"The Closer" kriegt sie alle

3. Februar 2009, 15:55
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Als Brenda Leigh Johnson von Atlanta nach L.A. geholt wurde, um dort eine Spezialabteilung der Polizei in L.A. zu leiten, schienen einige ihrer zukünftigen Kollegen alles andere als erfreut. Lieutenant Andy Flynn und Lieutenant Provenza hielten mit frauenfeindlichen Bemerkungen und mürrischen Kommentaren auf "Chef Johnsons" Befehle nicht hinterm Berg. Auch in den oberen Etagen gab es Widerstände. Commander Taylor musste seine Position als Leiter der Sondermordkommission an Brenda Leigh Johnson abgeben, was er durch die eine oder andere Intrige wegzustecken suchte.

 

In der aktuellen Staffel ist von derartiger Missstimmung gegenüber der Verhör-Spezialistin Johnson nicht mehr viel übrig. Selbst Commander Taylor wandte sich in der Folge "Aufgehängt" letzte Woche vertrauensvoll an sie, um den Sprössling eines hohen Polizei-Beamten zu stoppen, der drauf und dran war seine gesamte Schule zu vergewaltigen. An solchen Fällen zeigt Brenda Johnson ihren Kollegen gern, was hartgesotten bedeutet.
Unter wüsten Drohungen des Vaters zieht Johnson den Junior-Vergewaltiger ohne mit der Wimper zu zucken zur Rechenschaft – Sohn eines Polizeichefs hin oder her, womit sich andere Polizisten in ihrem Department schon mal schwer tun.

Gut, mit ihrem hektischen Gekrame in ihrer überdimensionalen, schwarzen Tasche und ihrem lautem "Juhhhuuuu", mit dem sie sich manchmal bemerkbar macht, kratzt Brenda Johnson bei Zeiten schon am Nervenkostüm. "Danke, ich danke Ihnen vielmals" kommt es dauernd von der vorzugsweise im Twinset, in Blusen mit Rundkragen oder mit riesigem Blumendruck und weißem Strohhut bekleideten Polizistin. Ist Johnson wirklich mal gestresst, stopft sie sich süßen Junk-Food rein um anschließend entspannt aufzuamten. Ihren Verlobten nennt Brenda auch öffentlich oft und gerne "Fritzi", was seinem Image als coolen FBI-Agent bei Zeiten etwas in die Quere kommt. Trotzdem: Nicht nur "Fritzi" mag Brenda Leigh. Und das, obwohl es auch Zeiten gab, in denen sich frau nicht sicher sein konnte, ob ihr teils sehr neckisches Gehabe als anti-feministische Geste stören soll.

Heute wissen wir es besser: Denn Brenda lässt diejenigen, die sie mit diesem Getue begegnet, letztendlich nie in dem Glauben, sie sei wirklich die entnervte, chaotische Hektikerin mit großer Frisur, den Gefallen tut Johnson niemandem. Tollpatschig zeigt sie sich ihren Verdächtigen oder ZeugInnen gegenüber nur so lange, bis diese Opfer ihrer eigenen Vorurteile werden – ein Prozess, den Johnsons MitarbeiterInnen oft in selbst geschaffener Kinoatmosphäre an den Monitoren der in den Verhörzimmern angebrachten Überwachungskameras gespannt und amüsiert mitverfolgen. (beaha, dieStandard.at, 3.2.2009)

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