CSI-Sara ade!

3. November 2008, 17:51
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Lange ist sie nicht aufgefallen im CSI-Wirrwarr zwischen den coolen New Yorkern, dem Modell-Trupp samt ihrem seltsamen Horatio in Miami und den Special Effects, die uns mit rasender Geschwindigkeit die Perspektive von sich in Fleisch bohrenden Kugeln näher bringen sollen: Sara Sidle aus dem CSI-Team Las Vegas, gespielt von Jorja Fox, die in den 90igern als lesbische Ärztin in "Emergency Room" und als Gaststar in "Ellen" zu sehen war.

 

Alles ging so schnell und fing damit an, dass sich erstes Unbehagen bemerkbar machte, als die CSIlerin Sara entführt und von ihrer Entführerin in der Wüste dem Tod überlassen wurde. Vermutungen über das mögliche Verschwinden von Sara Sidle aus der Serie drängten sich somit auf, sollte sie es da draußen in der Wüste nicht schaffen. Doch Sara wankte tapfer durch das staubige Nichts und frau konnte aufatmen: Die coolste Kriminologin des aktuellen CSI-Overkills blieb, die Einzige, die nicht vor einem unvorhergesehen, nächtlichen Einsatz den Lockenstab (oder das Glätteisen, je nach dem) anwirft, wie es bei den Kolleginnen in Miami und New York und auch Las Vergas den Anschein hat.

Erst folgte also Aufatmen, wohl wissend, dass in den nächsten Folgen die volle Aufmerksamkeit der lässigen Sara gelten würde. Aber leider sollte es anderes kommen. Sara kam in der Wüste zum Nachdenken und fand heraus "I can't do that here". So drückte sie es zumindest gegenüber ihrem Boyfriend und Chef Gil Grissom in einem Abschiedsbrief aus.

>>> Krise kündigte sich schon an

Saras Krise kündigte sich zwar schon mit Zweifel an ihrer Tätigkeit und an der Welt im Allgemeinen an, aber dass nach nur einer verpassten Folge die Frau der wenigen Worte und der unprätentiösen Auftritte schon weg ist, kam doch sehr plötzlich und ist jammerschade.

Vor allem deshalb, weil mit der Figur der Sara Sidle eine der wenigen Frauenfiguren im derzeitigen TV-Geschehen verschwindet, die mit auffallend wenigen Stereotypien versehen wurde. Obwohl gegenüber KollegInnen als kumpelhafte Freundin inszeniert, wurde sie dennoch nicht mit Asexualität bestraft. Mit ihrem Chef hatte sie eine Liebesbeziehung, der sich zwar eine Zeitlang zierte, Saras Avancen anzunehmen, ihnen aber schließlich doch folgte. Die Geschichte zwischen den Beiden landete auch nicht in der üblichen langweiligen "ChefIn mit MitarbeiterIn"-Problematik, sondern flimmerte angenehm klischeefrei und unaufdringlich über den Bildschirm.

Zumindest kann frau froh sein, dass sie zu guter Letzt nicht doch noch zum Opfer der tragischen Verhältnisse, aus denen Sara kam, gemacht wurde, sondern lebend die Serie verlassen durfte. Somit wird auch schon der eine oder andere Gastauftritt von Jorja Fox als Sara Sidle angekündigt. Na wenigstens. (beaha/dieStandard.at/4.11.2008)

 

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