"Generalstreik"

Kunst unter dem Dollarzeichen

20. Oktober 2009, 17:22

Protestaktion an der Akademie der bildenden Künste

Wien - Der Weg in die bestreikte Akademie der bildenden Künste führt seit Dienstag über die Senkrechte eines riesigen Dollarzeichens: Das schlichte Symbol des Kapitalismus untermauert den Protest von Studierenden und Lehrenden gegen die vom Wissenschaftsministerium geforderte Einführung des Bachelor-Master-Studiensystems. Auch die Parole der Aktion "Malen nach Zahlen" (www.malen-nach-zahlen.at) - "Education ist not for sale" - richtet sich gegen Gerüchte: Das Ministerium droht damit, der ohnehin mit erheblichen Geldsorgen kämpfenden Akademie, den Geldhahn zuzudrehen, wenn die Einführung nicht erfolgt.

Die Akademie will aber beim Diplomstudium bleiben - ein entsprechender Entwicklungsplan wurde in allen Gremien beschlossenen. Und daher wird bis zu den Verhandlungen zwischen Rektor Stephan Schmidt-Wulffen und dem Ministerium am Donnerstag, der "Generalstreik" ausgerufen, die Aula besetzt, der universitäre Betrieb also lahm gelegt.

Die im Bologna-Prozess vorgesehene Angleichung an das angloamerikanischen Bildungssystem gehe nur einen weiteren Schritt in Richtung Ökonomisierung der Bildung, erklärt Arthur Summereder von der ÖH das kategorische "Nein". Überdies stünden die mit der Verschulung einhergehenden strafferen Strukturen im Studium im Widerspruch zu einer individuellen künstlerischen Entwicklung.

Der Protest richte sich laut Summereder aber auch gegen das Schüren eines Misstrauensverhältnisses zwischen der Uni und ihrem Rektor. Letzterer hat für beide Seiten Verständnis: Für die europäischen Rahmenbedingungen und die Sorgen der Studierenden. Gerne lasse er sich durch den Streik daran erinnern, dass er die Interessen einer "Schule" vertrete. "Man muss schauen, wie man zwischen beiden Seiten vermitteln kann". (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD/Printausgabe, 21.10.2009)

 

  • Nächste Schritte: Bis einschließlich Donnerstag wird kein klassischer Unterricht stattfinden, stattdessen werden Lehrveranstaltungen in die Aula verlegt und entsprechend adaptiert. Am Donnerstag verhandeln Rektorat und Wissenschaftsministerium über die Leistungsvereinbarungen. (APA)
Heavyweather
11
22.10.2009, 00:06

Was interessiert uns das.
Wieso nicht einfach die Akademie zu sperren und eine eigene gründen.
Sag ich mal so als ehemaliger Diplomstudent der Akademie.
99% der Dinge die an der Akademie entstehen oder ablaufen sind Müll.
Man muss schon ordentlich einen an der Waffel haben um dem Tag der offenen Türe an der Akademie etwas Gutes abgewinnen zu können.
Da kiffen ein paar, dort wird pseudo-elitäre Musik gespielt und an der nächsten Ecke wieder ein verkannter Künstler...
In dieses Irrenhaus passt der Gio doch wunderbar.

merz1
 
00
22.10.2009, 19:11

neidig?

Heavyweather
00
22.10.2009, 23:04

Nö...warum...habe selbst 2 mag. art von der Akademie...
Aber jetzt wo sie es sagen...war schon Lei(n)wand...

Wollkönigin
00
23.10.2009, 11:28

Na also.

djah mal
00
21.10.2009, 10:55

frau fessler, der link zu den besetzerInnen ist in hier um einiges relevanter als der zum offiziellen webauftritt der besetzten institution (dies sich auf diesem nobel ausschweigt).

http://www.malen-nach-zahlen.at/

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