre wird nun von der Justiz gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch, Geheimnisverrat und wettbewerbsbehindernde Absprachen ermittelt. Die Ermittlungen seien aufgrund einer Anzeige der Grünen eingeleitet worden, erläuterte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch, Mittwoch früh. Geführt werden die Ermittlungen gegen Grasser vom Buwog-Staatsanwalt Norbert Haslhofer. Für Grasser und alle anderen Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Grasser selber hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Grassers Rechtsanwalt Manfred Ainedter erklärt heute dazu, dass nach einer Anzeige jeder von der Justiz als Beschuldigter geführt werde, falls die Causa nicht sofort niedergelegt wird. Der Anwalt sieht in dem Fall eine "Skandalisierung" durch die Medien und kritisiert insbesondere das Magazin "Format"; dieses hatte Dienstagabend als erstes von den Ermittlungen gegen den Ex-Finanzminister berichtet. Ainedter will heute Akteneinsicht nehmen. Eine Hausdurchsuchung bei Grasser oder eine Ladung zur Einvernahme des früheren Regierungsmitglieds habe es bisher nicht gegeben, so der Anwalt.

Blick zurück

Der Verkauf der Bundeswohnungen fand 2004 während der Amtszeit der ÖVP-FPÖ-Koalition unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP) statt und wurde schon damals von Opposition und Rechnungshof heftig kritisiert. Die nun geführten Ermittlungen der Justiz kamen durch Zeugenaussagen in der Immofinanz-Affäre ins Rollen. Der PR-Berater Peter Hochegger sowie der Lobbyist und Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger erstatteten Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung eines von der Immofinanz erhaltenen Honorars in Höhe von insgesamt 9,6 Mio. Euro. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen beide wegen Verdacht auf Untreue und Steuerhinterziehung, es gilt die Unschuldsvermutung. Die Immofinanz hatte die Provision nach dem Zuschlag gezahlt: Meischberger kassierte 7,688 Mio. Euro (80 Prozent), Hochegger 1,922 Mio. Euro (20 Prozent).

Knapper Ausgang

Das Bieterverfahren hatte einen knappen Ausgang: Erst in der letzten Runde und nach dem Verzicht des Landes Kärnten auf den Kauf der im Paket enthaltenen Villacher Wohnungsgesellschaft ESG war die Immofinanz knapp vor der CA Immo Bestbieter. Ohne ESG wäre die CA Immo mit einem Anbot von 747 Mio. Euro um 20 Mio. Euro vor der Immofinanz gelegen. Beim Anbot inklusive der ESG lag hingegen die Immofinanz mit 830,6 Mio. Euro um nur 1,19 Mio. Euro voran.

Im Zuge der Ermittlungen wurden bereits Hausdurchsuchungen bei Hochegger und Meischberger durchgeführt und Zeugen einvernommen. Michael Ramprecht, ehemals Kabinettsmitarbeiter von Grasser, hat diesen schwer belastet - es gilt die Unschuldsvermutung. Die Privatisierung im Jahr 2004 sei "ein abgekartetes Spiel" zugunsten der Immofinanz gewesen, behauptet Ramprecht, der damals als Geschäftsführer der Bundesbeschaffungs GmbH (BBG) die Buwog-Privatisierung betreute. (APA)

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johannes mayer1
00
23.10.2009, 07:47
€ 16.000,00 pro Wohnung hat Grasser bekommen

Wenn ein Firmenchef seine Ware unter jedem Wert verkauft, wird er pleite gehen. Wenn dies ein Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft ist, werden ihn die Gesellschafter verjagen auf Untreue verklagen!!! € 16.000,0 für eine Wohnung - lieber Karl Heinzi - das war ein verdammt schlechter Job von dir!!!

bar aufs handerl
00
23.10.2009, 18:00

das gilt eben beim privatisieren nach der logik der hutschenschleuderer als besonders clever.

Verdad
00
22.10.2009, 19:40

für 830 Millionen 60.000 Wohnungen ...

Das sind nicht einmal € 14.000 pro Wohnung,
schon allein deswegen müsste ermittelt werden.

Verzweifelnd
00
23.10.2009, 11:06

Entschuldigung, aber die Schulden der Gesellschaften sind da schon abgezogen bitte.

Angelika70
20
22.10.2009, 14:31

Frage. Wieso wird wegen Amtsmißbrauch ermittelt? KHG war kein Beamter und der Buwog-Deal wurde privatwirtschaftlich abgewickelt.

urs debhilet
00
22.10.2009, 22:09
Doch

ein Minister ist Exekutive, das heißt in Vollziehung der Gesetze tätig. KHG war in diesem Sinn Beamter. Näheres im Strafgesetzbuch, das Karli jetzt sicher auf dem Nachtkastl hat. Es gilt wie immer bei ihm die besondere superklare Unschuldsvermutung.


bad hair day
00
22.10.2009, 18:14

Angelika,
nicht umsonst heißt es *Ministeramt*.
Hm?

Späthippie in völliger Verblödung
00
22.10.2009, 12:38
Bei Anklageerhebung eine Kiste Sekt,

das haben wir uns gerade ausgemacht.

liber latinus
30
22.10.2009, 11:16
amtsmissbrauch, geheimnisverrat, wettbewerbsverzerrung

klingt alles ziemlich heftig, aber wo sind die beweise?
nirgends.
alles was profil und format bisher veröffentlich haben, sind dubiose vermutungen und anschuldigungen eines entlassenen mitarbeiters.
der khg ist nicht blöd, sollte er tatsächlich einen anbieter bevorzugt haben wird er das nicht an die große glocke gehängt und in einem aktenvermerk niedergeschrieben haben, der khg ist doch kein dolm!

farbrauschen
00
22.10.2009, 16:53


meinst du,
es müsste schon alles bewiesen sein, bevor er überhaupt angezeigt werden darf?

die beweise werden gerade gefunden.
hoffentlich reichlich
und offensichtlich.
unübersehbar offensichtlich.
am liebsten wäre mir, die übeltäter würden von schlechtem gewissen (oder auch der reinen angst, dass alle anderen auspacken) gepackt
und würden beginnen zu singen.
wunderschöne lieder der klarheit.
wahrheit.
einsicht.
so dass endlich ausgemistet werden kann in diesem stinkenden stall.
so hell schallende lieder, dass jeder österreicher sie versteht
und nicht einmal unsere
wirklich irre unabhängige
justiz
sich getraut,
noch einmal eine unerwünschte anzeige zu "übersehen"

Alexandre P
00
22.10.2009, 16:51

SIE VERGESSEN DIE AKTUELLEN AUSSAGEN VON HOCHEGGER, DASS INSIDERINFOS NACH AUSSEN GEDRUNGEN SIND. AN WEN? AN GRASSERS LANGZEITFREUND UND TRAUZEUGEN.

Gäbe es schon Beweise, wäre der Karli vielleicht schon in Haft - aber die Indizien sind erdrückend.

Verein zur Förderung der New Freunderlwirtschaft
 
00
22.10.2009, 11:45

"... khg ist doch kein dolm!"

und wieso hat er dann ein pferd geheiratet?

http://www.youtube.com/watch?v=m-QUXNg96Xc

urs debhilet
00
22.10.2009, 22:15
Unfaßbar dieser Link

kein gerader Satz, aber arrogant und unterbelichtet - die "Spitzen der Gesellschaft"

Verzweifelnd
03
22.10.2009, 09:21

Es fällt nun wirklich mehr als auf: Wolfgang Schüssel schweigt in Tibet und die Damentrolle Heidi, Gudrun & Co sind auch verstummt.

Markus1975
00
22.10.2009, 09:17
Jetzt wissen wir es

Format ist schuld ....

Mario Rutar
00
22.10.2009, 08:54

10 Uhr. Termin bei der Staatsanwältin. Die Frisur hält...

William Blake II
00
22.10.2009, 07:31
Fünfer, lass den Privatjet für mich auftanken!

Denn es wird eng.

Franz Peber
014
22.10.2009, 06:19
Wann kommt endlich das grosse ...

... "Wofgang-Schüssel-Interwiew" zur Causa Grasser, in dem er uns erklärt, daß er eigentlich immer vor diesem Scharlatan gewarnt hat. Leider hat man wieder einmal auf seine klugen Ratschläge nicht gehört.
Er geht uns halt sehr ab, der sympathische Dr. Wofgang Schüssel!

Lexomat
02
22.10.2009, 05:05
wann geht

der karl-heinz endlich in häfn?

http://www.youtube.com/watch?v=95Y-ezDYs7A

Zensor aus Favoriten
00
22.10.2009, 09:21

wegen ihnen habe ich das bild auswechseln müssen ;)

Zensor aus Favoriten
01
22.10.2009, 04:57
Grandioser Club 2 als Elendsdiskussion über die Justiz

Wäre sowas nicht ein genialer Plan ?
Man spart die Justiz kaputt um in Zukunft keine Anklagen fürchten zu müssen ?
http://warteschlange.twoday.net/stories/6005005/

Karl Joda
012
22.10.2009, 00:46
Verantwortung ?

... die trägt die ÖVP voll und ganz . Ja, die ÖVP unter Schüssel, dem Wahlverlierer ! Der hat Grasser den Blender, hochgepusht ! Einfach unwürdig für eine angebl. christliche (.-))))) ) Partei. Jetzt ist Grasser der einstige Held der VP, Hauptperson in einem Megaskandal der Freunderlwirtschaft. Aber, so wie er sagt , hat er ein SSSSSUUUUUPPPPerrreines Gewissen- das glaub ich
natürlich !!!! selten so gelacht.

xxdmania
00
22.10.2009, 14:34

liegt eher daran das der herr kein gewissen hat

trace route
05
21.10.2009, 23:52
Ein guter Tag ...

... endet mit Gerechtigkeit für jene, die den Staat als Selbstbedienungsladen betrachtet hatten.

Klar, dass so einer für Privatisierungen ist, wenn dabei 10 Mio an "Prämien" anfallen für einen halben Tag "Beratungs"-Arbeit. Und dann noch dazu steuerfrei über Zypern.

Und der Ex-GröFaZ wusste von all dem muatmaßlich nichts. Naja wer's glaubt...

Im übrigen sehe auch ich Verdunkelungsgefahr...

graeslein
 
00
21.10.2009, 23:36



Erstaunlich ist allerdings, dass Ramprecht jahrelang geschwiegen hat, weswegen sich für mich die Frage erhebt, was ihn dazu bewogen haben mag, sein Schweigen nun zu brechen. Da ließe sich allerhand denken ....

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