Dünn und dünner und Millionen sehen zu

7. Juli 2009, 20:32
1 Posting

Zwölf Jahre ist es schon her, dass eine quirlige Junganwältin erstmals auf der Bildschirmfläche erschienen ist. "Meilenstein" der US-Comedy im Serienformat nannte man David E. Kelleys "Ally McBeal", gekrönt mit Emmy, vier Golden Globes und zig Nominierungen. Doch entgegen Barry Whites Ansage hatte das Publikum nach fünf Jahren Laufzeit doch genug von Allys Liebe bekommen.
Calista Flockhart schuldet ihrer Rolle als Ally ihren Star-Satus, den sie mittlerweile an der Seite von Sally Field und Rachel Griffiths ("Six Feet Under") als eine der "Brothers & Sisters" (2006) kultiviert. Dazwischen sah man sie hauptsächlich als die neue Frau an der Seite des US-Filmveterans Harrison Ford - und nicht mehr ganz so dürr.

Zwölf Jahre ist es schon her, dass eine quirlige Junganwältin erstmals auf der Bildschirmfläche erschienen ist. "Meilenstein" der US-Comedy im Serienformat nannte man David E. Kelleys "Ally McBeal", gekrönt mit Emmy, vier Golden Globes und zig Nominierungen. Doch entgegen Barry Whites Ansage hatte das Publikum nach fünf Jahren Laufzeit doch genug von Allys Liebe bekommen.
Calista Flockhart schuldet ihrer Rolle als Ally ihren Star-Satus, den sie mittlerweile an der Seite von Sally Field und Rachel Griffiths ("Six Feet Under") als eine der "Brothers & Sisters" (2006) kultiviert. Dazwischen sah man sie hauptsächlich als die neue Frau an der Seite des US-Filmveterans Harrison Ford - und nicht mehr ganz so dürr.

 

Denn trotz all ihrer Ausdruckstärke als Ally: im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand Flockhart ihrer mageren Figur wegen. Sie sei eben so gebaut, dementierte sie lange Zeit Presse-Gerüchte um ihre Anorexie. Vor drei Jahren (in der Promo-Zeit für "Brothers & Sisters") sprach sie erstmals über Dauerhungern und exzessives Fitnessprogramm während der Ally-Zeit.

Dass Essstörungen unter Schauspielerinnen kein Ausnahmefall sind, wohl aber das Abwiegeln öffentlicher Spekulationen diesbezüglich - bis eine neue Produktion Publicity brauchen könnte, egal welcher Art -, zeigt allein ein Blick auf weitere weibliche "Ally McBeal"-Stars. Oder gerade darauf: Retrospektiv kommt einer das Ally-Set eher wie ein Bootcamp mit vorgeschriebener Nulldiät vor. Courtney Thorne-Smith, deren Figur der konsensbereiten, loyalen Georgia Thomas in Grundzügen ihrer Durchstarte-Rolle der Alison Parker in "Melrose Place" glich, stieg acht Kilo leichter aus der Serie aus, weil sie den Druck, möglichst dünn - und damit konkurrenzfähig - zu sein nicht mehr aushielt. Filmstar Christina Ricci, deren persönliche Essstörungs-Historie in frühe Jahre zurückgeht, spielte die abgedreht-sexy Liza Bump in einer sehr dünnen Phase. Der Karriere der seit "Mermaids" (1990, an der Seite von Cher) im Business erfolgreichen Schauspielerin tut das keinen Abbruch: Die 29-Jährige hat wieder einige Filme am Start.

Portia de Rossi, jetzige Ehefrau von Ellen Degeneres, wog während "Ally McBeal" nur noch 41 Kilo. Sie habe sich die Frage gestellt, ob sie diesen negativen Höhepunkt ihrer Essstörung auch erreicht hätte, wenn sie die Rolle der Nell Porter ausgeschlagen hätte, meinte sie in einem Interview. Aber auch de Rossi hat ihre Erkrankung mittlerweile im Griff und ist - den Kalauer muss ich bringen, es tut schon weh - dick im Geschäft: Als Lindsay Bluth Fünke hat sie die köstliche Sitcom "Arrested Development" (2003) aufpoliert. Die wurde zwar der Einschaltquoten unter Erwartung wegen eingestellt, aber ein Kinofilm über die Fünkes soll kommen, wird spekuliert.

De Rossis Serien-Bruder Michael wird von Jason Bateman gespielt. Und dessen Schwester, im echten Leben, ist eine der ersten TV-Darstellerinnen, die immer dünner wurden und Millionen sahen zu. Wie Tracey Gold ("Growing Pains", 1985), Andrea Elson ("ALF", 1986), Susan Dey ("L.A. Law", 1986), Jamie-Lynn Sigler (die "Meadow Soprano" aus der Serie, die wirklich begeistern kann: "The Sopranos", 1999) oder Scarlett Pomers aus "Reba" (2001), litt auch Justine Bateman, bekannt aus der Hit-Serie "Family Ties" ("Jede Menge Familie", 1982) unter einer Essstörung. Bateman startete im Gegensatz zu Michael J. Fox weder zurück in ihre Zukunft noch erfolgreich in ein Leben nach dem Ende der Familienserie, sondern musste erst einmal gegen Anorexie, Bulimie und Binge-Eating ankommen. In den 00ern ergatterte sie Auftritte in "Californication", "Men in Trees", "Psych", "Desperate Housewives" - und "Arrested Development" als Prostitutierte, die anfänglich für die Schwester Michaels gehalten wird. Der Titel der Folge: "Family Ties". Sehr fein. Daneben macht sie in Mode und hat 2008 das Skript für die Disney-Produktion "Wizards of Waverly Place" abgeliefert: Sie will gute alte, für die ganze Familie taugliche Serien zurück bringen helfen. Ohne Hungerhaken. (bto/dieStandard.at, 8.7.2009)

  • Artikelbild
  • Artikelbild
  • Artikelbild
  • Artikelbild
  • Artikelbild
Share if you care.