Industriellenvereinigung

"Jetzt muss die Zeche gezahlt werden"

20. Oktober 2009 18:19
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    IV-Präsident Veit Sorger gibt einen klaren Wegweiser zur Schuldenminimierung vor.

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In den nächsten zehn bis 15 Jahren müssten neun bis zwölf Milliarden Euro jährlich eingespart werden. Über höhere Steuern will man trotzdem nicht nachdenken

Wien - Die Regierung ist derzeit noch bemüht, konkrete Zahlen über die Einsparungen in den nächsten Jahren möglichst zu vermeiden. Die Industriellenvereinigung (IV) hat es da schon eiliger. Sie legte am Dienstag ihre Vorstellungen für die Budgetkonsolidierung vor. Um bis zum Jahr 2025 wieder unter die Maastricht-Verschuldungsgrenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu kommen, müssten jährlich neun bis zwölf Milliarden Euro gespart werden, meinte IV-Präsident Veit Sorger.

Wegen der staatlichen Hilfen nach der Finanzkrise, aber vor allem auch wegen verschleppter Reformen in der Vergangenheit werde die Verschuldung Österreichs bis 2013 auf 83 Prozent des BIP steigen, was jährliche Zinszahlungen von elf Milliarden bedeute. Sorger:"Wir haben zu lange über den Verhältnissen gelebt. Jetzt muss die Zeche gezahlt werden."

Abbauen will die Industrie das Defizit ausschließlich über Ausgabenkürzungen. Über höhere Einnahmen, sprich Steuern, wurde erst gar nicht nachgedacht. Sorger: "Je früher man sich damit beschäftigt, desto weniger bringt man bei den Ausgaben weiter."

Knackpunkt Pensionssystem

Und bei den Staatsausgaben hat man zahlreiche Ideen, wo eingespart werden könnte. Dringendsten Handlungsbedarf ortet IV-Generalsekretär Markus Beyrer im Pensionssystem. Ähnlich wie Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) plädiert er für das sofortige Auslaufen der Hacklerregelung, die einen abschlagsfreien Pensionsantritt ab 60 (bzw. 55 für Frauen) ermöglicht.

Das tatsächliche Pensionsantrittsalter (derzeit rund 58 Jahre) will man um zwei Jahre anheben. Auf Länder- und Gemeindeebene solle endlich ein einheitliches Pensionsrecht umgesetzt werden. Wenn all diese Maßnahmen umgesetzt würden, könnte jährlich 2,8 Milliarden Euro gespart werden, glaubt die IV.

Ein Dauerthema ist auch der Gesundheitsbereich. Durch die Umwandlung von Akutbetten in den Krankenhäusern zu Pflegebetten und durch Effizienzsteigerung könnten 2,3 Milliarden Euro lukriert werden. In der Schulverwaltung sieht man ein Potenzial von einer Milliarde, durch die Fusion von kleineren Gemeinden eines von weiteren 500 Millionen.

In Summe kommt man so auf 7,5 Milliarden Euro Sparpotenzial. Damit aber nicht genug:Mittelfristig seien im Pensionssystem, bei der Wohnbauförderung oder den Beamten weitere fünf Milliarden drinnen.

Kein Tabu sind für die IV auch weitere Privatisierungen. Sorger denkt dabei an jene Unternehmen, an denen der Staat noch mit mehr als 25 Prozent beteiligt ist - etwa die Post oder die Telekom. Aber auch auf Landes- und Gemeindeebene gebe es ein "breites Spektrum" an Möglichkeiten.

Ähnlich wie in Deutschland hätte man gerne eine "Schuldenbremse" im Verfassungsrang, um künftigen Defiziten vorzubeugen. Inwiefern die Industrie selbst zum Schuldenabbau beitragen könne, wollte Beyrer nicht sagen. Derartige Vorschläge würden gesondert vorgelegt.

"Gräben werden vergrößert"

Bei den Arbeitnehmervertretern zeigte man sich daher wenig erfreut. Offenbar sollen nur die unselbständig Erwerbstätigen sparen, meinte der Chef der SP-Gewerkschafter, Wolfgang Katzian. "Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass die Wirtschaftskrise von Gruppen ausgelöst wurde, die in den vergangenen Jahren unermessliche Einkommens- und Vermögenszuwächse zu verzeichnen hatten", so Katzian. Genau diese Kräfte würden von der IV aber außen vor gelassen. Eine solche Haltung trage dazu bei, "dass die Gräben zwischen Arm und Reich noch vergrößert werden".

Auch Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel meinte, die Industrie trage in Österreich vergleichsweise wenig zur Finanzierung des Staates bei. Läge man auf dem Niveau der Eurozone, hätte man selbst im heurigen Krisenjahr die Maastricht-Grenze eingehalten, glaubt Tumpel. "Einseitige und überhastete" Sparvorschläge würden langfristig mehr kosten als bringen. (Günther Oswald, DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2009)

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also dann ...
21.11.2009 10:23
sorger`s platte phrasen haben mit der realität nichts zu tun - siehe D : Ökonomen schreiben Stabilitätspakt ab

"Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt hat sich nach Ansicht des Sachverständigenrats als untaugliches Instrument erwiesen, die Staats-finanzen in Europa zu sanieren."
http://www.ftd.de/politik/k... 37951.html

JA - die TÄTER = BANK_S_TER... müssen die zeche
zahlen - wer sonst ?
s. ökonomen in D :
Da die Rezession und ...die Schieflage der Staatsfinanzen wesentlich durch Auswüchse im Finanzsektor ausgelöst wurden...,
ist dieser stärker zu besteuern",
d.h.
- fin.steuer
- Übertragung eines Teils d. Netto-vermögens an
den S t a a t !

http://www.ftd.de/politik/d... 23835.html

Josef Wöss
22.10.2009 07:48

für mich fängt ist die größte krise dort an, dass es die gelernten gewinnmaximierer geschafft haben, trotz einer informationstechnisch globalisierten welt, der kuh es nicht wirklich merken zu lassen, wie sehr sie gemolken wird.

Josef Wöss
21.10.2009 21:38

damit ichs richtig verstehe: der casino-kapitalismus reitet die welt in eine veritable krise. sämtliche steuerzahler der welt reissen sich den a.. auf, um die banken zu retten.
und jetzt machen diese weiter wie zuvor, die steuerzahler dürfen aber auf jahre gesehen tiefer in das säckle greifen, womöglich überall abschläge akzeptieren müssen?
es fehlen einem einfach die worte über soviel dreistigkeit.

Josef Wöss
22.10.2009 07:21

wo sind denn all die riesengewinne hin? geld ist doch da. 70-80 % in den händen von 10 % der bevölkerung, ist doch eine waffe.
sollen doch die zahlen, die jahrzehntelang über gebühr in die eingene tasche gewirtschaftet haben, während die an der basis die brosamen erhielten.

wer wenn nicht er
21.10.2009 15:27
Was reden die AKler da für Blödsinn? Wo sind da einseitig arbeitnehmerseitige Einsparungen?

Zusammenlegung kleiner Gemeinden oder Abbau doppelter und dreifacher Bürokratien im Schulwesen usw., alles kluge Vorschläge. Wenn schon, dann sind das Bürokratenfreindliche Maßnahmen.

Die Hacklerregelung gehört auch weg. Wann kommt endlich das Pensionskonto? Es ist doch versicherungsmathematisch einfach berechenbar, was es dem Pensionssystem kostet wenn einer 2 Jahre länger arbeitet. Das gehört dem Längerarbeiter ausbezahlt.
Und der Frühpensionist soll entsprechend weniger bekommen.
Wird dann noch das Pensionsalter kontinuierlich an die steigende Lebenserwartung angepasst (pro Jahr ca. 3 Monate), ist das System automatisch stabil und jeder weiß woran er ist.
Wer mehr einzahlt bekommt mehr raus. Niemand braucht meckern. Fertig.

Josef Wöss
22.10.2009 07:26

sag, bist dus wirklich?

sebastian neuner
21.10.2009 15:22

dann sollen sie zu den banken gehen und es sich dort wiederholen! wie oft sollen wir noch für die "krise" bezahlen? da wird schon wieder über boni in millionenhöhe bei banken geredet......?!

Fleisch
21.10.2009 15:09

Mir fehlen die Journalisten, die einen Schritt weiter denken: Vergleiche wären gefragt. Dadurch, dass die Hypo Alpe Adria keine Dividende auf das Partizipationskapital zahlt verliert der Staat zB 72 Mio. EUR/Jahr, das ist schon 3x so viel wie der kleinste Posten auf der Liste. Nur so ein Beispiel. Sparen ist schon gut, aber die Verhältnisse sollten dargestellt werden. Wieviel kostet die staatliche Förderung der privaten Pensionsvorsorge jährlich? Könnte das ein Journalist einmal recherchieren?

Student der Magie
21.10.2009 13:17
Ungleichheit:

Wenn ich als Bürger einen Schaden anrichte, dann muss ich diesen erstens ersetzen, je nach Schaden muss ich vielleicht auch noch ins Gefängnis.

Wenn ich als Firma einen Schaden anrichte, muss ich dafür gerade stehen, wenn ich kein Geld mehr habe, dann geht die Firma konkurs, wenn ich kriminell gehandelt habe, dann geh ich ins Gefängnis.

Banken haben kriminell gehandelt, und sie haben enormen wirtschaftlichen und menschlichen Schaden angerichtet. Zurückzahlen wird die Zeche aber nicht der Verursacher, sondern der Leidtragende.
Das ist wohl ein sehr guter Hinweis darauf, dass die Welt bereits heute den Banken gehört, weil mit Rechtsstaatlichkeit oder Gerechtigkeit hat das nichts zu tun.

Habe die Ehre

wer wenn nicht er
23.10.2009 13:31
"Banken haben kriminell gehandelt"

Welche? Wie? Sie sollten die Banken anzeigen.

Die Verluste der Banken gehen auf Kosten der Eigentümer. Die Staaten retten zwar private Banken oder zB Automobilkonzerne, sie retten aber nicht die Eigentümer. Oder anders: Die Eigentümer traf deren volle Haftung, indem sie ihr Eigentum verloren. Es wird nur soviel Steuergeld eingesetzt, damit die Schließung nicht nötig wird. Diese würde nämlich viel MEHR Steuergeld kosten (zB. Arbeitslose).

Erzählen Sie also nicht, dass da finstere Gestalten Staaten ausnehmen: Ein paar Banken und zB Autokonzerne sind pleite, anderen geht es weiterhin gut. Warum sollte zB ein VW-Manager dafür bestraft werden, dass GM pleite ist? Freilich werden die Boni erhalten wenn ihre Zahlen stimmen.

SOKO "Most": Taubenabwehr u.Tierschützerbekämpfung
21.10.2009 12:34
Die Verwalter des Untergangs melden sich wieder zu Wort.

Sollen wir uns wirklich die Mühe machen, das Kommerzgeblubbere zu lesen?

Nichtschweiger
 
21.10.2009 13:41
Ja - sollten sie!!! Unbedingt!

Denn erstens ist es wichtig zu wissen wie der Feind denkt. Und zweitens wissen sie dann, wenn sie sich geirrt haben (was der Fall ist) wie sie drann sind und auf was sie sich einstellen müssen.

So laufen sie nicht blind in ihre Zukunft!

SOKO "Most": Taubenabwehr u.Tierschützerbekämpfung
21.10.2009 14:52
Ich habe es gelesen und mich regt bereits die tatsache auf, dass sich die Industriellenvereinigung erdreistet, der Regierung ein Programm vorzulegen.


Wir haben sie nicht gewählt, sondern wir haben unsere Regierungsvertreter gewählt, um Ideen hervorzubringen.

Wird nun als nächstes die Schrebergärntnervereinigung oder die FKK-Bewegung ein Regierungsprogramm vorlegen? Irgendwie absurd, das ganze, auch dass sich der Standard als Kanal für das Trompeten der Kommerzapostel hergibt.

Fleisch
21.10.2009 15:02

Sie haben keine Ahnung, wie politische Entscheidungen in Österreich getroffen werden. Selbstverständlich legen auch die Schrebergartenvereinigungen regelmäßig ihr Programm vor und haben mehr Einfluss als andere Wähler. Vermutlich aber weniger als die IV.

C18H27NO3
21.10.2009 12:21
wenn jemand an einem tag

das verdient, dass ein anderer in einem jahr verdient..hmm, der muss dann aber schon "g'scheid auzahn" bei der arbeit - klar dass man dann nicht bei diesem "leistungsträger" mal nachfrägt wies denn wäre wenn er zum schuldenabbau beiträgt....da fragt man lieber beim "owizahrer" an.

vorsicht: kann spuren von sarkasmus enthalten

C18H27NO3
21.10.2009 12:10
einfach mal

"let's make money" ansehen

...kommt mir das nur so vor, oder braucht zu solchen themen der zensurator extra lange bzw. ist auf extra scharf eingestellt?

princeps legibus solutus
21.10.2009 11:40
auch wenn man über die einzelnen punkte streiten kann,

von der gesamtkonzeption wird mir die iv immer sympathischer. sind anscheindend die einzigen, die auch die interessen der jungen evölkerung vertreten.

die hacklerregelung selbst ist aus meiner sicht die manifestation der einseitigen kündigung des generationenvertrages durch die alten. so lange das pensionssystem nicht fair reformiert ist (solidarität würde nämlich auch bedeuten, dass die alten nicht auf jahrzehnte im vorhinein alle verprassen) sollten jegliche beitragszahlungen eingestellt werden

varus
22.10.2009 17:07
interessen der jungen bevölkerung vertreten...oder um lieber die gewinne im "casino" anzulegen?

koschka
21.10.2009 14:01
Die Zuneigung zu Fürstchen drücken Sie ja schon im Nick aus.

Allerdings ist die Liebe zur IV vielleicht gerade deshalb etwas übetrieben. Bekannt für die Dümmlichkeit der Meldungen aus diesem Hause und seiner hervorstechenden Proponenten, scheint es der IV doch wohl eher darum zu gehen die Hacklerregelung zu Fall zu bringen, weil ein budgetäres Potential darin steckt. Bevor also jemand wirklich das Steuerzahlverhalten von Induistrie und Großkapital hinterfragt und dort ein Potential entdeckt, schlachtet man lieber die Hacklerregelung. Um nichts anderes geht es dem Herrn Sorger, denn das letzte worum sich dieser Mann Sorgen macht sind die Österreicher oder Menschen die nicht zu seiner Einkommengruppe gehören. Geht es der Wirtschaft gut, geht es den Menschen Schei.... und das findet Herr Sorger okay.

SOKO "Most": Taubenabwehr u.Tierschützerbekämpfung
21.10.2009 11:23
Na klar, die bombastischen Gewinne der Vorjahre sind in Steueroasen und Anlagevillen ins Trockene gebracht, und jetzt sollen wir "die Zeche zahlen"?


Vorsicht, liebe Industriellenköpfe! Denn auch der fernsehnarkotisierte Bürger wacht irgendwann einmal auf, wenn man ihm zu oft und zu fest in den Hintern tritt. Er könnte dann sehr wütend werden.

C18H27NO3
21.10.2009 12:17

ah solange genug hirnzersetzender müll im tv läuft, kleinformatige zeitungen gratis verteilt werden und spätabends noch billiges dosenbier und ein pseudoporno wirds schwer dass er seinen hintern hochwuchtet...ausserdem wohnen "die da obn" schon lange nimmer um die ecke also selbst wenn er sich in bewegung setzt....wohin? Im schlimmsten fall fackelt er dem nachbarn die bude ab, und...hmmm mir fällt da sarkotzy und ein gewisser kärcher-sager ein...

SOKO "Most": Taubenabwehr u.Tierschützerbekämpfung
21.10.2009 13:15
Dass ein beträchtlicher teil der Bevölkerung in die Endvertrottelung getrieben wird, ist gewiss tragisch.

Andererseits wachen aber auch immer mehr Menschen auf und konfrontieren sich mit dem Wahnsinn, der zur Normalität erklärt wurde.
Eine solche Konfrontation bewirkt auch Wachstum und führt zu neuen Ideen, auch wenn das zunächst mühsamer ist als der Weg der Endvertrottelung.

Josef Wöss
22.10.2009 07:32

und WENN die endvertrottelten sich schlußendlcih von ihrem a... erhoben haben, wählen sie mit sicherheit diejenige partei, die es gerade am leichtesten hat, gegen diese zustände zu schimpfen, und das sind zur zeit die rechten.

marcelmanuel
21.10.2009 11:11
Können Sie sich noch erinnern, Hr. Sorger

Hypo Alpe Adria ...
Tilo Berlin ...
Wieviel haben Sie hier (binnen einiger Monate), nur durch "Insiderwissen", kassiert ?
Nur zum Vergleich: Für diese Summe müssen 170 österr. Durchschnittsverdiener ein ganzes Jahr arbeiten um dies BRUTTO zu verdienen.

derpradler
21.10.2009 10:44
Die Bankenmilliarden,

sind ein gutes Geschäft für die Republik, verkündete damals vollmundig der Finanzminister, und jetzt sollen die Lohnempfänger plus Pensionisten diese Bankschulden zurückzahlen. Ihr habt sie ja nicht ALLE!

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